Menschenrechtler wegen langen Haftstrafen für Iranerinnen entsetzt

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Genève,

Weil sich iranische Frauen gegen die Kopftuchpflicht wehrten, landen sie nun bis zu 23 Jahre im Gefängnis. Menschenrechtler verurteilen den Gerichtsentscheid.

Kopftuch Frauen
Frauen, die ein Kopftuch tragen, berichten weltweit von Diskriminierung in Alltag, Beruf und Bildung. (Archivbild) - keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • Im Iran protestierten drei Frauen gegen das obligatorische Tragen eines Kopftuchs.
  • Nun kassierten sie lange Haftstrafen.

UN-Menschenrechtsexperten haben die drakonischen Haftstrafen für drei Iranerinnen verurteilt. Die Frauen hatten öffentlich gegen das im Iran obligatorische Tragen eines Kopftuchs protestiert. Nach den Menschenrechtsexperten hätten sie nur von ihrem Recht auf freie Meinungsäusserung Gebrauch gemacht.

«Wir rufen die iranischen Behörden auf, die Urteile aufzuheben. Und diese Menschenrechtsverteidiger freizulassen», erklärten sechs unabhängige UN-Sonderberichterstatter am Freitag in Genf. Sie befassen sich unter anderem mit Religionsfreiheit, Gewalt gegen Frauen und Meinungsfreiheit. Die Anwälte der Frauen hätten nicht an dem Prozess teilnehmen dürfen, kritisieren sie.

Nach ihren Angaben wurde Modschgan Keschawars zu 23 Jahren und sechs Monaten Haft verurteilt. Jassaman Ariani und Monireh Arabschahi zu jeweils 16 Jahren Haft.

Alle seien unter anderem wegen Propaganda gegen den Staat und Förderung von Prostitution schuldig gesprochen worden. Die Frauen waren festgenommen worden, nachdem sie am Weltfrauentag im März ohne Kopftücher in Teheran Blumen verteilt hatten. Viele Muslime sind der Auffassung, dass Frauen ihre Haare bedecken müssen.

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