Soziale Herkunft beeinflusst laut Unicef Chancen in der Schule
Die Bildungschancen von Kindern in der Schweiz hängen laut einer Analyse des Uno-Kinderhilfswerks Unicef stark vom Elternhaus ab. Zwar federe der Schweizer Sozialstaat die absolute Armut teilweise ab. Ungleiche Startbedingungen im Leben blieben aber bestehen.

Im internationalen Vergleich gehöre die Schweiz zu den Ländern mit besonders grossen Leistungsunterschieden zwischen privilegierten und benachteiligten Jugendlichen, schrieb Unicef am Dienstag in einer Mitteilung.
91 Prozent der Jugendlichen aus privilegierten Haushalten erreichten grundlegende Kompetenzen. Bei benachteiligten Jugendlichen seien es lediglich 46 Prozent. Entscheidend seien dabei unter anderem das Bildungsniveau der Eltern, finanzielle Möglichkeiten und die Unterstützung im Alltag, so Unicef.
Die gesellschaftliche Ungleichheit hat laut Communiqué auch ausserhalb der Schule Folgen: Jugendliche aus einkommensschwächeren Haushalten berichteten deutlich weniger, sie seien mit ihrem Leben sehr zufrieden, hiess es. Unterschiede gebe es zudem bei der Ernährung: Während 52 der privilegierten Jugendlichen täglich Gemüse ässen, seien es bei benachteiligten Jugendlichen lediglich 43 Prozent.
Unicef warnte zudem, die Ungleichheit habe sich in den vergangenen Jahren verschärft. Sowohl die Kinderarmut als auch die Einkommensungleichheit sind in der Schweiz in den vergangenen zehn Jahren um mehr als 10 Prozent gestiegen. «Damit gehört die Schweiz zu den OECD-Ländern mit der stärksten Zunahme in diesen Bereichen.»
Die Ergebnisse stammen aus einer Erhebung der Unicef zur Lage von Kindern in wohlhabenden Ländern.










