Twitch könnte europäische Zuschauer blockieren

    Stefan Schönbächler
    Stefan Schönbächler

    USA,

    Durch die EU-Urheberrechtsreform gerät Twitch ins Schwitzen. Viele der Nutzer werden möglicherweise beeinträchtigt. Europäer könnten sogar blockiert werden.

    Twitch Stream
    Twitch ist eine Online-Streaming-Plattform mit bezahlten Abonnements. - keystone

    Das Wichtigste in Kürze

    • Twitch zieht angesichts der EU-Urheberrechtsreform das Blocken von Europäern in Betracht.
    • Dennoch will Twitch sich für den Gebrauch der Plattform in Europa einsetzen.

    Nach langer Diskussion hat das Europaparlament vor kurzem die neue EU-Urheberrechtsrichtlinie angenommen. Besonders Artikel 17 – zuvor Artikel 13 – könnte Content-Schaffenden auf Streaming-Plattformen Probleme bereiten.

    Content-Service-Provider wie Youtube, Twitch und Facebook machen sich demnach strafbar, wenn ihre Nutzer ohne Erlaubnis urheberrechtlich geschütztes Material hochladen. In 2021 soll dieses Recht wirksam werden. Die Folgen sind weitreichend.

    Geoblocking in Betracht gezogen

    Twitch und dessen Nutzer machen Geld durch Sponsorings und Werbeanzeigen während Streams. Der grösste Anteil der Streams sind live gespielte Games. Diese würden stark von der Reform beeinträchtigt werden.

    Emmet Shear, der CEO von Twitch, äusserte sich bereits am 8. März im Talkformat Twitch Town Hall dazu. Um seine Firma und die Content-Schaffenden zu schützen, müsste man mit einem Uploadfilter urheberrechtlich geschütztes Material aus Europa stoppen.

    «Das ist leider eine sehr niedrige Schwelle», sagt Shear. Jegliches Material, das in irgendeiner Weise geschützt sein könnte, muss also komplett herausgefiltert werden. Das betrifft nicht nur das kreative Schaffen der europäischen Nutzer. «Wenn jemand in den USA streamt, werden die europäischen Nutzer aus dem Stream herausgefiltert.»

    Twitch bezieht Stellung

    Die Streaming-Plattform nahm nach der Annahme der Urheberrechtsreform selbst Stellung zu den Geschehnissen. Auf Anfrage bekam «PCWelt.de» ein Statement, in dem sich der Provider enttäuscht gegenüber der Entscheidung des Europaparlaments zeigt.

    Sie zielen daraufhin ab, «clevere Lösungen» für europäische Creators zu finden. Der Content-Service-Provider hat nämlich vor, weiterhin in Europa zu expandieren. Das zeigt sich auch durch die erste TwitchCon Europe, die nächste Woche in Berlin anläuft.

    Des Weiteren werde Twitch sichergehen, dass Streamer nicht unfair blockiert werden. Auch wollen sie durch Lobbying den fairen Gebrauch von geschütztem Material im Gesetz verankern.

    Mehr zum Thema:

    Kommentare

    Weiterlesen

    TwitchCon Twitch Amsterdam
    In zwei Wochen
    Ein Uno-Fortnite Mix.
    9 Interaktionen
    Profis sauer
    Apex Legends
    7 Interaktionen
    Nach Release

    MEHR IN NEWS

    verteidiger
    Überraschende Wende
    teaser
    Spanien

    MEHR AUS USA

    stevens
    4 Interaktionen
    Washington
    Krypto
    8 Interaktionen
    Krypto
    Gold
    6 Interaktionen
    Verluste
    alca
    Ferrero übernimmt