In der Schweiz belaufen sich die Black-Friday-Umsätze dieses Jahres auf einem ähnlichen Niveau wie noch 2020. Auch die Schweizerische Post ist gefragt.
Black Friday
Symbolbild zum Black Firday. - Keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • Die diesjährigen Umsätze des Black Fridays können jene des Vorjahres nicht toppen.
  • Vor allem Elektronikprodukte stehen hoch im Kurs.
  • Doch Lieferkettenprobleme schränken die Auswahl bei Rabatten teils ein.

Seit heute Nacht läuft der Black Friday. Wegen der Coronapandemie shoppen erneut viele Kunden von zu Hause aus. Die Umsätze bewegen sich dabei laut Händlern etwa auf dem Niveau von 2020.

Daniel Rei, Unternehmenssprecher vom Internethändler Brack, sagte auf Anfrage der Nachrichtenagentur AWP: «Der Besucheransturm seit Aufschaltung der Angebote bis jetzt entwickelt sich ungefähr auf demselben hohen Niveau wie im Vorjahr.»

Erste Produkte kurz vor Mitternacht ausverkauft

Ähnlich klingt es bei der Migros-Tochter Digitec Galaxus. Bezüglich Website-Zugriffen, Bestellungen und Umsatz liege Digitec Galaxus «auf ähnlichem Niveau wie im Vorjahr.» Bereits kurz nach Mitternacht seien aber die ersten Produkte ausverkauft gewesen.

Konkurrent Brack verspürte ebenfalls bereits am Vorabend einen ersten Peak im Online-Shop, zwischen 22 Uhr und 1 Uhr nachts. «So ab 5 Uhr morgens ging es dann wieder massiv los», sagte Rei.

Galaxus
Logo von Galaxus. - Galaxus

Was die Produkte anbelange, so stünden Elektronikprodukte hoch im Kurs, allen voran Fernseher und Notebooks, heisst es bei Brack. Unter den Top-Produkten in den anderen Kategorien fänden sich Duvets, smarte Beleuchtung, Fitnessgeräte, Windeln und Getränke.

Lieferkettenprobleme halten Händler auf Trab

Eine Enttäuschung zeichnet sich am diesjährigen Black Friday indes für Gamer ab. Digitec Galaxus etwa verzichtet auf die bei Zockern beliebten Grafikkarten-Deals. Diese Produkte sind derzeit stark von der weltweiten Halbleiterknappheit betroffen, weshalb es Lieferprobleme gibt.

Überhaupt hielten die globalen Lieferkettenprobleme die Detailhändler dieses Jahr vor dem Black Friday auf Trab.

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Das Logo von Interdiscount prangt an einer Gebäudefassade. - Keystone

Eine Sprecherin der Coop Töchter Interdiscount und Microspot teilte mit: «Der Einkauf war mehr gefordert als sonst.» Immerhin habe man aufgrund des grossen Sortiments «fast immer» auf Alternativprodukte zurückgreifen können.

Vereinzelt müssten Kunden auch mit längeren Lieferzeiten rechnen. Sie erklärte: «Im Fall von längeren Lieferzeiten als gewöhnlich sind diese bereits bei der Bestellung für die Kundinnen und Kunden ersichtlich,»

Auch Post ist gefragt

Den Shopping-Rausch der Konsumenten spürt man übrigens auch bei der Post. Man stehe in den nächsten Tagen und Wochen vor einem Belastungstest, schrieb sie in einem am Freitag publizierten Communiqué. «Zwischen Black Friday und Weihnachten erwarten wir Rekordmengen bei Pakten», wurde Logistik-Services-Leiter Johannes Cramer zitiert.

«Der Black Friday ist also nur der Startschuss», so Cramer. Er rechnet damit, dass die Post ab morgen bis Weihnachten jeden Tag rund 1 Million Pakete zustellen wird. Zum Vergleich: Der Rekord von 1 Million Paketen pro Tag wurde erst 2020 erstmals geknackt. Dieses Jahr rechnet die Post an Spitzentagen gar mit 1,5 Millionen Paketen am Tag.

Unia Serge Gnos
Die grösste Gewerkschaft der Schweiz, die Unia. - Keystone

Das Ausmass der Paketflut führte jedoch auch zu kritischen Stimmen. Das Hilfswerk Solidar Suisse hatte gar eine Petition gegen die «Konsumorgie» lanciert. Dies, um die Detailhändler aufzufordern, den Black Friday zu stoppen. Bis am Freitagnachmittag haben diese rund 24'500 Menschen unterschrieben.

Die Gewerkschaft Unia nutzte den Black Friday derweil, um eine Entlastung der Arbeitnehmenden zu fordern. Lange Arbeitstage ohne absehbaren Arbeitsschluss und unbezahlte Überstunden drohten den Beschäftigen. Am Freitagmorgen belud die Gewerkschaft nun in einer symbolischen Aktion Statuen in der Stadt Zürich mit schwarzen Päckli.

Achtung Fälschung!

Doch auch wer sich die Shopping-Freude von den Kritikern nicht nehmen lässt, der sollte beim Shopping eine gewisse Vorsicht walten lassen. Denn nicht alles, was als Markenartikel angeboten wird, ist auch echt. Wenn der Preis deutlich unter dem normalen Angebot liege, sollte man nicht nur vorsichtig werden. Man solle genau hinschauen, mahnt Stop Piracy, die Schweizer Plattform gegen Fälschung und Piraterie, im Gespräch mit AWP.

Stop Piracy
Gefälschte Markenprodukte an einem Informationsstand von Stop Piracy am Flughafen Zürich. (Archivbild) - SDA

Selbst auf etablierten Plattformen seien Konsumenten nicht immer sicher vor gefälschten Produkten. Zudem seien «Fake Shops» teilweise sehr professionell gestaltet und würden oft gefälschte Gütesiegel verwenden. Für Konsumenten werde es daher immer anspruchsvoller, die Fake Shops zu erkennen.

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