Coronavirus

    Coronavirus: Bund zögert mit Rückholaktion von Schweizern in Wuhan

    Alexandra Aregger
    Alexandra Aregger

    China,

    Deutschland, Frankreich oder die USA evakuieren ihre Bürger aus Wuhan, dem Epizentrum des Coronavirus. Nur die Schweiz zögert noch. Eine Betroffene erzählt.

    Coronavirus EDA
    Fabienne Blaser aus Bern sitzt in Wuhan, wo das Coronavirus seinen Ursprung nahm, fest. - DPA/zVg

    Das Wichtigste in Kürze

    • Deutschland holt diese Woche 90 Staatsbürger aus Wuhan.
    • Auch die USA, Frankreich, Grossbritannien oder Japan evakuieren ihre Angehörigen.
    • Die Schweiz hingegen zögert noch: Betroffen ist eine junge Bernerin.

    «Eigentlich macht es mich sehr traurig, dass ich Wuhan verlassen muss.» Bernerin Fabienne Blaser sitzt in ihrem Zimmer, im abgeriegelten Wuhan. Über 130 Tote hat das sich rasant verbreitende Coronavirus in China schon gefordert.

    Blaser ist nach Abschluss ihres Bachelor-Studiums für ein Zwischenjahr nach Wuhan gereist, dem Ausgangsort des grassierenden Virus. «Ich hatte hier eine wunderbare Zeit an dem Sprachkurs, viele Freundschaften geschlossen und sehr viel gelernt», sagt sie zu Nau.ch. Doch sie wisse nun: «Diese wunderbare Zeit ist jetzt vorbei.»

    Chinesische Freunde rieten wegen Coronavirus zur Abreise

    Die Studentin ist eine der acht Schweizer, welche sich gemäss EDA zum Zeitpunkt des Ausbruchs in Wuhan befanden. Vier davon konnten die Stadt rechtzeitig verlassen, die anderen vier wollten Stand Montag nicht gehen, liess das EDA verlauten.

    Coronavirus Fabienne Blaser
    Fabienne Blaser in ihrem Zimmer in Wuhan, dem Ursprungsort des Coronavirus. - zVg

    Doch Fabienne Blaser hat sich umentschieden: «Die Situation in der Stadt ist so wie zu Zeit von Sars, und in so einer Situation will man nicht sein, wenn man es vermeiden kann.»

    So hat sie gestern Dienstag der Schweizer Botschaft in China mitgeteilt, sie wolle nun doch ausreisen. «Anfangs hatte ich ein seltsames Gefühl dabei, eine Evakuierung zu fordern, schliesslich können die Chinesen in Wuhan auch nicht einfach die Stadt verlassen.»

    Bewohner Wuhans am Sonntag beim Verlassen eines Supermarkts
    Bewohner Wuhans am Sonntag beim Verlassen eines Supermarkts - AFP

    Aber: «Alle meine Chinesischen Freunde meinten: Geh nach Hause, sobald du die Gelegenheit hast, es hat keinen Zweck hier zu bleiben und deine Familie macht sich grosse Sorgen um dich.»

    Viele Staaten handeln – die Schweiz zögert noch

    Mit der Forderung einer Evakuierung ist Blaser nicht die einzige. Mehrere Staaten haben bereits Rückhol-Aktionen durch Charterflüge gestartet. So holt etwa Deutschland voraussichtlich am Freitag 90 Menschen aus China.

    Aber auch Grossbritannien, Frankreich, die USA oder Japan haben die Evakuierung ihrer Staatsbürger in die Wege geleitet.

    Japan Outbreak China
    Japan hat vergangene Nacht bereits erste Staatsbürger aus China evakuiert. Insgesamt werden 206 Japaner zurück geholt. - keystone

    Die Schweiz scheint noch zu zögern. Georg Farago, Sprecher des eidgenössischen Departements für auswärtige Angelegenheiten EDA: «Bezüglich Optionen für eine Ausreise ist das EDA im Gespräch mit Partnerstaaten.»

    Er versichert, das EDA verfolge die Situation, gemeinsam mit der Botschaft, sehr eng. Zudem sei man in Kontakt mit Staaten, die ebenfalls Angehörige vor Ort haben. «Dabei werden auch Modalitäten einer möglichen Ausreise erörtert.»

    Aus Angst vor einer Einschleppung des in China kursierenden Coronavirus will Hongkong seine Grenze für Chinesen aus der Volksrepublik weitgehend dichtmachen. Foto: CHINATOPIX/AP/dpa
    Aus Angst vor einer Einschleppung des in China kursierenden Coronavirus will Hongkong seine Grenze für Chinesen aus der Volksrepublik weitgehend dichtmachen. Foto: CHINATOPIX/AP/dpa - dpa-infocom GmbH

    Doch wann dies der Fall sein wird, kann das EDA derzeit nicht kommentieren. Auch die Bernerin Fabienne Blaser wartet auf einen Bescheid. Vorwerfen möchte sie den Behörden jedoch nichts, «ich bin sicher, dass sie hart arbeiten».

    Mehr zum Thema:

    Kommentare

    Weiterlesen

    Coronavirus
    33 Interaktionen
    Kommt nun Impfstoff?
    Corona-Virus in China
    40 Interaktionen
    Angst vor Coronavirus
    Coronavirus
    27 Interaktionen
    Coronavirus-Alarm

    MEHR IN NEWS

    Ermensee LU
    Ermensee LU
    Thuner- und Brienzersee

    MEHR CORONAVIRUS

    Long Covid Mann
    34 Interaktionen
    Studie
    5 Interaktionen
    Für Krypto-Geschäfte
    204 Interaktionen
    Erkältungssaison
    Biontech
    34 Interaktionen
    Covid-Impfung

    MEHR AUS CHINA

    tuberkulose coronavirus
    4 Interaktionen
    Peking
    22 Interaktionen
    Bessere Marktzugänge
    Steinmeier
    3 Interaktionen
    Steinmeier trifft Li
    China Flagge
    4 Interaktionen
    Peking