Bei neuen Protesten in Belarus (Weissrussland) gegen Machthaber Alexander Lukaschenko sind mehr als 200 Menschen festgenommen worden.
«Tag der Freiheit» in Belarus - Solidarität in Litauen
Menschen tragen eine riesige historische Flagge von Belarus anlässlich des belarussischen «Tag der Freiheit». - dpa

Bei neuen Protesten in Belarus (Weissrussland) gegen Machthaber Alexander Lukaschenko sind mehr als 200 Menschen festgenommen worden. Das Menschenrechtszentrum Wesna sprach am Freitag nach den Aktionen zum sogenannten Tag der Freiheit von 245 Festnahmen, allein 176 davon in der Hauptstadt Minsk.

Das Innenministerium erklärte, es habe mehr als 200 Festnahmen gegeben. Hunderte Menschen waren am Donnerstag am «Freiheitstag» zumeist in kleinen Gruppen durch Strassen und Innenhöfe in Minsk gezogen. Für diesen Samstag gab es erneut Aufrufe zu Protesten gegen Lukaschenko.

Im vergangenen Jahr gab es über Wochen Massenproteste gegen den 66-Jährigen nach der weithin als gefälscht geltenden Präsidentenwahl am 9. August. Der als «letzter Diktator Europas» kritisierte Lukaschenko hatte sich nach 26 Jahren an der Macht von der Wahlkommission erneut zum Sieger erklären lassen. Die EU erkennt ihn nicht mehr als Präsidenten an. Russland steht dagegen noch fest an seiner Seite. Die Demokratiebewegung sieht Swetlana Tichanowskaja als Siegerin. Sie war aus Angst vor Strafverfolgung ins Ausland geflohen.

Der «Tag der Freiheit» geht auf den 25. März 1918 zurück, an dem die Unabhängige Belarussische Volksrepublik ausgerufen worden war. Traditionell demonstrieren jedes Jahr in zahlreichen Städten des Landes Menschen gegen Lukaschenko.

Mehr zum Thema:

Angst EU