Cambridge-Forscherin unter Zug-Unglück-Todesopfern

    Belinda Schwenter
    Belinda Schwenter

    Spanien,

    Am Mittwoch kam es in Spanien zu einem Zug-Unglück mit 69 Todesopfern. Nun wird die Identität eines Opfers bekannt: Eine Cambridge-Forscherin starb beim Unfall.

    Spanien zugunglück
    Am Mittwoch sind in Spanien zwei Züge ineinander geprallt. - keystone

    Das Wichtigste in Kürze

    • Am Mittwoch kam es in Spanien zu einem Zug-Unglück.
    • Dabei kamen 69 Menschen ums Leben – eine davon war eine Wissenschaftlerin an der Universität Cambridge.
    • Das Institut spricht von «einem schweren Schock und einem grossen Verlust».

    69 Todesopfer forderte das Zug-Unglück am Mittwoch in Spanien. Unter diesen Opfern ist auch eine Wissenschaftlerin der Universität Cambridge, Marta Shahbazi, wie die BBC berichtet.

    Shahbazi war Mutter von zwei kleinen Kindern. Sie leitete eine Forschungsgruppe am MRC Laboratory of Molecular Biology in Cambridge, einem renommierten Forschungsinstitut. Ihr Fachgebiet war die Zellbiologie – also die Wissenschaft vom Aufbau und der Funktion von Zellen.

    Sie reiste nach Spanien, um einen Preis der Spanischen Gesellschaft für Entwicklungsbiologie entgegenzunehmen. Der Preis würdigte ihre Arbeit zur frühen Entwicklung menschlicher Embryonen. Die Verleihung fand im Rahmen einer Konferenz in El Rompido in Andalusien statt.

    Das MRC Laboratory of Molecular Biology hat in einer offiziellen Mitteilung auf den Tod von Shahbazi reagiert. Das Institut bezeichnete ihren Tod als «ein schwerer Schock und ein grosser Verlust».

    In der Mitteilung heisst es weiter: «Marta war eine inspirierende, talentierte und leidenschaftliche Wissenschaftlerin.»

    Fehlentscheidungen im Zentrum der Ermittlungen

    Beim Unglück waren zwei Hochgeschwindigkeitszüge nahe der Gemeinde Urda in der Provinz Toledo rund 130 Kilometer südlich von Madrid zusammengestossen. Ein Zug der staatlichen Bahngesellschaft Renfe war von hinten auf einen stehenden Zug des privaten Betreibers Iryo aufgefahren.

    Nebst den 69 Todesopfern wurden beim Unglück rund 200 Menschen verletzt.

    Der Ausfall des Zugsicherungssystems LZB und mögliche Fehlentscheidungen in der Bahnleitstelle Madrid stehen im Zentrum der Ermittlungen.

    Veröffentlichte Funkmitschnitte verraten, dass der Lokführer des Renfe-Zuges von einem Leitstellen-Mitarbeiter in Madrid angewiesen wurde, den normalen Betrieb wieder aufzunehmen. Dies, obwohl das LZB-System noch ausser Betrieb war und der andere Zug noch auf der Strecke stand.

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