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    Israels Gericht: Wehrpflicht gilt auch für Ultraorthodoxe

    Keystone-SDA
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    Die Wehrpflicht für ultraorthodoxe Männer in Israel wurde durch das höchste Gericht bestätigt.

    Ultraorthodoxer Mann vor Wahlplakat mit Benjamin Netanjahu
    Israels höchstes Gericht entschied, dass auch ultraorthodoxe Männer zum Wehrdienst in der Armee verpflichtet werden müssen. (Symbolbild) - AFP/Archiv

    Auch ultraorthodoxe Männer müssen zum Wehrdienst in der israelischen Armee verpflichtet werden. Dies entschied Israels höchstes Gericht am Dienstag einstimmig. Das Urteil gilt als herber Rückschlag für die rechtsreligiöse Regierung des Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu.

    Die neun Richter in Jerusalem stimmten zwei Petitionen zu, die eine sofortige Einberufung wehrpflichtiger ultraorthodoxer Männer gefordert hatten. «Auf dem Höhepunkt eines harten Krieges ist die Belastung durch eine ungleiche Verteilung der Bürde grösser denn je und erfordert eine Lösung», hiess es in der Urteilsbegründung. Es gebe keine juristische Grundlage, um Ultraorthodoxe von der Wehrpflicht zu befreien.

    Koalitionsbruch wegen Wehrpflicht?

    Das Thema Wehrpflicht war zuletzt immer mehr zu einer Zerreissprobe für Netanjahus Regierung geworden. Diese streitet auch über den weiteren Kurs im Gaza-Krieg. Beobachter sehen die Stabilität der Koalition durch den Streit über die Wehrpflicht deswegen gefährdet, weil sie sich auch auf strengreligiöse Partner stützt, die eine Einberufung junger Männer aus ihrer Gemeinschaft strikt ablehnen.

    Jahrzehntelang galten Ausnahmen für ultraorthodoxe Männer bei der Wehrpflicht in Israel. Diese waren aber vor drei Monaten ausgelaufen. Netanjahus Regierung gelangt es jedoch nicht, ein Gesetz zu verabschieden, das die Erleichterungen zementieren sollte.

    Daraufhin ordnete das höchste Gericht eine Streichung der staatlichen Subventionen für ultraorthodoxe Männer im wehrpflichtigen Alter, die in Religionsschulen studieren. Die Generalstaatsanwältin Gali Baharav-Miara entschied Ende März zudem, das Militär sei verpflichtet, auch die bisher weitgehend befreiten Religionsstudenten einzuziehen.

    63'000 neue Soldaten?

    Nach Angaben des Gerichts handelt es sich um 63'000 Männer. Die Armee hatte zuletzt angesichts des Gaza-Kriegs eindringlich vor einem starken Mangel an Kampfsoldaten gewarnt. Kritiker prangerten die bisher geltenden Erleichterungen für ultraorthodoxe Männer als ungerecht an. Der Gaza-Krieg hat die Kluft zwischen den Lagern noch einmal vertieft.

    Männer müssen in Israel regulär drei Jahre, Frauen zwei Jahre Wehrdienst leisten. Am Streit um ein Gesetz, das schrittweise mehr strengreligiöse Männer zum Dienst an der Waffe verpflichten sollte, war bereits 2018 die Regierungskoalition zerbrochen. Es gibt aber auch ultraorthodoxe Männer, die freiwillig dienen. Strengreligiöse Frauen werden nur auf freiwilliger Basis rekrutiert.

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    Kommentare

    User #2047 (nicht angemeldet)

    Man könnte ja auch diesen Gerichtsentscheid einfach ignorieren!

    Nicole

    Richtig so, jeder der im Wehrpflichtigen Alter ist, muss seine Wehrpflicht erfüllen. Es wird Zeit das die ultra Orthodoxen kein Extrazügli mehr haben. Sie Sind Israelis, wie jeder andere auch.

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