In der kubanischen Hauptstadt Havanna haben die kolumbianische Regierung und die linke ELN-Guerilla ihre Friedensgespräche fortgesetzt.
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ELN-Guerilleros im kolumbianischen Dschungel. - AFP/Archiv

Vertreter der beiden Seiten teilten zum Auftakt der Verhandlungen am Dienstag mit, einen Waffenstillstand und eine Vereinbarung zur Beteiligung der Zivilgesellschaft am Friedensprozess erreichen zu wollen.

Es handelte sich um die dritte Verhandlungsrunde, seit die linke Regierung von Präsident Gustavo Petro und die ELN (Nationale Befreiungsarmee) vergangenen November nach vier Jahren Pause die Gespräche im venezolanischen Caracas wieder aufgenommen hatten.

Zuletzt hatten sie sich im März in Mexiko-Stadt getroffen und auf einen Sechs-Punkte-Plan für den Friedensprozess geeinigt. Diesen begleitet neben anderen Ländern auch Deutschland.

Kolumbiens Bürgerkrieg zwischen linken Rebellen, rechten Paramilitärs und dem Militär brach 1964 aus. Etwa 220 000 Menschen kamen seitdem ums Leben, Millionen wurden vertrieben. Im Jahr 2016 unterschrieben die Regierung und die grösste Rebellengruppe Farc nach Gesprächen auf Kuba ein Friedensabkommen. Allerdings lehnten einige sogenannte Farc-Dissidenten dies ab und gingen zurück in den Untergrund. Friedensgespräche mit der Nationalen Befreiungsarmee brach die Regierung des damaligen Präsidenten Iván Duque nach einem Bombenanschlag der ELN auf eine Polizeiakademie in Bogotá 2019 ab.

Vertreter der Regierung wie der ELN betonten am Dienstag laut kubanischen Staatsmedien, dass Kuba wegen seiner Rolle als Gastgeber der Friedensgespräche ungerechterweise im Januar 2021 von den USA auf deren Liste der Terror unterstützenden Staaten gesetzt worden sei. Die US-Regierung des damaligen Präsidenten Donald Trump hatte den Schritt unter anderem damit begründet, dass der sozialistische Karibikstaat sich geweigert hatte, zehn ELN-Anführer an Kolumbien auszuliefern, die dort wegen des Anschlags in Bogotá gesucht wurden.

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