Der CSU-Politiker Andreas Scheuer will mit seiner «drei plus drei plus drei Formel» drei weitere Atomkraftwerke für die Energieversorgung der Wirtschaft.
Andreas Scheuer
Andreas Scheuer (CSU), Bundesminister für Verkehr und digitale Infrastruktur, weist die Vorwürfe zurück. Foto: Kay Nietfeld/dpa - dpa-infocom GmbH
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Das Wichtigste in Kürze

  • Der CSU-Politiker und frühere Verkehrsminister will weitere Atomkraftwerke bauen.
  • Andreas Scheuer warnt vor einer Grünen «Ideologiefalle»
  • Er will eine verlässliche Energieversorgung für die Wirtschaft in Deutschland.

In der Debatte um die künftige Energieversorgung in Deutschland setzt der ehemalige Verkehrsminister Andreas Scheuer auf Kernkraft. Er warnt vor einer Grünen-«Ideologiefalle».

«Meine Formel lautet drei plus drei plus drei: Drei Kernkraftwerke müssen länger laufen. Drei müssen reaktiviert werden und drei müssen neu gebaut werden», sagte der CSU-Politiker der «Welt am Sonntag».

Andreas Scheuer will Energieversorgung für die Wirtschaft

«Wir brauchen eine verlässliche Versorgung der Wirtschaft mit Energie, sonst schreitet die Deindustrialisierung Deutschlands voran.» Deutschland sei zum Bittsteller in der Welt geworden und hole sich Abfuhren für neues Gas in Katar, Kanada und Norwegen. Deutschland stecke in der Ideologiefalle der Grünen, sagte Andreas Scheuer.

RWE Symbol
Atomkraftwerk des RWE in Deutschland. - keystone

Wegen der Energiekrise, die sich durch den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine zugespitzt hat, gibt es seit Monaten eine Debatte. Ob die drei verbleibenden Atomkraftwerke in Deutschland länger weiterlaufen sollen, als die geltende Gesetzeslage vorsieht. Die Betriebsgenehmigung des Atommeilers Isar 2 in Bayern soll eigentlich zum Jahresende erlöschen. Ebenso wie die der beiden anderen noch verbliebenen Reaktoren Emsland in Niedersachsen und Neckarwestheim 2 in Baden-Württemberg.

Längere Laufzeit möglich

Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) hält längere Laufzeiten für Atomkraftwerke für möglich. Die SPD-Vorsitzende Saskia Esken hatte aber gesagt: Der Ausstieg aus der Kernenergie werde nicht revidiert und dies mit hohen Kosten und offenen Fragen der Atommüll-Entsorgung begründet.

2011 hatte die damalige Kanzlerin Angela Merkel (CDU) nach der Atomkatastrophe im Fukushima den schrittweisen Ausstieg aus der Kernenergie beschlossen. In der Union war der Atomausstieg bereits vor der jüngst wieder aufgeflammten Debatte über lange Jahre sehr umstritten.

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