Rettungsaktion für den Buckelwal Timmy läuft

Der Rettungsversuch für Timmy wurde auf heute verschoben. Um sechs Uhr soll die Aktion, die den gestrandeten Wal befreien soll, starten.

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Wal Timmy soll heute gerettet werden. - keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • Seit über zwei Wochen ist Wal Timmy in der Ostsee gestrandet.
  • Heute soll der gestern verschobene Rettungsversuch doch noch gestartet werden.
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Heute soll der gestrandete Buckelwal Timmy befreit werden. Der für Donnerstag geplante Rettungsversuch musste auf heute Freitag verschoben werden.

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Der Plan sieht vor, das Tier mit Luftkissen anzuheben und freizuspülen. Anschliessend soll es auf eine an Flossen befestigte Plane gelegt und so in die Fahrrinne gebracht werden. Mehrere Umweltschutzorganisationen kritisieren, dass erneut versucht werden soll, das schwer verletzte Tier zu retten.

Im Ticker von Nau.ch erfährst du alle neuen Entwicklungen rund um Timmy.

11.45: Die Vorbereitungen für den erneuten Rettungsversuch des vor der deutschen Ostseeinsel Poel liegenden Buckelwals laufen weiter.

Helfer bereiteten am Vormittag eine grosse Arbeitsplattform an der Kaimauer am Hafen der Insel vor, auf der unter anderem Schläuche, eine Pumpe, ein mobiler Kran und Arbeitsgerät standen. Auch mehrere kleine Schwimmpontons lagen an Land bereit. Einige Kamerateams waren in den Hafenort gekommen – auch rund 30 Schaulustige waren vor Ort, um die Bergungsaktion zu verfolgen.

Wal schlug mit Schwanzflosse

Der Wal hatte am Morgen mit heftigen Bewegungen auf einen sich nähernden Taucher reagiert. Das Tier schlug heftig mit der Schwanzflosse, der Fluke, und drehte sich um beinahe 90 Grad, wie im Livestream von News5 zu sehen war. Die Helfer zogen sich daraufhin vom Tier zurück.

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Der Buckelwal schlägt mit seiner Schwanzflosse aus. - keystone

Nach wenigen Minuten beruhigte sich der Wal wieder und lag erneut still im hüfttiefen Wasser. Später fuhren sie erneut mit einem Boot zum Wal, an Bord waren Giesskannen zu erkennen. Es wurde mit einem grossen Schlauch Wasser in Richtung des jungen Meeressäugers gesprüht.

Umweltminister: Heisse Phase startet

«Der Bergungsversuch geht jetzt in die heisse Phase über», sagte der Umweltminister des Bundeslandes Mecklenburg-Vorpommern, Till Backhaus, am Hafen von Kirchdorf auf Poel, wo die Einsatzkräfte der privaten Rettungsinitiative am Morgen ein kleines Boot neben einem Arbeitsponton zu Wasser liessen. Der Wal bekomme jetzt eine weitere Chance, aber er müsse dabei auch mitmachen. Backhaus betonte, er sei überzeugt, dass das vorliegende Rettungskonzept, für das sein Ministerium die Duldung ausgesprochen habe, gut sei.

Timmy dreht sich und hebt die Schwanzflosse

10.40: Als Helfer am Freitagmorgen den Buckelwal Timmy versorgten und seine Haut weiter befeuchteten, kam plötzlich Bewegung in das rund 12 Tonnen schwere Tier: Er drehte sich, hob die Schwanzflosse und stiess Fontänen aus.

Rettungsaktion für den Buckelwal wird fortgesetzt

07.05: Ein Konvoi aus mehreren Lastwagen hatte am Donnerstag Material in den kleinen Hafen von Kirchdorf auf der Insel Poel gebracht. Darunter befinden sich zwei Pontons, die eine wichtige Rolle bei dem Vorhaben spielen sollen. Details der Aktion sind nicht bekannt.

Klar ist aber, dass die Helfer versuchen wollen, das tonnenschwere Tier mit Luftkissen anzuheben. Weil der Buckelwal aber seit mehr als zwei Wochen auf dem Grund festliegt, muss zunächst Meeresboden unter ihm weggespült werden.

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Timmy stösst Luft aus. - keystone

Der Wal soll dann auf einer Plane zwischen zwei Pontons gelagert werden. Wenn alles gut geht, kann ein Schlepper damit beginnen, die empfindliche Fracht in die tiefere Ostsee und dann durch Kattegat und Skagerrak in die Nordsee und dann in den Atlantik zu ziehen. Dort könnte das Tier im besten Fall in die Freiheit entlassen werden.

Wie geht es dem Tier?

Alle Experten gehen davon aus, dass der Wal stark geschwächt und schwer krank ist. Ein Walexperte und zwei Tiermedizinerinnen nahmen am Donnerstag vorsichtig Kontakt zu ihm auf und stellten fest, dass er auf Ansprache reagiert, wie die Sprecherin der Rettungsaktion sagte. Sein Blasrohr sei intakt, an ihm seien keine Entzündungszeichen zu erkennen. Aufregung zeige der Meeressäuger nicht.

Hinter dem Rettungsversuch steht eine private Initiative um Mediamarkt-Gründer Walter Gunz und Unternehmerin Karin Walter-Mommert, die aus dem Pferdesport bekannt ist. Sie finanzieren und organisieren die Aktion mit Einverständnis der Behörden in Mecklenburg-Vorpommern.

Was sagen andere Experten?

Der Meeresbiologe Boris Culik äusserte sich positiv zum Rettungsversuch. Er schätze die Massnahmen, die man vorhabe, als sehr vielversprechend ein, sagte Culik, der früher am Geomar Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung in Kiel gearbeitet hat.

Ob der Wal überlebe, sei ungewiss, sagte der Meeresbiologe. Denn das Hauptproblem – das Netz in seinem Maul – bleibe bestehen. Culik sagte: «Wenn man ihn nicht davon befreit, wie soll er sich dann ernähren und wieder zu Kräften kommen?»

Die Umweltschutzorganisation Greenpeace beteiligt sich nicht an der geplanten Rettungsaktion, denn nach den vorliegenden Informationen sei der Wal krank und stark geschwächt, so eine Sprecherin.

Tierärztin für Timmy aus Hawaii eingeflogen

03.00: Die Walspezialisten erhalten Unterstützung aus den USA. Tierärztin Jenna Wallace wird aus Hawaii eingeflogen, berichtet die «Bild».

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Timmy atmet weiter, doch es geht ihm gesundheitlich nicht gut. - keystone

Karin Waler-Mommert, die mit Walter Gunz die Rettungsaktion finanziert, sagt, Wallace sei auf Meeressäuger spezialisiert und habe schon Wale operiert. «Sie ist eine positiv energische Person, die aber nicht überstürzt handelt. Wir sind froh und dankbar, sie dabei zu haben.

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Kommentare

User #1653 (nicht angemeldet)

Theater ohne ENDE...

Luxy-1

Das arme Tier ist doch inzwischen nur noch ein ausgebeuteter PR Lieferant.

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