Schweizerisch-mexikanischer Maler Roger von Gunten gestorben
Der schweizerisch-mexikanische Maler und Bildhauer Roger von Gunten ist am vergangenen Mittwoch gestorben. Er starb 92-jährig in seinem Haus in Tepoztlán im mexikanischen Bundesstaat Morelos im Kreise seiner Familie.

Sein Tod wurde vom mexikanischen Instituto Nacional de Bellas Artes y Literatura bestätigt. Von Gunten wurde am 29. März 1933 in Zürich geboren. Von 1947 bis 1952 studierte er an der Zürcher Kunstgewerbeschule beim ehemaligen Bauhaus-Farbtheoretiker und Künstler Johannes Itten. Von Guntens erste Einzelausstellung fand 1956 in der Schweiz statt
In den 1950er Jahren unternahm er eine Reise nach Lateinamerika mit der Absicht, die neu eröffnete Panamericana bis nach Patagonien zu befahren. In Mexiko ging ihm das Geld aus und so blieb er fasziniert vom Land zunächst in Mexiko. 1957 liess er sich endgültig dort nieder. Von Gunten wurde 1980 mexikanischer Staatsbürger.
Er gilt als Vertreter der sogenannten «Generación de la Ruptura» (Abtrünnige Generation), die sich vom mexikanischen Muralismus der vorangegangenen Malergeneration abwandte. Es war eine Abkehr von formelhaften sozialen Darstellungen hin zu einem persönlicheren, abstrakten Formenausdruck.
Im Laufe seiner Karriere realisierte er über 120 Ausstellungen. In jüngerer Zeit hatte er unter anderem zwei in Mexiko-Stadt, so 2021 im Museo Nacional de la Estampa in Mexiko-Stadt und 2023 zu seinem 90. Geburtstag im Museo de la Secretaría de Hacienda y Crédito Público.
Ende Januar wurde zudem in Mexiko im Museo de la Ciudad von Cuernavaca die Retrospektive „Roger von Gunten: Un camino con corazón ante la evidencia de los sentidos” (Ein Weg mit Herz angesichts der Evidenz der Sinne) eröffnet. Aufgrund von plötzlichen Gesundheitsproblemen konnte von Gunten an der Ausstellungseröffnung nicht mehr teilnehmen.
Von Guntens Werk zeichnet sich durch leuchtende Farben und abstrakte Figuren aus, die von der Botanik, der mexikanischen Natur und einer persönlichen symbolischen Mythologie inspiriert sind. Seine Werke sind in öffentlichen Sammlungen vertreten. 2014 wurde ihm die Medalla Bellas Artes verliehen, die höchste Auszeichnung, die Mexiko um Verdienste um die Schönen Künste verleiht.










