Bundesamt gegen längere AKW-Laufzeiten

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Deutschland,

Die Debatte über verlängerte AKW-Laufzeiten dauert weiter an. Der Präsident des Bundesamtes für die Sicherheit der nuklearen Entsorgung lehnt eine Verlängerung ab - auch mit Verweis auf die Endlagersuche.

Der Atomausstieg ist für Ende 2022 geplant. Doch die Bundesregierung steht zunehmend unter Druck, diesen zu verschieben.
Der Atomausstieg ist für Ende 2022 geplant. Doch die Bundesregierung steht zunehmend unter Druck, diesen zu verschieben. - Armin Weigel/dpa

Das Wichtigste in Kürze

  • Der Präsident des Bundesamtes für die Sicherheit der nuklearen Entsorgung, Wolfram König, lehnt verlängerte Laufzeiten von Atomkraftwerken in Deutschland ab.

«Eine solche Abschätzung müsste nicht nur die Sicherheit der Atomkraftwerke berücksichtigen, sondern auch die Entsorgung der radioaktiven Abfälle» schreibt König in einem Beitrag für die «Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung». «In beiden Fällen wären die gesamtgesellschaftlichen Kosten für einen Weiterbetrieb der Anlagen erheblich», gab König zu bedenken. «Der mühsam errungene gesellschaftliche Konsens würde auch grundsätzlich infrage gestellt werden.»

Wegen der aktuellen Energiekrise infolge des Ukraine-Krieges ist eine Debatte entbrannt, zumindest die noch drei am Netz befindlichen Atomkraftwerke über den Jahreswechsel hinaus laufen zu lassen. Sie müssten eigentlich Ende 2022 vom Netz gehen.

König hat zudem erhebliche Zweifel am Zeitplan für die Suche nach einem Standort für ein Atommüllendlager in Deutschland. Bis zum Jahr 2031 soll laut Gesetz die Entscheidung für einen Endlager-Standort gefallen sein, damit ab 2050 die Lagerung beginnen kann. «Mein Bundesamt hat gegenüber dem mit der Standortsuche beauftragten Unternehmen immer wieder den Fortschritt im Verfahren angemahnt, damit der gesetzlich festgelegte Zeitplan eingehalten wird. Bis das Endlager betriebsbereit ist, sind weitere 20 Jahre anzusetzen», schreibt König. «Heute muss ich konstatieren, dass ich das Ziel 2031 für nicht mehr realistisch halte.»

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