SBB führt Band für Menschen mit Behinderung schweizweit ein
Die SBB führt das Sonnenblumenband schweizweit ein. Es soll Menschen mit unsichtbaren Einschränkungen im öffentlichen Verkehr unterstützen.

Das Wichtigste in Kürze
- SBB bietet Sonnenblumenband jetzt in allen 115 Reisezentren an.
- Das Band signalisiert unsichtbare Behinderungen und möglichen Unterstützungsbedarf.
- 80 Prozent der Behinderungen sind unsichtbar.
Menschen mit unsichtbaren Behinderungen erhalten seit dem vergangenen Sommer Unterstützung durch ein spezielles Umhängeband. Die SBB hat nach einem erfolgreichen Test das Sonnenblumen-Projekt nun auf alle Reisezentren ausgedehnt.
Das Sonnenblumenband macht auf Einschränkungen aufmerksam, die nicht sofort erkennbar sind. Dazu gehören etwa Autismus, Hörprobleme oder Demenz.
Das Band signalisiert anderen Menschen, dass der Träger oder die Trägerin möglicherweise zusätzliche Zeit oder Hilfe benötigt. Das schreibt die SBB auf ihrer Webseite.
SBB zieht positive Bilanz
Zunächst verteilten die SBB 10'000 dieser Umhängebänder an Bahnhöfen in den Kantonen Zürich und Genf. Nach dieser Testphase analysierte das Unternehmen die Erfahrungen der Nutzerinnen und Nutzer.
Aufgrund der positiven Resonanz werden die Sonnenblumenbänder nun schweizweit angeboten. Ab sofort sind sie in allen 115 SBB-Reisezentren erhältlich.
Weitere Unternehmen schliessen sich der Initiative an
Die Initiative stammt ursprünglich aus Grossbritannien. Die Organisation für unsichtbare Behinderungen, Hidden Disabilities Sunflower, hat das Projekt entwickelt. In mehreren Ländern haben sich die Bänder bereits etabliert.
Neben den SBB beteiligen sich weitere Schweizer Unternehmen: Der Flughafen Zürich, die Swiss und die Basler Verkehrs-Betriebe bieten die Bänder ebenfalls an.
Auch die Matterhorn Gotthard Bahn, Aargau Verkehr und das Technorama in Winterthur haben sich angeschlossen.
Der Verein Autismus Schweiz unterstützt das Projekt. Das Sonnenblumen-Band soll das Verständnis in der Gesellschaft stärken, heisst in einer Mitteilung.
So reagiert man richtig auf das Blumen-Band
Der Erfolg des Projekts hängt auch vom Bewusstsein der Öffentlichkeit ab. Esther Buchmüller leitet das SBB-Kompetenzzentrum für Barrierefreiheit und Inklusion.
Sie sagt zu «CH Media»: «Nur wenn Mitreisende und Mitarbeitende wissen, wofür die Sonnenblume steht, erfüllt die Initiative ihren Zweck.»
Die Expertin gibt Empfehlungen für den Umgang mit Trägern des Bands. Man sollte ihnen Aufmerksamkeit, Raum und Zeit schenken.
Bei Bedarf sollen neue Bänder nachbestellt werden – denn die Nachfrage ist hoch: Ein Fünftel der Schweizer Bevölkerung lebt laut Statistik mit einer Behinderung. 80 Prozent dieser Behinderungen sind unsichtbar.

















