Öffentliche Exekutionen von Menschen gehören noch immer zur Praxis in Nordkorea. Nun will das kommunistisch geführte Land diese Methode noch geheimer halten.
Nordkoreas Machthaber Machthaber Kim Jong Un. Foto: Uncredited/KCNA/KNS/AP/dpa
Nordkoreas Machthaber Machthaber Kim Jong Un. Foto: Uncredited/KCNA/KNS/AP/dpa - dpa-infocom GmbH

Das Wichtigste in Kürze

  • Staatlich angeordnete Hinrichtungen sind in Nordkorea nicht selten.
  • Nun sollen die Kontrollen verschärft werden.
  • Damit soll erreicht werden, dass keine Informationen ins Ausland durchsickern.

Die Regierung im weithin abgeschotteten Nordkorea will einer Menschenrechtsgruppe zufolge durch eine striktere Kontrolle verhindern, dass Informationen über öffentliche Hinrichtungen weiter nach aussen dringen.

In Interviews mit 683 nordkoreanischen Flüchtlingen in Südkorea in den vergangenen sechs Jahren sei es gelungen, Orte in Nordkorea zu lokalisieren, «wo Menschen durch staatlich geschützte öffentliche Hinrichtungen getötet und vergraben wurden», teilte die 2014 in Seoul gegründete Gruppe Transitional Justice Working Group mit. Die Resultate stellt sie in einem neuen Bericht ihres Projekts vor, das Menschenrechtsverstösse in Nordkorea dokumentieren soll.

Durch die Auswertung von Satellitenbildern und Interviews sollte demnach untersucht werden, wie sich die staatliche Hinrichtungspraxis während der vergangenen zehn Jahre unter Machthaber Kim Jong Un geändert hat. Es scheine, als ob Nordkorea dazu in den vergangenen Jahren strategisch Orte ausgewählt habe, die weiter weg von der Grenze lägen. Zudem werde die Auswahl und Kontrolle des versammelten Publikums bei diesen Ereignissen verschärft, um zu verhindern, dass Informationen darüber ins Ausland durchsickerten.

Gravierende Verstösse gegen die Menschenrechte

Die Gruppe kommt zu dem Schluss, dass die Regierung als Antwort auf zunehmende internationale Kritik der Menschenrechtsfrage grössere Aufmerksamkeit zuwende. «Das heisst jedoch nicht, dass sich die Menschenrechtslage in Nordkorea verbessert», sagte der leitende Autor des Berichts, Park Ah Yeong.

Den Angaben zufolge wurden 27 Orte dokumentiert, an denen durch staatliche Anordnung Menschen getötet worden waren. In 23 Fällen habe es sich um öffentliche Hinrichtungen gehandelt. Sieben Personen seien dabei zum Tod verurteilt worden, weil sie sich eingeschmuggelte Videos aus Südkorea angeschaut oder verbreitet hätten. Es sei darauf geachtet worden, dass Zeugenaussagen auf der Basis von Gerüchten oder Spekulationen ausgeschlossen wurden, hiess es.

Nordkorea werden seit Jahren gravierende Verstösse gegen die Menschenrechte vorgeworfen. Das Land weist die Vorwürfe zurück. In dem Bericht einer UN-Kommission hiess es 2014, in Nordkorea würden als politisch unzuverlässig eingestufte Menschen systematisch ermordet oder als Arbeitssklaven missbraucht.

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