Klage

    Nachbarin ist behinderter Sohn zu laut – Familie droht Rauswurf

    Simon Ulrich
    Simon Ulrich

    Deutschland,

    Lukas (11) ist schwerbehindert und kann zeitweise laut werden. Nun kämpft seine Familie vor Gericht gegen die fristlose Kündigung ihrer Wohnung.

    behindert
    Wegen angeblich unzumutbaren Lärms kündigen Vermieter einer Familie aus dem Münchner Umland. Der elfjährige Sohn ist schwerbehindert. (Symbolbild) - magnific

    Das Wichtigste in Kürze

    • Eine Familie bei München kämpft gegen die Kündigung ihrer Wohnung.
    • Grund sind Lärmbeschwerden wegen des schwerbehinderten Sohnes Lukas.
    • Die Vermieter halten die Wohnanlage für ungeeignet und klagten.

    Eine Familie aus dem Münchner Umland kämpft vor Gericht gegen die Kündigung ihrer Wohnung. Markus L., seine Frau Ulrike L. und ihr elfjähriger Sohn Lukas leben seit zehn Jahren dort.

    Lukas hat die genetische Störung Idic 15, ist schwerbehindert, spricht nicht und kann zeitweise laut werden.

    Vermieter kündigen wegen Lärmbeschwerden

    Im letzten Winter kündigten Vermieter das Mietverhältnis fristlos wegen einer angeblich unzumutbaren Lärmsituation.

    «Wir waren schockiert», sagt Ulrike L. gegenüber der «Bild»-Zeitung. Laut der Familie gab es zwar vor zwei Jahren Beschwerden, als Lukas wegen Infektionen unruhige Nächte hatte.

    Danach hätten sie ihn in ein anderes Zimmer verlegt und eine Chat-Gruppe mit den Hausbewohnern eingerichtet. «Wir hatten den Eindruck, dass alles geklärt war», so Markus L.

    Doch ein Jahr später folgte die Klage.

    Anwalt hält Wohnanlage für ungeeignet

    Vor dem Amtsgericht München argumentierte der Anwalt der Vermieter, die Wohnanlage sei für ein schwerbehindertes Kind nicht geeignet. «Die Familie bräuchte ein Einfamilienhaus», zitiert ihn «Bild».

    Markus L. sagt dagegen, nur eine Nachbarin beschwere sich. Die Lärmprotokolle, die sie der Verwaltung zukommen liess, seien zudem falsch.

    Sollte eine Familie wegen des krankheitsbedingten Lärms eines schwerbehinderten Kindes die Wohnung verlieren können?

    Über 100 Videos, die Lukas wegen seiner Anfälle dokumentieren, zeigten ihn zu angeblichen Störzeiten weitgehend ruhig im Bett oder beim Spielen.

    Richter sieht hohe Hürden für Kündigung

    Der Richter machte deutlich: «Bei Kindern und Kranken liegen die Hürden hoch.»

    Die Familie will in der Wohnung bleiben, sucht aber bereits nach einer Alternative. Bisher ohne Erfolg.

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    Kommentare

    User #1578 (nicht angemeldet)

    Links, rechts, links, rechts, etc… ist das euer Lebensinhalt? 🥺

    User #5607 (nicht angemeldet)

    Finde es gut, dass ich nicht der einzige bin, der sich hier gegen die völlig unpassenden und kritikunfähigen Hetz- und Hasskommentare gegen Links wehrt.

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