Waldbrände: Hunderte in Frankreich festgenommen – auch Minderjährige
Seit dem 1. Juli wurden in Frankreich 474 Personen wegen Brandstiftung festgenommen, darunter 183 Minderjährige.

Das Wichtigste in Kürze
- Seit dem 1. Juli wurden in Frankreich 474 Personen wegen Brandstiftung festgenommen.
- 70 Prozent der Tatverdächtigen sollen die Brände vorsätzlich gelegt haben.
- Waldbrände zwingen Hunderttausende zur Flucht und fordern mehrere Todesopfer.
In Frankreich wurden seit Beginn des Sommers fast 500 Personen wegen des Verdachts auf Brandstiftung festgenommen. Das hat das französische Innenministerium laut dem britischen Nachrichtenportal «The Guardian» mitgeteilt.
60 Prozent aller Europäer hatten am Freitag zudem mit Temperaturen von mindestens 30 Grad zu kämpfen. Rund 150 Millionen Menschen mussten sogar 35 Grad oder mehr aushalten. Europa ist laut Wissenschaftlern der Kontinent, der sich weltweit am schnellsten erwärmt.

Der EU-Klimadienst Copernicus warnte in seinem wöchentlichen Bericht vor «sehr extremen» Bedingungen. Betroffen sind weite Teile Mittel- und Osteuropas sowie einzelne Gebiete in Südengland, Irland, Nordfrankreich und Südschweden.
Frankreich verzeichnet fast 500 Festnahmen seit Juli
Seit dem 1. Juli wurden in Frankreich 474 Personen festgenommen, darunter 183 Minderjährige. Rund 70 Prozent sollen Brände vorsätzlich gelegt haben, bei den übrigen Fällen wird von einer versehentlichen Brandverursachung ausgegangen.
Unter den Festgenommenen ist laut französischen Medien auch ein 15-Jähriger. Er soll einen Brand nahe dem Flughafen Bordeaux verursacht haben. Bei dem Feuer kamen im Juli zwei Feuerwehrleute ums Leben.

Am Freitag mussten mehr als 525 Menschen aus Luglon im Südwesten Frankreichs evakuiert werden. Dort zerstörte ein Waldbrand innerhalb von 24 Stunden fast 1100 Hektaren trockenen Kiefernwald.
«Die Lage ist ungünstig und das Feuer wütet weiterhin», sagte der regionale Beamte Gilles Clavreul. Rund 500 Feuerwehrleute und sechs Löschflugzeuge waren im Einsatz.
In Frankreich mussten in diesem Sommer bereits mehr als 220'000 Menschen wegen Waldbränden evakuiert werden.
Evakuierungen treffen Tausende Menschen in mehreren Ländern
Auch in Westdeutschland spitzte sich die Lage am frühen Freitagmorgen zu. Mehr als 2000 Menschen mussten ihre Häuser verlassen. Denn: Ein Waldbrand im Hürtgenwald hatte sich bis auf wenige hundert Meter an das Dorf Gey ausgebreitet.

Zusätzlich erschwerte Munition aus dem Zweiten Weltkrieg die Löscharbeiten. Laut dpa detonierte sie in den Flammen, weshalb die Feuerwehr das Gebiet nahe der belgischen Grenze meiden musste.
Halb Europa leidet unter Bränden
Auch Kroatien ist betroffen: An der dalmatinischen Küste breitet sich ein durch starke Winde angefachter Waldbrand auf die Touristenstadt Lokva Rogoznica aus. Eine Person kam ums Leben, rund 1200 Menschen wurden evakuiert, 40 verletzt.

«Es war ein heftiger Brand, er hat alles auf seinem Weg mitgerissen», sagte Feuerwehrchef Slavko Tucakovi. Es sei ein enormer Sachschaden entstanden.
Spanien und Griechenland kämpfen ebenfalls gegen die Flammen. In Spanien wurde ein Kloster bedroht, das wichtige Kunstgegenstände und die Überreste dreier aragonesischer Könige beherbergt.

In Nordgriechenland mussten rund 500 Feriengäste per Boot von Stränden nahe Siviri und Fourka evakuiert werden. Zwei Feuerwehrleute wurden verletzt. Für weite Teile des griechischen Festlands gilt die höchste Brandwarnstufe.












