EU

    Die EU will einheitliche Ladekabel für Handys

    Dayan Pfammatter
    Dayan Pfammatter

    Belgien,

    In einem erneuten Anlauf will die Europäische Kommission schon nächsten Monat standardisierte Ladekabel durchsetzen. Ziel hierfür ist wohl USB-C.

    Ladegerät
    Handy-Ladegeräte mit unterschiedlichen Steckern - damit soll in der EU Schluss sein. Foto: Julian Stratenschulte/dpa - dpa-infocom GmbH

    Das Wichtigste in Kürze

    • Im vergangenen Jahrzehnt wurde öfters versucht, Handy-Ladekabel zu vereinheitlichen.
    • Im September wird die EU-Kommission erneut entsprechende Reglungen aufgleisen.
    • Voraussichtlich wird darauf abgezielt, USB-C zum Standard-Anschluss zu machen.

    Seit 2011 gab es mehrere Ansätze, einen geregelten Standard für Ladekabel von Smartphones zu definieren. Seither haben sich vor allem Apples Lightning, Micro-USB und USB-C etabliert. Letzterer dürfte in kommenden EU-Reglungen zur neuen Richtlinie werden.

    Apple hält gegen USB-C

    Laut Aussage des Experten-Portals «euractiv» sollen nun diesen Dezember neue Richtlinien der Europäischen Kommission starten. Mit diesen versucht die Kommission wohl dafür zu sorgen, dass Smartphone-Hersteller einen einheitlichen Anschluss verwenden. Dies würde vermutlich vor allem für Handy-Giganten Apple eine grosse Umstellung bedeuten.

    USB-C Ladekabel EU
    Dabei ist USB-C längst Standard geworden. Seit Ende 2024 schreibt eine EU-Richtlinie vor, dass neue Mobilgeräte mit diesem Anschluss ausgestattet sein müssen. - Pixabay

    Im Jahr 2018 waren noch die Hälfte aller verkauften Ladekabel in der EU Typ Micro-USB. Zu derzeit Begann schon die Verbreitung von USB-C, welches 29 Prozent der Kabel ausmachte, während Lightning 21 Prozent umfasste. Mittlerweile dürfte USB-C seinen Vorgänger bereits überholt haben. Apple will aber wohl weiter am proprietären Anschluss festhalten.

    Android-Geräte setzten zunehmend auf denselben Stecker

    Da heute praktisch jedes Android-Flaggschiff mit USB-C ausgestattet ist, wird wohl dieser Anschluss Ziel der Regulierungen. Bereits in Vergangenheit bewirkten Ansätze zur Vereinheitlichung den grossen Umstieg weg von USB 2.0 Micro-B. Dabei waren zahlreiche grosse Unternehmen wie Samsung, Huawei und auch Apple beteiligt.

    Hauptargument für ein solches Gesetz ist klar die Umwelt. Wenn alle Geräte die gleiche Technik verwenden, müssen weniger Kabel fabriziert werden, was wiederum E-Waste verringern könnte.

    Apple iPhone ladegerät
    Ein Netzteil von Apple mit einem eingesteckten Lightning-Kabel. - Pixabay

    Mittlerweile spricht sich lediglich Apple gegen einen standardisierten Anschluss aus. In einem letzten Anlauf befürchtete der iPhone-Hersteller, dass es «Innovationen bremsen und den Verbrauchern in Europa schaden würde». Dazu sieht das Unternehmen eine potenzielle Verschlimmerung in Sachen Elektroschrott.

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