Wal Timmy muss auf Rettung warten - Verschoben

Heute sollte ein weiterer Rettungsversuch für den gestrandeten Wal Timmy gestartet werden. Im Vorfeld gibt es aber Kritik von Umweltschützern.

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Wal Timmy soll nun doch gerettet werden. - keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • Seit über zwei Wochen ist Wal Timmy in der Ostsee gestrandet.
  • Heute soll doch noch ein Rettungsversuch unternommen werden.
  • Im Ticker von Nau.ch bleibst du auf dem Laufenden.

Lange hiess es, der gestrandete Buckelwal Timmy solle in Frieden sterben. Von Privaten initiierte und finanzierte Rettungsversuche wurden abgelehnt. Am Mittwoch dann der Kurswechsel: Das Umweltministerium von Mecklenburg-Vorpommern erlaubt einen Versuch, Timmy doch noch zu retten.

Sollte ein weiterer Rettungsversuch von Timmy unternommen werden?

So soll das Tier mit Luftkissen angehoben und freigespült werden. Anschliessend soll es auf eine an Flossen befestigte Plane gelegt und so in die Fahrrinne gebracht werden. Wie genau dieser letzte Schritt stattfinden soll, wie teuer das Ganze ist und wie viele Menschen beteiligt sind, ist unklar.

Im Ticker von Nau.ch erfährst du alle neuen Entwicklungen rund um Timmy.

Wal-Rettung auf Freitag verschoben

16.30: Die Vorbereitungen für die Wal-Rettung werden erst morgen Freitag fortgesetzt. «Wir haben heute Vormittag leider Zeit verloren», sagte Rettungsinitator Walter Gunz gegenüber der «Bild».

Greenpeace nicht an Rettungsaktion beteiligt

12.43: Die Umweltschutzorganisation Greenpeace beteiligt sich nicht an der geplanten Rettungsaktion für den vor der deutschen Ostseeinsel Poel gestrandeten Buckelwal.

«Wir unterstützen die Rettungsaktion nicht, denn nach allen uns vorliegenden Informationen ist dieser Wal krank und stark geschwächt», teilte eine Sprecherin auf Nachfrage der Deutschen Presse-Agentur (dpa) mit.

Rettungsaktion gestartet

12.29: Mehrere Personen befinden sich jetzt beim Wal. Der Wal soll mit einer Luftkissen-Aktion gerettet werden.

Rettungsaktion bereits über zweieinhalb Stunden verzögert

10.49: Um 8 Uhr sollte es eigentlich mit der Rettungsaktion von Timmy losgehen. Die Vorbereitungen laufen bereits seit den frühen Morgenstunden. Auch die Taucher, die bei der Rettungsaktion mithelfen sollen, sind seit einiger Zeit vor Ort.

Jedoch tut sich auch zweieinhalb Stunden, nachdem die Walrettung hätte beginnen sollen, bisher nichts. Die Gründe dafür sind nicht klar. Unter den schaulustigen Beobachtern vor Ort wachst laut Reportern vor Ort die Nervosität, dass die Rettung heute nicht erfolgt.

Der Wal atme noch relativ stabil, sei aber eindeutig ein schwer kranker Patient, dessen Zustand sich verschlechtert, schreibt die «Bild».

Das sind die Millionäre, die Timmy nun doch retten wollen

07.32: Am Donnerstagmorgen soll der aufwendige Bergungsversuch von Buckelwal Timmy mit Luftkissen starten.

Finanziert und organisiert wird die Aktion von Unternehmerin Karin Walter-Mommert (62) und Walter Gunz (79). Gunz ist der Gründer von Mediamarkt. Walter-Mommert kommt aus der Pferdesport-Branche.

Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Till Backhaus machte dabei klar: Die Verantwortung liege allein bei den beiden Unternehmern. Der Staat träge keine Haftung für die Aktion. Wie die «Bild» berichtete, wurden bereits Katamarane bestellt, damit diese rechtzeitig eintreffen.

Mediamarkt
Mediamarkt-Gründer Walter Gunz (79) und Unternehmerin Karin Walter-Mommert (62) finanzieren die Wal-Rettung. - keystone

Der Plan sieht vor, ab 8 Uhr morgens Luftkissen unter den Wal zu schieben. Gleichzeitig soll der Schlick unter ihm weggespült werden. So kann er schonend angehoben werden. Danach soll Timmy auf eine Plane zwischen zwei schwimmenden Plattformen gehoben werden.

Anschliessend soll das Ganze in die rund 300 Meter entfernte Fahrrinne gezogen werden. Dort ist das Wasser tief genug für den Wal. Walter Gunz äusserte sich gegenüber «Bild» über das Team hinter der Aktion: «Die jetzige Truppe ist genial gut. Ich danke dem Schicksal.»

Läuft alles nach Plan, könnte der Transport bereits am Freitag beginnen. Ein Schlepper soll den Wal in Richtung Nordsee ziehen. Ziel ist es, Timmy schliesslich im Atlantik freizulassen.

Wie gut er einen solchen Transport übersteht, lässt sich derzeit schwer einschätzen. Während der gesamten Aktion wird eine Tiermedizinerin dabei sein.

Umweltschutzorganisation kritisiert Rettungsversuch

03.00: Während Fans von Timmy über den Rettungsversuch jubeln, kritisiert die Umweltschutzorganisation Sea Shepherd den Plan. Kampagnenleiter Florian Stadler sagt gegenüber «NDR», die Organisation sei nicht im Vorfeld informiert oder gefragt worden.

Timmy
Heute soll Timmy gerettet werden. - keystone

«Wir wissen nicht, ob es eine Art Gutachten gibt. Wir wissen nur, dass für die Beratungen keines der wissenschaftlichen Institute hinzugezogen wurde», so Stadler. Es liege keine meeresbiologische oder tiermedizinische Expertise vor.

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Kommentare

User #737 (nicht angemeldet)

Ich weiss nicht, was ich davon halten soll. Auf der einen Seite ist es schön, dass man ihm noch eine Chance gibt, auf der anderen bedeutet das alles auch Stress für ihn. Wie sieht es aus mit dem Netz im Maul: Kann man das entfernen, kann er fressen? Oder wird er dann im offenen Meer sterben. Was ist besser für ihn? Was ist sanfteres Sterben für ihn? Ich weiss es nicht und ich denke, all die Experten auch nicht.

User #3492 (nicht angemeldet)

Ich versteh nicht alles. Bis jetzt hiess es, man darf sich dem Wal nicht nähern, das erschreckt ihn, plötzlich sind die Helfer so nah, dass sie ihn berühren könnten. Ja was jetzt?

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