Thomas Hornung störte ein Live-Interview so lange, bis diese abgebrochen werden musste. Dies sieht der CDU-Politiker nicht als Rücktrittsgrund.
christlich demokratische union deutschlands
Während einer Live-Schalte des Südwestrundfunks (SWR) zum Mannheimer CDU-Kreisparteitag hat Thomas Hornung die sprechende Reporterin so lange unterbrochen und kritisiert, bis diese den Beitrag abbrechen musste. - dpa

Das Wichtigste in Kürze

  • Thomas Hornungs Verhalten führte dazu, dass ein Live-Interview abgebrochen werden musste.
  • Der CDU-Politiker hatte das Gespräch mit einem Kritiker wiederholt gestört.
  • Nun forderten Parteikollegen seinen Rücktritt als Stadtrat von Mannheim.

Der Mannheimer CDU-Stadtrat Thomas Hornung hat Austrittsforderungen aus der Partei zurückgewiesen. Seinetwegen musste eine Live-Schalte des Südwestrundfunks (SWR) abgebrochenen werden.

«Ich habe keinen Grund auszutreten», sagte er der Deutschen Presse-Agentur am Montag. Die CDU-Landtagsabgeordneten Tim Bückner aus Schwäbisch Gmünd und Winfried Mack aus Aalen hatten Hornung aufgefordert, die Partei zu verlassen.

Live-Interview abgebrochen

Hornung hatte beim Kreisparteitag der Mannheimer CDU am Freitagabend ein Live-Interview mit einem parteiinternen Kritiker gestört. Schlussendlich kam es sogar zum Abbruch.

In dem Interview ging es um die Debatte zur Verstrickung der Kreis-CDU in die Geschäfte des ehemaligen Bundestagsabgeordneten Löbel. Der SWR kritisierte das Vorgehen Hornungs als «fragwürdig». SWR-Chefredakteur Fritz Frey warf dem Stadtrat am Montag vor, eine geplante Darstellung unterschiedlicher Positionen verhindert zu haben.

Verhalten «situativ» bedingt

Hornung sagte, sein Verhalten sei «situativ» bedingt und auf professionelle Mängel des SWR-Teams zurückzuführen. Diese seien beispielhaft für die «erodierende Glaubwürdigkeit» des öffentlich-rechtlichen Rundfunks. Der SWR betonte am Montag, sein vordringliches Interesse sei es, weiter sachlich über den Komplex zu berichten. Ort und Zeitpunkt des Interviews seien mit der Christlich Demokratischen Union Deutschlands abgestimmt gewesen.

Mehr zum Thema:

CDU