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    Russland übernimmt Anteile von Danone- und Carlsberg-Filialen

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    Russland,

    Der Kreml hat die russische Carlsberg- und Danone-Töchter unter Staatsverwaltung gestellt.

    Russland hat die Kontrolle über Danone-Filialen in Russland übernommen. Die Übernahme erfolgte am Sonntag per Dekret.
    Russland hat die Kontrolle über Danone-Filialen in Russland übernommen. Die Übernahme erfolgte am Sonntag per Dekret. - sda - KEYSTONE/EPA/MAXIM SHIPENKOV

    Das Wichtigste in Kürze

    • Westliche Firmen werden immer wieder zum Rückzug aus Russland gedrängt.
    • Doch der hat Tücken, wie Carlsberg und Danone jetzt feststellen müssen.
    • Moskau stellt ihre Beteiligung unter Verwaltung, darunter die grösste Brauerei des Landes.

    Russland hat am Sonntag per Präsidentendekret die Kontrolle über die Anteile des französischen Lebensmittelkonzerns Danone und der dänischen Brauerei Carlsberg an ihren russischen Tochtergesellschaften übernommen.

    In einem am Sonntag auf dem offiziellen Justizportal veröffentlichten Dekret des russischen Präsidenten Wladimir Putin heisst es, der russische Staat werde «vorübergehend» die Anteile von Danone Russia und der Carlsberg-Filiale Baltika verwalten.

    Beide Unternehmen wurden vor vollendete Tatsachen gestellt, obwohl sie ihre Absicht bekundet hatten, den russischen Markt nach der Offensive in der Ukraine verlassen zu wollen.

    Danone erklärte am Sonntag, es prüfe derzeit die Situation und bereite sich darauf vor, «alle notwendigen Massnahmen zu ergreifen um seine Rechte als Anteilseigner von Danone Russia und den Fortbestand des Geschäftsbetriebs im Interesse aller Akteure zu schützen, insbesondere seiner Angestellten».

    Danone noch lange in Russland präsent

    Danone war nach dem russischen Angriff auf die Ukraine noch einer der wenigen internationalen Konzerne, die in Russland präsent blieben.

    Ende Oktober teilte der Konzern schliesslich mit, er beende den Grossteil seiner Aktivitäten in Russland. Das Unternehmen werde sich aus seinem Geschäft mit Milchprodukten und pflanzlichen Produkten zurückziehen und nur das Geschäft mit Säuglingsnahrung aufrechterhalten.

    Der Schritt könne zu Abschreibungen in Höhe von einer Milliarde Euro führen, hiess es damals. Am Sonntag erklärte Danone, die russische Entscheidung werde «keine Auswirkungen auf die Finanzziele» von Danone für das Jahr 2023 haben.

    Carlsberg-Tochter mit Marktanteil von rund 30 Prozent

    Die Carlsberg-Tochter Baltika ist ein führendes Brauereiunternehmen in Russland mit einem Marktanteil von rund 30 Prozent. Carlsberg hatte im Juni verkündet, einen Käufer für seine Tätigkeiten in Russland gefunden zu haben, ohne einen Namen zu nennen.

    «Nach dem Präsidentendekret sind die Aussichten für diesen Verkaufsprozess nun äusserst ungewiss», erklärte Carlsberg am Sonntag. Der dänische Brauereikonzern sei von den russischen Behörden nicht über das Präsidentendekret informiert worden.

    Ende März 2022 hatte die Carlsberg-Gruppe angekündigt, Produktion und Verkauf in Russland einzustellen. Die Tochtergesellschaft Baltika sollte jedoch als eigenständiges Unternehmen weiterarbeiten, um die 8400 Mitarbeiter in Russland zu unterstützen.

    Eine ganze Reihe westlicher Firmen hat sich seit dem Beginn der russischen Offensive gegen die Ukraine im Februar 2022 aus Russland zurückgezogen.

    Carlsbergs Verkauf von Russland-Geschäft ungewiss

    Der von Kremlchef Wladimir Putin unterzeichneter Erlass sorgt nach Angaben der dänischen Brauereigruppe Carlsberg für grosse Unsicherheiten für den Verkauf des Russland-Geschäfts des Konzerns. Die Regierung in Moskau habe am Sonntag ein präsidiales Dekret veröffentlicht.

    Demnach sollen die Baltika-Brauereien unter zeitweilige russische Staatsverwaltung gestellt werden, hiess es in einer Carlsberg-Mitteilung. Man habe von russischer Behördenseite keinerlei Informationen darüber erhalten, die Entwicklung komme unerwartet. Nach dem Dekret seien die Aussichten für den Verkaufsprozess nun höchst ungewiss.

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