Nach der Machtübernahme der militant-islamistischen Taliban in Afghanistan geht den Menschen zunehmend das Bargeld aus.
Conflict in Afghanistan
Afghanische Flüchtlinge, die aus Kabul evakuiert wurden, stellen sich nach ihrer Ankunft auf der Air Base Ramstein zur Abfertigung auf. Die Air Base Ramstein stellt im Rahmen der Operation «Allies Refuge» vorübergehend Unterkünfte für Evakuierte aus Afghanistan zur Verfügung. Photo: Ssgt. Emma James - dpa

Das Wichtigste in Kürze

  • In Afghanistan geht den Menschen das Bargeld aus.
  • Die Bankautomaten seien praktisch leer.
  • Banken führen zudem eine Obergrenze für Abhebungen ein.

Einwohner Kabuls berichteten der Deutschen Presse-Agentur, die Geldautomaten in der Stadt seien praktisch leer. Banken und auch der Geldwechslermarkt seien seit einer Woche geschlossen. «Alle in der Stadt beschweren sich mittlerweile, dass sie kein Geld abheben können», sagte ein Bewohner.

Ein Mann sagte dem lokalen TV-Sender ToloNews, seine Bank habe zudem eine Obergrenze für Abhebungen eingeführt. Wenn denn ein Geldautomat doch noch befüllt sei, könne man nur 10'000 Afghani (rund 100 Euro) abheben. Viele drücke die Sorge, dass sie angesichts der aktuellen Krise überhaupt nicht mehr an ihr Geld kommen.

Auf der Facebook-Seite des Finanzministeriums hiess es in der Nacht zu Sonntag, die Zentralbank, private Banken und andere Finanzinstutionen nähmen bald wieder ihren Betrieb auf. Gleichzeitig wurde das «technische Personal» des Ministeriums aufgerufen, zur Arbeit zurückzukehren.

Andere Ministeriumsmitarbeiter sollten eine Entscheidung der Finanzkommission der Taliban abwarten. Es hiess zudem, alle zivilen Staatsangestellten würden ab dem Beginn der «neuen islamischen Regierung» wieder wie früher bezahlt werden.

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