Russland lehnt Waffenruhe für Schwarzes Meer ab
Moskau lehnt den türkischen Vorschlag eines Stopps ukrainischer und russischer Angriffe auf Schiffe im Schwarzen Meer ab.

Russland sehe sich immer wieder mit «zügellosen Terrorakten» der Ukraine konfrontiert, die zivile Schiffe der Anrainerstaaten mit Drohnen angreife, sagte Aussenministeriumssprecherin Maria Sacharowa in Moskau. Eine «halbherzige Massnahme» wie eine begrenzte Waffenruhe verschaffe der Ukraine nur eine Atempause zur Nachrüstung, sagte sie nach Ministeriumsangaben.
In den vergangenen Wochen hat die Ukraine mit ihren Drohnen systematisch Jagd auf russische Öltanker und Getreidefrachter im Asowschen Meer und an der Schwarzmeerküste Russlands gemacht. Auch eine türkische Lastwagenfähre wurde getroffen. Im Gegenzug hat Russland ukrainische Häfen attackiert und die internationale Schifffahrt dorthin zum Erliegen gebracht.
Wegen der gefährlichen Lage im Schwarzen Meer hat der türkische Aussenminister Hakan Fidan in Interviews eine Waffenruhe angeregt. Der Vorschlag habe Moskau aber nicht auf offiziellen Kanälen erreicht, sagte Sacharowa. Nach Medienberichten gab es auch einen ukrainischen Vorschlag für einen Stopp der Angriffe, der Russland über Dritte übergeben worden sei.
Der russische Aussenminister Sergej Lawrow lehnte in einem Interview mit dem Moskauer Staatsfernsehen auch ein Einfrieren der Bodenkämpfe entlang der derzeitigen Front ab. «Damit würden wir zulassen, dass die Errungenschaften unserer Grossväter und Urgrossväter zunichtegemacht werden, die den Nazismus besiegt haben», sagte Lawrow.
Der Kreml besteht darauf, dass die Ukraine den letzten Teil der Industrieregion Donbass räumt, den sie noch kontrolliert und verteidigt. Kiew ist zu einer Einstellung der Kämpfe an der Front bereit, lehnt einen Rückzug aber ab.










