Ermittlungen fokussieren nach Brandnacht auf schalldämpfende Decke
«Schaumstoff geschmolzen»: Ein 17-Jähriger berichtete von dramatischen Fluchtversuchen und vielen Verletzten.

Das Wichtigste in Kürze
- In Crans Montana VS ereignete sich in der Silvesternacht ein tragischer Brand.
- Ermittlungen zum Brand konzentrieren sich auf schalldämpfenden Schaumstoff.
- Ein 17-Jähriger Zeuge berichtet.
Die Ermittlungen zur Ursache des verheerenden Brands in einer Bar von Crans-Montana VS konzentrieren sich insbesondere auf den schalldämpfenden Schaumstoff an der Decke des Lokals. Auf diesen Aspekt weisen seit Donnerstag zahlreiche Zeugen hin.
Die Walliser Generalstaatsanwältin Béatrice Pilloud bestätigte am Freitag vor den Medien Ermittlungen mit dieser Stossrichtung.
Ein 17-jähriger Genfer, der sich zum Zeitpunkt der Katastrophe im Untergeschoss der Bar «Le Constellation» befand, berichtete seinerseits der Nachrichtenagentur Keystone- SDA, was er erlebt hatte.

Der Jugendliche, der anonym bleiben möchte, feierte dort mit vier Freunden im Alter von 15 bis 17 Jahren in diesem bei Jugendlichen beliebten Lokal, weil auch Minderjährige zugelassen sind.
Von seinen Freunden sind zwei unverletzt und zwei weitere in kritischem Zustand. Er selbst erlitt Verbrennungen zweiten Grades an Hand, Rücken, Kopf und Gesicht.
Champagnerflasche mit Bengalkerzen dekoriert
Seine Aussage deckt sich mit anderen: Eine Servicemitarbeiterin, die auf den Schultern einer anderen Person stand, soll demnach versehentlich die Decke mit einer Champagnerflasche entzündet haben, die mit Bengalkerzen dekoriert war. «Zu Beginn sahen wir Feuer, dachten aber, jemand würde es löschen. Der schalldämpfende Schaumstoff an der Decke fing Feuer, schmolz, und die Flammen breiteten sich aus», sagte er.
«Ich musste eine Runde um die Bar machen, um dem Feuer zu entkommen. Zuerst bin ich im Schritttempo gegangen, aber die Menschenmenge verstopfte die Treppe. Ein Feuer- und Hitzeball erfüllte den Raum, als ich mich auf der Treppe befand.»
«Als ich draussen war, versuchte ich, den Leuten in der Bar zu helfen, aber es war schwierig.» Viele Verletzte und Überlebende flüchteten in die Bar gegenüber. «Vor der Bar lagen draussen Körper auf dem Boden. In dem Moment, als ich hinauskam, waren die Rettungskräfte, zumindest die Polizei, bereits vor Ort.»











