Im Prozess um die Terroranschläge in Paris bestreitet der Hauptangeklagte Abdeslam seine Rolle bei den Attacken. Er habe im Vorfeld von nichts gewusst.
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Skizze von Abdeslam im Gerichtssaal. (Archivbild) - AFP/Archiv

Das Wichtigste in Kürze

  • Salah Abdeslam steht wegen seiner Rolle bei den Pariser Terroranschlägen vor Gericht.
  • Nun hat er bestritten, zu der Vorbereitung der Attacken wissentlich beigetragen zu haben.
  • Er habe zwar Islamisten nach Belgien gefahren, aber nicht gewusst, was sie planten.

Derzeit findet der Prozess um die islamistischen Terroranschläge 2015 in Paris mit 130 Toten statt. Nun hat der Hauptangeklagte bestritten, wissentlich eine grosse Rolle bei der Vorbereitung der Attacken gespielt zu haben.

Zwar habe er mehrere syrische Islamisten mit dem Auto von Ungarn nach Belgien gefahren, sagte Salah Abdeslam am Dienstag. Dass sie mutmasslich zu dem Kommando gehörten, das später die Anschläge verübte, habe er jedoch nicht gewusst.

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Salah Abdeslam steht derzeit vor Gericht. - Twitter

«Hatte man Ihnen gesagt, dass das Menschen sind, die Attentate in Europa verüben wollen», fragte der Vorsitzende Richter. «Nein», antwortete der 32-jährige Franzose – auf etliche Fragen gab er aber keine Antwort. Bei weiteren Fahrten mit von ihm gemieteten Autos war er nach eigener Aussage nicht beteiligt. Aufgrund von Handydaten hält die Anklage dies für wahrscheinlich.

Anschlag mit 130 Toten und 350 Verletzten

Bei der Anschlagsserie am 13. November 2015 erschossen Extremisten im Konzertsaal «Bataclan» sowie in Bars und Restaurants 130 Menschen. Es gab 350 Verletzte.

Am Stade de France sprengten sich zudem während eines Fussball-Länderspiels zwischen Deutschland und Frankreich drei Selbstmordattentäter in die Luft. Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) reklamierte die Taten für sich. Angeklagt sind insgesamt 20 mutmassliche Islamisten.

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Der Pariser Konzertsaal Bataclan, einer der Ziele der Pariser Anschläge von 2015. - AFP/Archiv

Abdeslam ist einziger Überlebender des Terrorkommandos. Er soll in Paris einen Sprengstoffgürtel gehabt, ihn aber nicht gezündet, sondern in einem Vorort weggeworfen haben.

Er habe sich umentschieden, sagte er vor einigen Wochen vor Gericht. Zu Unrecht werde er als Mörder dargestellt. Die Leute, die getötet hätten, seien nicht mehr da, meinte Abdeslam am Dienstag. In Belgien wurde er bereits zu 20 Jahren Gefängnis verurteilt.

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