Richtfest am BER: Zusatzterminal soll pünktlich fertig sein

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Deutschland,

Es besser machen als anderswo und das ohne Bauerfahrung: Auch dieser Ehrgeiz führte in Berlins Flughafendebakel. Nun lassen die Betreiber andere machen. Und denken über die Zukunft des Fliegens nach.

Planmässig fertiggestellt: Der Rohbau des Terminals 2. Foto: Soeren Stache
Planmässig fertiggestellt: Der Rohbau des Terminals 2. Foto: Soeren Stache - dpa-infocom GmbH

Das Wichtigste in Kürze

  • Schlüsselfertig und einfach gebaut: Diese Vorgaben sollen beim Ausbau des künftigen Hauptstadtflughafens weitere Termin- und Kostendebakel verhindern.

Rund zehn Monate nach Baubeginn zogen die Verantwortlichen am Dienstag in Schönefeld den Richtkranz über einem weiteren Terminal hoch, das Platz für zusätzliche sechs Millionen Passagiere im Jahr bieten soll. Ein Generalunternehmer baut das Terminal 2 nach einfachem Industriebaustandard.

«Es ist keine Kathedrale des Verkehrs», sagte Flughafenchef Engelbert Lütke Daldrup. Eine solche Kathedrale habe man schon mit dem Hauptterminal T1, das von Oktober 2020 an bis zu 27 Millionen Fluggäste im Jahr nutzen sollen. Seine Eröffnung lässt seit 2011 auf sich warten - auch weil es durch hohe gestalterische Ansprüche und zahlreiche Umplanungen so komplex wurde, dass niemand mehr die Haustechnik beherrschte.

Statt Holzvertäfelung und Natursteinböden wie im T1 soll es im T2 Beton und freie Raumdecken geben, unter der die einfach gehaltene Technik hängt. 200 Millionen Euro fliessen nach Flughafenangaben in das Zusatzterminal sowie in Wege, Bushaltestellen und ein Gebäude für die Bundespolizei.

Das Terminal werde rechtzeitig zum Oktober 2020 fertig werden, versicherte der Bauunternehmer Kurt Zech. «Ich habe dafür Wetten angenommen.» Die Flughafengesellschaft hatte Zech als Generalunternehmer bestellt - auch eine Lehre aus den Problemen im T1. Dort war das Staatsunternehmen mit der Bauleitung überfordert.

«Wir haben Jahre gebraucht, die Baukatastrophe des BER in Ordnung zu bringen», sagte Lütke Daldrup. Inzwischen liefen finale Prüfungen der technischen Anlagen im T1. Es reicht aber voraussichtlich nicht aus, um im nächsten Jahr die Altflughäfen Tegel und Schönefeld zu ersetzen; von dort flogen 2018 insgesamt schon rund 35 Millionen Menschen. Schönefeld soll deshalb als Teil des BER bis 2025 in Betrieb bleiben.

Die Betreiber gehen von weiter wachsenden Passagierzahlen aus - trotz laufender Klimadebatten. «Die Menschen wollen in den Urlaub fliegen, Geschäftsreisende brauchen die Verbindungen», sagte Lütke Daldrup. Vor allem mehr Langstreckenverbindungen seien nötig, nicht aber jeder Flug «um die Ecke». «Ob wir jede innerdeutsche Verbindung brauchen, darüber wird man sicher reden müssen.» So gebe es keine Flüge mehr von Berlin nach Nürnberg, da dort inzwischen die Bahn attraktiver sei. «Auch andere Standorte werden sich sicher stärker auf die Bahn transferieren.»

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