Timmy bewegt sich – schwimmt er sich nun doch frei?
Die Rettungsaktion für den gestrandeten Buckelwal Timmy wurde vorbereitet. Am Sonntag soll es endlich losgehen.

Das Wichtigste in Kürze
- Die finale Rettungsphase für Buckelwal Timmy startet heute Sonntag um 9 Uhr.
- Pontons, ein Netz und Luftkissen sollen den Wal schonend aus der Ostsee befördern.
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Seit dem 31. März liegt Buckelwal Timmy in der Bucht vor der Ostseeinsel Poel fest. 20 Tage Hoffen, Bangen und bürokratische Hürden liegen hinter den Rettern – heute Sonntag soll nun der grosse Tag sein.
Ab 9 Uhr startet nach Informationen von «Bild» die finale Phase der Rettungsaktion, an deren Ende Timmys Reise zurück in den Atlantik stehen soll. Am frühen Samstagabend gab Tierärztin Janine Bahr-van Gemmert in einem Update erneut Hoffnung zum Überleben von Timmy.
Die Expertin sagte vor den Medien, dass die gesichteten Bewegungen am Freitag keine «letzten Zuckungen» seien: «Sonst wäre er schon tot. Der Wal hat eine gute Chance.»
Im Ticker von Nau.ch erfährst du alle neuen Entwicklungen rund um Timmy.
Timmy wird am Sonntag nicht mehr aus der Bucht gebracht
20.23: Der in der Ostsee gestrandete Buckelwal wird am Sonntag nicht mehr aus der Bucht der Insel Poel gebracht.
Der Wasserstand sei gestiegen, was ein Begleiten des Wals wie geplant unmöglich mache, sagte Mediamarkt-Mitgründer Walter Gunz, der Deutschen Presse-Agentur.
Initiator sieht Wal-Rettungsversuch wieder bei «Stunde null»
19.23: Einen Versuch zur Rettung des in Mecklenburg-Vorpommern gestrandeten Wals wird es am Sonntag nicht mehr geben.
«Wir können ja nicht», sagte Mediamarkt-Mitgründer Walter Gunz, der die Aktion zusammen mit der Unternehmerin Karin Walter-Mommert finanziert, der Deutschen Presse-Agentur. Dem Team seien die Hände gebunden.
Er begründete dies mit dem gestiegenen Wasserpegel, der ein Anbringen der Pontons und ein Begleiten des Wals unmöglich mache. «Hätten wir gestern wunderbar machen können.»

Gunz sieht den derzeit laufenden Rettungsversuch vor Poel wieder bei Stunde null. «Gestern hätten wir die richtige Wasserhöhe noch gehabt», sagte er. «Heute haben wir plötzlich 70 Zentimeter mehr.» Das sei eine ganz andere Situation.
Der Wal registriere vollumfänglich, dass er völlig frei sei. Daher sei die Frage, «ob sich dieser Wal noch geleiten lässt». Das lang erdachte Konzept sei so nicht durchzusetzen. «Jetzt sind wir quasi irgendwo Stunde null.»
Gunz beklagte zugleich Verzögerungen durch Bürokratie, «die uns eineinhalb bis zwei Tage zurückgeworfen haben». «Jetzt brauchen wir ein Wunder», sagte Gunz.
Timmy bewegt sich – schwimmt er sich nun doch frei?
16.19: In einer Pressekonferenz sagt der Umweltminister von Mecklenburg-Vorpommern, Till Backhaus: «Er atmet, nimmt Dinge wahr, er signalisiert, er vokalisiert und er zeigt auch Aktionen. Das deutet an, dass er auch aktiv ist.» Timmy gehe es den Umständen entsprechend gut.
Falls sich der in der Ostsee gestrandete Buckelwal aufgrund des steigenden Wasserstandes doch auf einmal selbst freischwimmen würde, ist das Team der privaten Hilfsinitiative eigenen Angaben zufolge vorbereitet.

Weil das Tier in den Morgenstunden wieder sehr aktiv gewesen sei, habe das Team bereits den vorbereiteten Plan B aktiviert, sagte Rechtsanwältin Constanze von der Meden bei der Pressekonferenz der privaten Rettungsinitiative im Hafen von Kirchdorf.
«Das heisst, die DLRG-Boote sind auf Stand-by, dass für den Fall, dass er losschwimmt, wir ihn dann leiten können. Und es ist sichergestellt, dass wir ihn dann auch bis in die Nordsee und dann über die Nordsee in den Atlantik guiden können», so von der Meden.
Der Wasserstand könne in den kommenden Stunden bis zu 70 Zentimeter steigen, sagt Umweltminister Backhaus. «Das könnte dazu führen, dass er sich entscheidet, das wäre für mich das Schönste, dass er sich auf den Weg macht.»
Wal-Rettungsinitiative will keine Zeit mehr verlieren
13.52: Ein Transport des gestrandeten Wals könnte nach Plänen der privaten Rettungsinitiative durchaus auch spätabends oder nachts starten.
«Tatsache ist, dass wir einen Tag verloren haben durch unsägliche bürokratische Massnahmen», sagte einer der Geldgeber, Mediamarkt-Gründer Walter Gunz. Man wolle jetzt möglichst schnell vorankommen und keine Zeit mehr verlieren. Nach seinen Kenntnissen spiele es keine Rolle für den Rettungsversuch, ob es hell oder dunkel sei.
Wal soll transportiert werden – Zeit noch offen
10.53: Wann geht es für den gestrandeten Wal Richtung offenes Meer? Ob der Buckelwal am Sonntag transportiert werden kann, ist noch offen. Dem Wal solle die für den Transport benötigte Plane vorgelegt werden, wie ein Teammitglied der privat finanzierten Rettungsaktion sagte. Dann müsse man sehen, wie er darauf reagiere.
Am Sonntagmorgen waren zwischen dem Hafen in Kirchdorf und dem vor der Insel Poel liegenden Wal immer wieder DLRG-Boote unterwegs. Sie sind auch zur Sicherung des Einsatzpersonals vor Ort. Insgesamt sind fünf DLRG-Boote und ein Jet-Ski am Hafen von Kirchdorf, etwa 20 DLRG-Kräfte sind rund um den Buckelwal im Einsatz.
Darum ist der Rücken von Timmy weiss
09.50: Neue Bilder vom Sonntagmorgen zeigen Fridolin mit einer weissen Oberfläche, die eigentlich dunkel sein sollte.

Die «Bild» erklärt, dass eine Rettungskraft eine Zinksalbe aufgebracht habe, um die schwer verletzte Haut des Tieres zu behandeln.
Zeitplan in Verzug
09.20: Ab 09.00 Uhr Uhr planten die Retter, die Pontons-Konstruktion für Timmy zusammenzusetzen oder das Netz in Position zu bringen. Beides ist bislang nicht passiert. Einzig der Baggerfahrer auf der Rettungsinsel schaufelt weiter Schlamm aus der Fahrrinne.
Ab 9 Uhr soll Timmy endlich gerettet werden
04.00: Um Punkt 9 Uhr startet nach «Bild»-Informationen die finale Phase der Rettung von Timmy dem Buckelwal. Zuerst werden die beiden Pontons in Transportposition gebracht, dazwischen wird ein Netz gespannt, auf dem Timmy liegen soll.
Luftkissen unter den Flossen sollen verhindern, dass sich der Wal am Netz verletzt. Parallel wird ein letztes Stück Weg zur Fahrrinne ausgebaggert.

Wenn alles klappt, wird Timmy angehoben, ins Netz gebracht – und kann dann auf die weite Reise in den Atlantik starten. Das Tempo gibt der Wal selbst vor. Sein Zustand ist laut Medienberichten gut, einem Abschied aus der Ostsee stehe nichts mehr im Weg.
Hindernisse der Bürokratie sind beseitigt
Dass es heute schneller vorangeht als an den Vortagen, hat Umweltminister Till Backhaus persönlich zugesichert. Mediamarkt-Gründer Walter Gunz, der die Aktion zusammen mit Unternehmerin Karin Walter-Mommert finanziert, hatte am Samstag deutliche Worte gefunden.
«Ich habe Backhaus ganz klar erklärt, dass er die ganze Aktion gefährdet. Daraufhin hat er mir zugesagt, alle weiteren Hindernisse der Bürokratie persönlich zu beseitigen», so Gunz zu «Bild».

Zuvor hatten Genehmigungsverfahren die Arbeiten immer wieder ausgebremst – jeder einzelne Schritt musste schriftlich bewilligt werden. Am Samstag versuchten die Retter ausserdem, Timmys Maul zu öffnen, um ein Geisternetz zwischen den Barten zu begutachten. Laut Backhaus kam dabei sogar ein Endoskop zum Einsatz, entfernt wurde aber nichts.












