Verdeckte Mobilmachung in Russland – Experten sehen Anzeichen

    Esada Kunic
    Esada Kunic

    Russland,

    Russland stockt seine Armee verdeckt auf. Selenskyj warnt vor massiver Mobilmachung nach der Duma-Wahl. Experten halten das Szenario für plausibel.

    Wladimir Putin Mobilmachung
    Selenskyj warnt: Putin plant eine Mobilmachung im grossen Stil – aber still und heimlich. - keystone

    Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj schlägt Alarm. Putin plane eine rasche Mobilmachung von mehreren Hunderttausend Menschen bis Ende Jahr.

    Die Rekrutierung solle jedoch ganz ohne offizielle Ankündigung erfolgen, wie die «Frankfurter Rundschau» berichtet.

    Glaubst du, dass Putin nach der Duma-Wahl im September eine offene Mobilmachung in Russland ausrufen wird?

    Der ukrainische Geheimdienst habe Beweise dafür, dass Russland die Parlamentswahl im September ausnutzen wolle, um eine neue Mobilmachung auszurufen. Selenskyj nannte das in einer Videoansprache Teil eines Plans, «den Anschein zu erwecken, dass die Russen angeblich den Krieg unterstützen».

    Moskau weist Vorwürfe zurück

    Der frühere russische Präsident Dmitri Medwedew bezeichnete laut der «Frankfurter Rundschau» solche Berichte als «Lügen, Provokationen und Gerüchte». In der ersten Jahreshälfte 2026 hätten bereits 200'000 Freiwillige Verträge unterzeichnet, also brauche es keine neue Mobilmachung, so Medwedew.

    Die Duma-Wahl ist für den 18. bis 20. September angesetzt. Russlands Oberstes Gericht schloss die liberale Anti-Kriegs-Partei Jabloko von der Abstimmung aus, wie das «ZDF» berichtet.

    Alexej Jussupow, Leiter des Russland-Büros der Friedrich-Ebert-Stiftung, beobachtet unterdessen einen «Kommunikationsschwenk» in der russischen Armeem schreibt die «Frankfurter Rundschau». In der Werbung werde nun versprochen, nicht an vorderster Front eingesetzt zu werden.

    Mobilmachung: 1000 neue Soldaten pro Tag

    Janis Kluge von der Stiftung Wissenschaft und Politik schätzt, dass derzeit rund 723'000 russische Soldaten in der Ukraine kämpfen. Laut Kluge gewinnt Russland weiterhin rund 1000 neue Vertragssoldaten pro Tag, wie de «Frankfurter Rundschau» berichtet.

    Dabei endet der Druck nicht bei den Regionalbehörden. Gemeinden und sogar Unternehmen werden beauftragt, Männer für Militärverträge zu finden, erklärt Kluge gegenüber «Euronews».

    Der Mobilmachungserlass von 2022 wurde nie offiziell zurückgenommen. Wer einer Einberufung nicht folgt, dem wird heute automatisch die Ausreise aus Russland verwehrt, so Jussupow laut der «Frankfurter Rundschau».

    Verluste werden verschwiegen

    Nach Angaben aus Kiew sind bereits über 1,46 Millionen russische Soldaten getötet oder schwer verwundet worden. Laut westlichen Geheimdienstquellen hat Russland bisher etwa eine halbe Million Tote zu beklagen, wie die «Frankfurter Rundschau» schreibt.

    Die Überlebenszeit russischer Rekruten an der vordersten Front beträgt laut mehreren Berichten nur 20 bis 35 Minuten. CIA-Direktor John Ratcliffe bestätigte im Juni, dass diese Schätzungen mit US-Geheimdienstdaten übereinstimmen, berichtet «Euronews».

    Russland Mobilmachung
    Russland verliert täglich Tausende Soldaten an der Ukraine-Front. Nun plant der Kreml laut Selenskyj eine verdeckte Mobilmachung ohne offizielle Ansage. (Archivbild) - keystone

    Ein offenes staatliches Register der Gefallenen gibt es nicht. In mehreren Regionen wurden zuletzt Menschen verhaftet, die Gräber gefallener Soldaten fotografiert hatten.

    Nordkorea als Lückenbüsser

    Selenskyj erklärte laut «Euronews» zudem, Nordkorea bereite sich darauf vor, erneut Zehntausende Soldaten an die Front zu schicken.

    «Zum ersten Mal in seiner Geschichte kann Russland keinen Krieg führen, ohne Verstärkung aus Nordkorea zu erhalten», sagte Selenskyj.

    Der ukrainische Militärgeheimdienst sieht derzeit noch keine Anzeichen für eine grossangelegte Reservistenmobilisierung in Russland. Stattdessen versuche Moskau den Personalmangel durch finanzielle Anreize und Druck auf Arbeitgeber auszugleichen.

    Kommentare

    User #2732 (nicht angemeldet)

    Die SVP ist ganz sicher nicht neutral, so sehr wie sie mit den Adminstrationen von Trump und Putin befreundet ist.

    User #2732 (nicht angemeldet)

    Unsere Cybersicherheit ist gefährdet, wenn die SVP gleichzeitig politische Kanäle zu einem Staat offen hält, der uns angreift.

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