Tod

Swiss: Querulant attackiert Crew auf Flug - Knast!

Simon Binz
Simon Binz

Zürich,

Ein Belgier attackierte 2024 auf einem Swiss-Flug von New York nach Zürich mehrere Flugbegleiter und drohte der Crew mit dem Tod. Jetzt wurde er verurteilt.

swiss
Ein Swiss-Flugzeug hebt ab – an Bord eines Flugs von New York nach Zürich eskalierte im März 2024 ein Passagier und attackierte die Crew (Archiv). - keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • Im März 2024 attackierte ein Belgier auf einem Swiss-Flug mehrere Crew-Mitglieder.
  • Ein US-Gericht verurteilte ihn zu 10 Monaten Haft und 70'000 Dollar Schadenersatz.
  • Das BAZL verzeichnete 2025 über 2000 Vorfälle mit renitenten Passagieren.

Fluchende, pöbelnde, randalierende Passagiere – in der Luft wird es ungemütlicher und auch gefährlicher. Renitente Fluggäste nehmen zu, das zeigen neue Zahlen des Bundesamt für Zivilluftfahrt (BAZL). Einen besonders gravierenden Vorfall, der die Swiss betrifft, hat ein US-Gericht nun mit einer Haftstrafe geahndet. Darüber berichtete am Mittwoch die SRF-«Tagesschau».

Der Vorfall ereignete sich demnach im März 2024 auf einem Flug der Swiss von New York nach Zürich kurz nach dem Start: Ein belgischer Passagier attackiert mehrere Flugbegleiter, versucht ins Cockpit einzudringen und bedroht die Crew mit dem Tod.

Hast du schon einmal Gewalt im Flugzeug erlebt?

Wie im SRF-Beitrag zu hören ist, funkte der Pilot aus dem Cockpit nach New York und beschrieb die Situation: «Es wird schlimmer. Er versuchte ins Cockpit zu gelangen. Jetzt ist er extrem laut. Wir wissen nicht, ob er aggressiv gegenüber Passagieren oder der Crew wird.»

«Gewalt hat an Bord keinen Platz»

Ein Besatzungsmitglied wurde in der Folge verletzt, die Piloten verlangten eine dringliche Rückkehr nach New York. Das Bundesgericht in New Jersey verurteilte den Mann nun zu einer Freiheitsstrafe von 10 Monaten und Schadenersatzzahlungen von rund 70'000 US-Dollar.

Unruly Passenger
Die Zahl sogenannter Unruly Passengers ist im letzten Jahrzehnt tendenziell gestiegen. - keystone

Für die Swiss ist es ein wichtiger Entscheid. Die Attacke belastet die betroffenen Crew-Mitglieder bis heute. Mediensprecher Michael Pelzer sagt: «Wir begrüssen dieses Urteil, denn es sendet ein klares Signal: Gewalt oder Drohungen gegen Crews oder andere Passagiere haben an Bord eines Flugzeugs keinen Platz. Punkt!»

Vorfälle nehmen deutlich zu

Der Fall steht nicht allein. Renitente Passagiere werden für Schweizer Airlines zum wachsenden Problem. Die Meldestelle des BAZL verzeichnete für 2025 insgesamt 2043 Fälle mit sogenannten «Unruly Passengers» – ein Plus von 18 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Bei verbalen Ausfällen gegenüber Crew oder Mitreisenden stieg die Zahl noch deutlicher: 518 Fälle, 45 Prozent mehr als im Vorjahr.

Gewalt Swiss
Vorfälle mit gewalttätigen Passagieren an Bord nehmen zu – die Zahlen des BAZL für 2025 belegen den Trend (Symbolbild). - Getty

BAZL-Mediensprecher Antonello Laveglia ordnet die Entwicklung ein: «Die genauen Ursachen kennen wir nicht, aber Gewaltdelikte und Pöbeleien nehmen immer mehr zu – auch an Schweizer Bahnhöfen und in Zügen. Das ist nicht eine Situation, die nur Flugzeuge betrifft. Zusätzlich stellen wir fest, dass Alkohol oft eine Rolle spielt.»

Kommentare

User #3477 (nicht angemeldet)

Frage mich wieso man Betrunkene überhaupt ins Flugzeug einsteigen lässt und Alkohol Konsum im Flugzeug nicht verbietet?

User #1114 (nicht angemeldet)

Das war ziemlich daneben vom Passagier. Dennoch muss endlich mal darauf hingewiesen werden, dass die Platznutzung Optimierung zu Lasten der Behaglichkeit oft die kritische Schwelle eines Angriffs auf die persönliche Integrität der Passagiere überschreitet. Dies trifft zu, wenn z.B. bei zunehmender Fettleibigkeit der gesamten Bevölkerung die Plätze kein Sitzen ohne physischen Kontakt an den Knien oder noch unangenehmer mit dem Passagier auf dem Nachbarsitz mehr zulässt. Dass es da dem einen oder anderen den Nuggi raushaut ist ein zynisch einkalkuliertes Risiko. Das Reizklima an Bord mit mal zu kalten und dann wieder zu warmen Temperaturen und der permanent viel zu trockenen Luft sind auch nicht jedermanns Sache. Also liebe Airlines tut wieder mal was zum Wohle der Passagiere, wenn ihr keine krassere Situationen an Bord erleben wollt. Beste Grüsse Ehem. Vielflieger und Aussteiger

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