Ticker: Buckelwal Timmy verlässt Position in tiefem Wasser nicht
Das Drama um Buckelwal Timmy in der Ostsee geht weiter. Das tonnenschwere Tier steckt weiterhin in der flachen Kirchsee bei der Insel Poel fest.

Das Wichtigste in Kürze
- Buckelwal Timmy steckt weiter in der flachen Kirchsee bei der Insel Poel fest.
- Umweltminister Till Backhaus näherte sich dem Tier in der Nacht bis auf 500 Meter.
- Die Zeit drängt – in der Nacht und am Dienstag soll der Wasserstand sinken.
Das Drama um Buckelwal Timmy in der Ostsee geht weiter. Nachdem sich das Tier am Montagmorgen bei steigendem Wasserstand in der Bucht der Insel Poel nördlich von Wismar zunächst freigeschwommen hatte, lag es zwei Stunden später wieder im vielerorts hüfttiefen Wasser fest.
Am Abend waren noch einmal Bewegungen des Wals in Richtung der tiefen Fahrrinne zu sehen – dann blieb er wieder liegen. In der Nacht hat sich Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Till Backhaus (SPD) mit Experten dem Wal bis auf 500 Meter genähert.
Sein Befund: «Der Wal liegt ruhig.» Helferinnen und Helfer hoffen nun, dass sich Timmy nach einer Erholungspause wieder aus eigener Kraft befreit. Doch die Zeit drängt – der Wasserstand sinkt.
Alle Entwicklungen im Nau.ch-Ticker:
16.15: Viel Bewegung herrscht rings um den erneut vor der deutschen Ostsee-Insel Poel festsitzenden Buckelwal – nur das Tier selbst hat seine Position im flachen Wasser nicht wieder verlassen. Am Vormittag arbeitete zeitweise ein mehrköpfiges Team hüfthoch im Wasser stehend direkt am Wal.
Das war in Live-Streams zu sehen. Immer wieder hielt ein Helfer eine Art Rohr an einem Schlauch beim Wal ins Wasser, offenbar als Teil des Versuches, ihn freizuspülen.

Es werde Saug- und Spülgerät eingesetzt, um den Wal zu entlasten, hatte der Umweltminister des deutschen Landes Mecklenburg-Vorpommern, Till Backhaus, zuvor nach einer Lagebesprechung im Hafen von Kirchdorf erklärt. Wegen des gesunkenen Wasserstands ragte das Tier weiter aus dem Wasser und sein Gewicht drückte stärker auf seine inneren Organe.
Aus Kreisen der privaten Initiative, die hinter dem Rettungsversuch steht, hiess es, durch den Einsatz von Saugrobotern sei eine Kuhle geschaffen worden. Eine Seite des Wals werde blockiert. Ziel sei es, das Tier später in tiefere Gewässer zu leiten, «raus aus dem Nadelöhr».
Backhaus: Timmy bleibt über Nacht hier
05.00: Umweltminister Backhaus geht nicht davon aus, dass der Buckelwal noch in der Nacht weiterschwimmt. Es gelte abzuwarten, was in den kommenden Stunden geschehe, sagte er. Die Wasserschutzpolizei soll weiterhin in der Nähe des Tieres bleiben.

Es sei richtig gewesen, den Wal erst einmal ruhen zu lassen, sagte der Umweltminister mit Blick auf vorangegangene Mobilisierungsversuche gegenüber der DPA. Doch die Zeit drängt: In der Nacht soll der Wasserstand sinken.
Teammitglieder verlassen Wal-Rettungsinitiative
09.50: Mehrere Teammitglieder haben die private Initiative zur Rettung des Wals vor der deutschen Ostseeinsel Poel verlassen oder fallen vorerst aus.
Christiane Freifrau von Gregory, die als Pressesprecherin des Teams aufgetreten ist, tritt zurück. Sie mache den Weg frei, da eine konstruktive und professionelle Zusammenarbeit unter den derzeitigen Rahmenbedingungen «für uns» nicht mehr möglich sei.
«Unser Ziel war es stets, die professionelle und ruhige Umsetzung des Konzepts, das Mensch und Tier schützt.
Die aktuellen Entwicklungen und die Dynamiken vor Ort entsprechen jedoch nicht mehr den Grundwerten und Standards, für die ich persönlich und wir als Team stehen», heisst es in einer schriftlichen Mitteilung von Gregorys.
Weiter teilt sie mit: «Um die Integrität unserer bisherigen Arbeit zu wahren und die weitere Rettung des Tieres nicht durch interne Differenzen zu belasten, ist ein klarer Schnitt zum jetzigen Zeitpunkt unumgänglich.»
Nach nächtlicher Kontrolle: Timmy liegt ruhig
03.55: «Der Wal liegt ruhig», hat Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Till Backhaus (SPD) nach einer Kontrollfahrt in der Nacht der Deutschen Presse-Agentur gesagt. Der Politiker näherte sich gemeinsam mit Experten der Landesfischereiaufsicht dem Tier mit einem Boot bis auf etwa 500 Meter.
Die Atemfrequenzen hätten zunächst zwischen zwei und vier Minuten gelegen, seien im Verlauf aber auch wieder langsamer geworden, erklärte Backhaus. Das zeige, dass der Wal von den Ereignissen des Tages gestresst sei.
Timmy sorgt für Walpatenschaften
01.22: Timmys Schicksal bewegt die Menschen – und hilft auch seinen Artgenossen. Der WWF verzeichnet einen deutlichen Anstieg bei den Walpatenschaften und führt dies auf den gestrandeten Buckelwal zurück. «Es ist mehr Aufmerksamkeit auf dem Thema», sagt eine WWF-Sprecherin gegenüber der «Bild»-Zeitung. «Die Menschen wollen etwas tun, tippen wir.»

In den vergangenen vier Wochen seien 113 neue Walpatenschaften abgeschlossen worden – in den vier Wochen davor waren es lediglich 15. Dabei habe der WWF in seinem Marketing nicht einmal auf Timmy Bezug genommen und sei auch nicht an den Rettungsaktionen beteiligt gewesen.
Hawaii-Tierärztin ist wütend abgereist
22.55: Sie war extra aus Hawaii eingeflogen, soll jetzt aber wütend die Wal-Helfer-Gruppe verlassen haben. Nach Informationen der «Bild»-Zeitung ist Tierärztin Jenna Wallace wieder abgereist. Laut der Boulevardzeitung kam es in der Gruppe zum Streit.
















