Demo in Freiburg nach Urteil gegen Uni-Mitarbeiter

Esada Kunic
Esada Kunic

Deutschland,

Ein Mitarbeiter der Uni Freiburg filmte mehr als 800 Frauen. Das Urteil empört Studierende und Mitarbeitende. Rund 300 Menschen versammelten sich zu einer Demo.

demo Universität Freiburg
Ein Mitarbeiter der Universität Freiburg filmte 800 Frauen – rund 300 Menschen nahmen an einer Demo gegen das Urteil teil. (Symbolbild) - keystone

Rund 300 Freiburger Studierende und Mitarbeitende gingen für eine Demo auf die Strasse. Sie protestieren gegen ein als zu milde empfundenes Urteil, berichtet die «Tagesschau».

Ein ehemaliger Mitarbeiter der Universität Freiburg hatte jahrelang heimlich Frauen gefilmt. Laut der «Badischen Zeitung» filmte der 57-jährige Mitarbeiter seit 2009 über 800 Frauen.

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Er installierte Kameras am Arbeitsplatz, im WC und in einer von ihm privat vermieteten Wohnung. Das Amtsgericht Freiburg verurteilte ihn am 9. März 2026 zu nur 21 Monaten Haft auf Bewährung.

Betroffene Frauen zutiefst unzufrieden mit Urteil

Betroffene Frauen zeigen sich mit dem Urteil zutiefst unzufrieden. Besonders die Tatsache, dass die Strafe trotz über 800 Opfer gering ausfiel, empört die Protestierenden.

Wie «Perspektive Online» berichtet, sprach die Universität Freiburg sofort eine fristlose Kündigung aus. Dies geschah, nachdem sie 2024 von den Videoaufnahmen erfahren hatte.

Die Hochschule verstärkte auch ihre Massnahmen gegen sexuelle Belästigung. Die Universität betont jedoch, dass sie dem Täter keine Abfindung zahlte, lediglich bestehende Ansprüche wie Urlaubsabgeltung.

Breite Solidarität und Forderungen bei Demo

Das Frauenkollektiv und Studierendenkollektiv organisieren die Demo zusammen. Sie sehen den Fall nicht als Einzelfall an, sondern als symptomatisch.

Universität Freiburg demo
Die Demo kritisiert die milde Strafe. Im Bild: Jura-Studenten an der Universität Freiburg. (Archivbild) - keystone

Wie «Perspektive Online» schreibt, verweisen Aktivistinnen auf weitere Fälle von patriarchaler Gewalt in der Region.

Die Protestierenden fordern stärkere Schutzmassnahmen und eine Überprüfung der Gesetzeslage. Die Universität soll transparenter über ihre Prävention von sexueller Belästigung berichten.

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