Die traurige Bilanz der Anschläge in Kabul von gestern: Mindestens 113 Tote und 150 Verletzte. Augenzeugen berichten von einer «gewaltigen Explosion».
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Mindestens 113 Personen wurden beim Anschlag in Kabul getötet. Weitere 150 sind teils lebensbedrohlich verletzt. - Keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • Bei Anschlägen in Kabul sind gestern Abend über 110 Menschen ums Leben gekommen.
  • Der Islamische Staat (IS) hat die Anschläge für sich reklamiert.
  • Augenzeugen berichten von hunderten, blutüberströmten und verängstigten Menschen.

Die beiden Selbstmordanschläge in Kabul von gestern Abend haben hunderte Opfer gefordert. Momentan rechnen die Behörden mit 113 Toten und über 150 Verletzten. Mindestens 13 der Toten sind US-Militärangehörige.

Der Islamische Staat (IS) hat die Anschläge für sich reklamiert.

Augenzeugenberichte lassen nur erahnen, wie die Situation vor Ort ist. «Da, wo wir waren, gab es plötzlich eine Explosion», sagt ein Augenzeuge dem afghanischen Fernsehsender «Tolo-TV». Und weiter: «In alle Richtungen wurden Menschen geschleudert.» Hunderte Menschen seien weggelaufen.

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Gestern Abend kam ex in Kabul zu zwei Anschlägen.
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Bilder zeigen eine gigantische Rauchwolke über Kabul.
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Der IS hat beide Anschläge für sich reklamiert.

«Die Explosion war wirklich gewaltig», so der Mann weiter. Verwundete seien auf Tragen weggebracht worden. Ein anderer sagt: «Menschen brannten bei lebendigem Leib, sie konnten nicht atmen.» Ein weiterer: «Überall waren Tote. Ich sah eine Frau mit Blut, eingehüllt in eine blutüberströmte Decke.»

Das Ausmass der Anschläge zeigt sich nun erst langsam. So sagt Rosella Miccio, Leiterin von Emergency, einer medizinischen Wohltätigkeitsorganisation, die Kriegsopfern hilft: «Unser Spital in Kabul war vor den Explosionen bereits zu 80 Prozent belegt. Jetzt haben wir zusätzliche Betten hinzugefügt, um Verwundete aufzunehmen.»

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Über 90 Menschen wurden gemäss neusten Angaben getötet, mindestens 150 weitere sind verletzt.
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Die Spitäler, die von vor den Anschlägen aus allen Nähten platzen, mussten zusätzliche Betten aufstellen.
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Ein Verwundeter liegt nach den tödlichen Selbstmordanschlägen in Kabul in einem Spital.
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Medizinische Hilfkräfte bei der Arbeit.

Ausserdem zitiert die «Washington Post» einen medizinischen Helfer: «Diejenigen, die ankamen, konnten nicht sprechen, viele hatten Angst, ihre Blicke waren völlig leer. Selten haben wir eine solche Situation erlebt.»

Die Anschläge hatten sich am Donnerstagabend einerseits beim Kabuler Flughafenzugang Abbey Gate und dem Hotel Baron ereignet. In diesem Hotel befinden sich gemäss US-Angaben Menschen, die mit Flugzeugen evakuiert werden sollen.

Taliban verurteilen die Anschläge

«Das Islamische Emirat verurteilt den Bombenanschlag gegen Zivilisten am Kabuler Flughafen scharf», meldeten sich die Taliban zu Wort. Auf Twitter hatten sie ihr Statement veröffentlicht.

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