Israel: Minister fordert Entzug der Staatsbürgerschaft für Regisseure

    Keystone-SDA
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    Israel,

    Wegen Landesverrats will der israelische Kulturminister Miki Zohar den beiden für ihren Dokumentarfilm «NAZA» in Venedig preisgekrönten Regisseuren Rachel Szor und Yuval Abraham die Staatsbürgerschaft entziehen lassen. «Der vernichtende Selbsthass der Regisseure, die bereit sind, ihrem Heimatland zu schaden, nur um Beifall von Antisemiten auf der ganzen Welt zu ernten, ist unvorstellbar und stellt einen Verrat am Staat dar», schrieb Zohar am Abend auf der Plattform X.

    Dokumentarfilm «NAZA» Venedig
    Der Dokumentarfilm «NAZA» erhält in Venedig den Spezialpreis. Im Bild: Die Regisseure Rachel Szor und Yuval Abraham. - keystone

    Er werde unverzüglich Massnahmen ergreifen, «um diesen verabscheuungswürdigen Regisseuren wegen Staatsverrats die israelische Staatsbürgerschaft zu entziehen». Zohar ist – wie auch Ministerpräsident Benjamin Netanjahu – Mitglied der rechtskonservativen Regierungspartei Likud.

    Es war zunächst völlig unklar, inwieweit Zohars Drohung umgesetzt werden könnte. Im Februar hatte Israel erstmals zwei verurteilten Straftätern die Staatsbürgerschaft entzogen und ihre Ausweisung beschlossen. Das entsprechende Gesetz bezieht sich auf Attentäter, die finanzielle Unterstützung von der palästinensischen Autonomiebehörde erhalten.

    Szor und Abraham waren am Samstagabend beim Filmfest in Venedig für ihr Werk über das militärische Vorgehen Israels im Gaza-Krieg mit dem Spezialpreis der Jury ausgezeichnet worden. Die Dokumentation war in Venedig bei ihrer Premiere mit 25-minütigen stehenden Ovationen gefeiert worden.

    «NAZA» wirft einen Blick auf das mutmassliche System hinter der Kriegsführung des israelischen Militärs. Abraham interviewt 24 Mitglieder des israelischen Geheimdienstes – ihre Stimmen digital verzerrt, ihre Gesichter im Schatten. Die Soldaten schildern unter anderem, wie Ziele im Gazastreifen ausgewählt werden und welche Zahl ziviler Opfer dabei als akzeptabel gilt.

    Die israelische Armee hat die Vorwürfe aus dem Film zurückgewiesen. Kritisiert wurde, dass der Film auf anonymen Aussagen von Personen basiere, deren Identität nicht überprüft werden könne. Zu den Vorwürfen über den Einsatz von Künstlicher Intelligenz hiess es, Entscheidungen über die Auswahl und Genehmigung von Angriffen würden ausschliesslich von menschlichem Personal getroffen und nicht von Künstlicher Intelligenz.

    Der rechtsextreme Polizeiminister Itamar Ben-Gvir griff die Regisseure ebenfalls an. Er bezeichnete sie auf der Plattform X als Schande für das gesamte Volk Israel. «Ich bin sicher, eure Freunde, unsere Feinde von der Hamas in Gaza, werden euch mit offenen Armen empfangen!»

    Am Anfang des Films ist auch der 7. Oktober 2023 Thema, als beim Massaker der islamistischen Hamas rund 1200 Menschen in Israel getötet und mehr als 250 weitere als Geiseln nach Gaza verschleppt wurden. Der beispiellose Überfall der Terrororganisation löste den Gaza-Krieg aus. Seitdem wurden nach Angaben der von der Hamas kontrollierten Gesundheitsbehörde im Gazastreifen mehr als 73’600 Palästinenser getötet.

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    Kommentare

    User #6333 (nicht angemeldet)

    Israelis haben Charakter genug um die eigene Regierung zu kritisieren. Aber die Nachbaren kritisieren und demonstrieren nicht gegen die Hamas obwohl jeder weiss, dass es eine Terrororganisation ist und sie immer wieder unschuldige Menschen töten, Terroranschläge verüben mit dem Ziel Israel und die ganze Bevölkerung auszulöschen. Hätten sie die Ressourcen von Israel, wäre schon lange alles dem Erdboden gleich und das nicht nur dort...!

    User #2025 (nicht angemeldet)

    So ist es leider nicht nur in dem Staat, der hier gemeint war sondern in vielen Ländern rund um den Globus.

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