Papst in Algier – Sicherheit, Politik und symbolische Gesten
Erstmals besucht ein Papst Algerien – begleitet von strengen Sicherheitsmassnahmen und grossem staatlichem Einsatz.

Für die meisten Einwohner ist der Papstbesuch in Algier Nebensache. Laut einem Vatikan-Korrespondent sind neunzig Prozent der Bevölkerung Muslime, berichtet «Vatican News».
Die Bürger würden vor allem an Strassensperren merken, dass irgendetwas los ist. Poster vom Papst oder Vatikanfähnchen sind kaum zu sehen.
Informierte Menschen freuen sich über internationale Aufmerksamkeit. Der Vatikan-Korrespondent betont: Algerien steht selten in den Schlagzeilen.
Algerien empfängt Papst erstmals
Die Sicherheitsvorkehrungen sind überall spürbar, schreibt «Vatican News». Polizei und Strassensperren prägen das gesamte Stadtbild.
Der Vatikan-Korrespondent berichtet von Regierungssorgen um Pressebefragungen. Journalisten durften nur Kirchenvertreter, nicht normale Algerier befragen.
Die Regierung würde viel Willen zeigen. Algerien hatte noch nie einen Besuch von einem Papst erlebt.
Regierung zeigt Engagement
Laut dem Vatikan-Korrespondenten leitete der Präsident Abdelmadjid Tebboune persönlich das Vorbereitungskomitee. Das ist etwas aussergewöhnlich Seltenes für solche Besuche, schreibt «Vatican News».
Der Vatikan-Korrespondent hebt die Grosszügigkeit hervor: Journalisten wurden nach Annaba, die Stadt des hl. Augustinus, eingeladen. Flug und Hotel wurden vollständig bezahlt.
Laut dem Korrespondenten fordert ein Meinungsbeitrag eine symbolische Geste. Augustinus' Überreste sollen von Italien nach Annaba zurücküberführt werden, seine Wirkungsstätte als Bischof – Augustinus war schliesslich Algerier.
Folgen der europäischen Kolonialherrschaft
Die Folgen der europäischen Kolonialherrschaft sind bis heute spürbar, berichtet «Kirche+Leben». In Algerien trägt sie auch zur geringen Zahl an Katholiken bei.
Nach der gewaltsam erkämpften Unabhängigkeit von Frankreich im Jahr 1962 verliessen viele Menschen das Land. Darunter waren Hunderttausende Algerienfranzosen, die überwiegend Christen waren.

Dies veränderte die religiöse Zusammensetzung des Landes deutlich. Heute ist die katholische Kirche in Algerien die einzige offiziell anerkannte christliche Gemeinschaft.
Opfer des Bürgerkriegs
Zwischen 1992 und 2002 kamen im algerischen Bürgerkrieg bis zu 200'000 Menschen ums Leben, berichtet «religion.ORF.at». Der Konflikt fand zwischen islamistischen Gruppen und staatlichen Sicherheitskräften statt.
Auch katholische Ordensleute gehörten zu den Opfern, da sie trotz der Gewalt im Land blieben. Sie engagierten sich vor Ort für Versöhnung und Dialog.
2018 sprach die katholische Kirche 19 Märtyrer aus dieser Zeit selig. Zu den bekanntesten Fällen zählen die Ermordung von Pierre Lucien Claverie sowie von sieben Mönchen aus dem Kloster Tibhirine.












