EU

Bald ist es soweit: Briten treten um Mitternacht aus der EU aus

Keystone-SDA
Keystone-SDA

Grossbritannien,

Mit jeder Sekunde rückt der Brexit näher. In der Nacht zum Samstag wird das Land die Europäische Union nach knapp 50 Jahren endgültig verlassen.

Britische Flagge vor Big Ben
Britische Flagge vor Big Ben - AFP/Archiv

Das Wichtigste in Kürze

  • In der Nacht zum Samstag wird das Land die EU nach knapp 50 Jahren endgültig verlassen.
  • In einer elfmonatigen Übergangsphase werden Gespräche über künftige Beziehungen beginnen.
  • Dabei werden wieder viele Konflikte erwartet.

Schritt für Schritt rückt der Brexit näher. Am Donnerstag haben die 27 bleibenden EU-Staaten der Ratifizierung des Austrittsabkommens mit Grossbritannien zugestimmt.

In der Nacht zum Samstag wird das Land die Europäische Union nach knapp 50 Jahren endgültig verlassen. Erst dann können die Gespräche über die künftigen Beziehungen beginnen.

brexit
Die EU-Staaten haben der Ratifizierung des Austrittsabkommens mit Grossbritannien zugestimmt. Im Bild das Wandgemälde des britischen Graffiti-Künstlers Banksy zum Brexit in der südenglischen Hafenstadt Dover. (Archivbild) - sda - KEYSTONE/EPA/pro

In einer elfmonatigen Frist soll geklärt werden, wie es ab 2021 im Handel und in anderen Bereichen weitergehen soll. Kritiker halten den Zeitraum für viel zu kurz. Sie erwarten Konflikte.

Kein uneingeschränkter Zugang zum Binnenmarkt

Die Spitzen der Europäischen Union haben unmittelbar vor dem Brexit bekräftigt, dass Grossbritannien nach dem Austritt aus der Gemeinschaft keinen uneingeschränkten Zugang zum europäischen Binnenmarkt mehr haben könne.

Brexit
Eine Brexit-Gegnerin bei einer Demonstration in London am Donnerstag. - AP

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen, Ratspräsident Charles Michel und EU-Parlamentspräsident David Sassoli schrieben in einem gemeinsamen Beitrag für die «Frankfurter Allgemeine Zeitung» (Freitagausgabe), keine Entscheidung sei folgenlos.

Allerdings kündigten sie an, hart daran zu arbeiten, «für unsere Zukunft als Verbündete, Partner und Freunde gemeinsame neue Wege der Zusammenarbeit zu finden».

Selbst über Zukunft bestimmen

Auch Grossbritannien wolle weiter eng mit der EU zusammenarbeiten, schreibt der britische Aussenminister Dominic Raab in einem Beitrag für die Zeitung. «An der Seite unserer europäischen Partner engagieren wir uns also weiterhin. Für den Ausbau des Handels, die Verbesserung der Sicherheit und die Bewältigung gemeinsamer Herausforderungen auf der ganzen Welt.»

Brexit
Grossbritannien verlässt am Freitag die EU. Foto: Kirsty Wigglesworth/AP/dpa - dpa-infocom GmbH

Vor allem aber werde Grossbritannien eine unabhängige Nation sein. Die selbst über ihre Zukunft bestimmen könne und die Kontrolle über ihre Grenzen, ihre Gesetze und ihren Handel haben werde.

Raab kündigt an, bis Ende dieses Jahres sollten die bestmöglichen Vereinbarungen für neue Beziehungen ausgehandelt werden. Diese sollen dem Willen des Volkes beim Referendum von 2016 Rechnung tragen.

«Kanada-Modell» als Handelsabkommen

Der britische Premierminister Boris Johnson würde sich einem Zeitungsbericht zufolge auf ein Handelsabkommen mit der EU einlassen, wie es deren Brexit-Chefunterhändler Michel Barnier vorgeschlagen habe.

Brexit-Vertrag unterzeichnet
Der britische Premierminister Boris Johnson unterzeichnet das Austrittsabkommen der Europäischen Union mit Grossbritannien in der Downing Street 10. - Andrew Parsons/No10 Downing St/dpa

Es handle sich um das sogenannte Kanada-Modell. Dies berichtet die englische Tageszeitung «Times» unter Berufung auf Inhalte einer Rede, die Johnson am Montag halten wolle.

Das Modell basiere auf dem Handelsabkommen zwischen der EU und Kanada. Und erlaube einen nahezu zollfreien Warenhandel, umfasse aber auch Grenzkontrollen. Grossbritanniens grosser Dienstleistungssektor würde ausgeklammert.

Kommentare

Weiterlesen

Brüssel/London
Brexit
13 Interaktionen
Austritt am Freitag
boris johnson brexit
20 Interaktionen
Fakten-Check

MEHR IN NEWS

Schaffhauser Polizei
1 Interaktionen
Schaffhausen
Geothermie
6 Interaktionen
Energie-Hoffnung
gabbar
7 Interaktionen
Für kranken Ehemann
china bayer
Pharmawachstum

MEHR EU

24 Interaktionen
Bern
3 Interaktionen
Aargau
Dünger
9 Interaktionen
Brüssel
Itamar Ben Gvir
20 Interaktionen
Empörung hält an

MEHR AUS GROSSBRITANNIEN

Brexit Grossbritannien
12 Interaktionen
Grossbritannien
pep guardiola
11 Interaktionen
«Was für eine Zeit»
Kate William
7 Interaktionen
London
Andrew
27 Interaktionen
Sexualdelikt