Letzten Donnerstag kam es am Filmset von «Rust» zu einem Unfall: Alec Baldwin erschoss Kamerafrau Halyna Hutchins. Nun nehmen die Behörden Stellung.
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Das Wichtigste in Kürze

  • Letzte Woche erschoss Schauspieler Alec Baldwin aus Versehen Kamerafrau Halyna Hutchins.
  • Am Mittwoch wollen die Behörden in Santa Fe ersmals öffentlich Stellung nehmen.
  • Die zuständige Staatsanwältin schliesst eine Strafverfolgung nicht aus.

Viele Fragen sind nach dem Tod einer Kamerafrau bei einem Filmdreh mit Hollywood-Star Alec Baldwin noch offen. Nun könnte es erste Antworten geben. Am Mittwoch (Ortszeit) wollen die Behörden in Santa Fe im US-Bundesstaat New Mexiko erstmals öffentlich in einer Pressekonferenz zu den laufenden Ermittlungen Stellung nehmen.

Die zuständige Bezirks-Staatsanwältin Mary Carmack-Altwies sagte vorab in einem Interview mit der «New York Times», dass auch eine Strafverfolgung in dem Fall möglich sei. «Wir haben noch nichts ausgeschlossen», wurde Carmack-Altwies am Dienstag von der Zeitung zitiert. «Zu diesem Zeitpunkt ist alles, einschliesslich strafrechtliche Anklage, auf dem Tisch.» Im Mittelpunkt stünden derzeit ballistische Untersuchungen, um zu klären, welche Art von Munition verwendet wurde und wie sie in die Waffe hineinkam.

Auch Regisseur wurde verletzt

Bei dem Vorfall während der Dreharbeiten zu dem Western «Rust» auf einer Filmranch in New Mexico war am vorigen Donnerstag die 42 Jahre alte Chef-Kamerafrau Halyna Hutchins tödlich verletzt worden. Hauptdarsteller Baldwin (63) hatte die Waffe bei der Probe für eine Szene abgefeuert. Laut einem Polizeibericht hatte der Regieassistent dem Schauspieler bei der Übergabe der Pistole gesagt, dass es sich um eine «kalte Waffe» ohne Munition handele. Der Assistent habe nach eigener Aussage nicht gewusst, dass eine Patrone in der Waffe steckte.

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Alec Baldwin ist nach dem tödlichen Unfall sichtlich erschüttert.
Alec Baldwin
Der Schauspieler darf sich zu den laufenden Ermittlungen nicht äussern.
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Hier am Set in Santa Fe, Kalifornien ereignete sich der Unfall.

Regisseur Joel Souza (48) war bei dem Zwischenfall an der Schulter verletzt worden, konnte das Krankenhaus aber wenig später wieder verlassen. Souza stand zum Zeitpunkt des tödlichen Vorfalls hinter der Kamerafrau. Die Dreharbeiten für den Western wurden ausgesetzt.

Carmack-Altwies zufolge könnten sich die Ermittlungen über Wochen oder Monate hinziehen, ehe es zu einer möglichen Anklage kommen könnte. Es habe «grosse Mengen» von Munition am Set gegeben, sage die Staatsanwältin der «New York Times». Nach Angaben der Polizei seien bei der Durchsuchung des Drehorts drei Revolver, gebrauchte Patronen und Munition unter anderem in Schachteln, lose und in einer Gürteltasche gefunden worden.

Regieassistent bereits in ähnlichen Vorfall verwickelt

Der Regieassistent, der Baldwin die Waffe übergab, sei 2019 wegen eines ähnlichen Vorfalls bei einem Film entlassen worden, berichteten zahlreiche US-Medien. Bei dem Dreh zu «Freedom's Path» sei damals ein Tontechnik-Mitarbeiter leicht verletzt worden, nachdem unerwartet eine Requisitenwaffe losgegangen sei, hiess es unter Berufung auf die Produktionsfirma des Films.

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Alec Baldwin umarmt den Witwer der verstorbenen Kamerafrau Halyna Hutchins (†42).
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Hannah Gutierrez-Reed war die Waffenmeisterin am Set. Sie hat den Colt von Alec Baldwin vorbereitet.

Kritik wurde nach Medienberichten auch an der 24 Jahre alten Waffenmeisterin laut, die für die ordnungsgemässe Handhabung aller Waffen am Set zuständig war. «Rust» war erst der zweite Film, an dem sie in dieser Funktion beteiligt war.

Vermutungen über laxe Sicherheitsvorkehrungen wurden auch von einem Bericht der Nachrichtenseite «The Wrap» gestützt, wonach einige Crewmitglieder in ihrer Freizeit angeblich scharfe Munition benutzten, um auf Bierdosen zu schiessen. Die Quellen wurden nicht namentlich genannt. Demnach hätte ein derartiges Zielschiessen am Morgen, wenige Stunden vor dem tödlichen Vorfall am Set, stattgefunden, sagte «The Wrap»-Journalistin Sharon Waxman dem Sender CNN. Eine dieser Waffen sei später am Set an Baldwin weitergereicht worden.

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