Hacker erbeuteten eine halbe Million an Logindaten der Videochat-App Zoom und verkauften sie im Dark Web.
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Videotelefonkonferenz-Softwareprogramme wie Zoom boomen seit der Pandemie des Coronavirus. - dpa

Das Wichtigste in Kürze

  • Zoom ist eine der beliebtesten Videokonferenz-Anwendungen überhaupt.
  • Das könnte sich bald ändern: Die Reputation der Firma wird immer schlechter.
  • Nach Datenschutz-Skandalen und Sicherheitslücken wurden jetzt 500'000 Logins verkauft.
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Zoom, eine der beliebtesten Videokonferenz-Anwendungen überhaupt, hat es nicht leicht. Eine Negativschlagzeile jagt die nächste.

Angefangen hat es damit, dass der Konzern offenbar heimlich sensible Nutzerdaten an Facebook verkaufte. Es folgten weitere Enthüllungen, besonders im Fokus lagen sicherheitstechnische Probleme. So konnten sich teilweise beliebige Personen in Video-Chats einklinken. In manchen Fällen wurden dabei pornografische Inhalte, beispielsweise bei Business Meetings, eingeblendet.

Aktie hob dank Virus ab wie eine Rakete

Dabei lief für das Unternehmen eigentlich alles rund: Der Aktienwert war innert kürzester Zeit um mehr als 110 Prozent (von 70 auf 160 Dollar) gestiegen. Dies, weil Aktionäre auf Quarantäne-bedingte Videokonferenzen und somit steigenden Gewinn gesetzt hatten.

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Zoom-CEO Eric Yuan gelobte nach Kritik Besserung bei Sicherheit und Datenschutz. Eine halbe Million Nutzerdaten wurden im Dark Web verkauft. - dpa

Mit ihrer Prognose lagen sie goldrichtig. Waren es im Dezember 2019 noch 10 Millionen Nutzer, sind es zurzeit rund 200 Millionen. Jetzt macht jedoch eine weitere Meldung Schlagzeilen, welche die bereits etwas angeschlagene Aktie (135 Dollar) zum Sinken bringen könnte.

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Nach Ausbruch des Coronavirus stieg die Aktie von Zoom ins Unermessliche. Auch der Verkauf von Nutzerdaten im Dark Web stieg beachtlich an. - Google

Zoom im Dark Web: Halbe Million Login-Daten wurden verkauft

So erbeuteten Hacker die Login-Daten von über 500'000 Zoom-Konten und stellten diese kurzerhand ins Dark Web zum Verkauf. Dazu gehörten E-Mail-Adressen, Passwörter, Pins und die Webadressen zu Zoom-Meetings.

Das Ausmass dieses Umstands wäre verheerend, wenn da nicht das singapurische Sicherheitsunternehmen Cyble wäre: Für zirka 2 Rappen pro Datensatz konnte die Firma einen Grossteil der Informationen für gerade mal 1000 Franken einkaufen. «BleepingComputers» berichteten als Erste darüber.

Daraufhin kontaktierte die Firma Cyble die betroffenen Nutzer via E-Mail. Der Schaden wurde somit geringgehalten und gleichzeitig äusserst günstiges Marketing betrieben. Allerdings hatten die Hacker zuvor, quasi zu Werbezwecken, viele Zugangsdaten von Zoom im Dark Web verschenkt. Dies lässt sich nicht rückgängig machen.

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Eine Login-Maske mit User-Name und Passwort (Symbolbild). Eine halbe Million Nutzerdaten von Zoom wurden im Dark Web verkauft. - Pixabay

Aber wie wirkt sich diese Meldung nun auf die Reputation von Zoom ob des Dark Web-Skandals aus? Laut der IT-Sicherheitsfirma waren unter anderem Institutionen und Unternehmen aus dem Bildungs- und Banken-Sektor betroffen. Nachdem sich in jüngster Vergangenheit bereits etliche Grossunternehmen wie Google und Tesla von Zoom abwandten, dürften jetzt weitere folgen.

Wie die Hacker an die Daten gelangt sind, ist nicht bekannt. Es waren auch andere Unternehmen betroffen. Zoom gehört davon zu den bekanntesten.

Nicht auszuschliessen ist zudem, dass hier Fahrlässigkeit der Nutzer und nicht des Unternehmens Ursache allen Übels ist. Genaueres, dürfte demnächst bekannt werden.

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