Israel gedenkt der im Holocaust ermordeten Juden

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    Zwei Minuten heulten in Israel am Donnerstagvormittag die Sirenen. Das Land gedenkt der sechs Millionen im Holocaust ermordeten Juden.

    Holcaust Naftali
    Der israelische Präsident Naftali Bennett spricht in der Holocaust-Gedenkstätte in Jerusalem. - keystone

    Das Wichtigste in Kürze

    • Rund 161'400 Holocaust-Überlebende leben in Israel.
    • Am heutigen Donnerstag gedenkt das Land den im Holocaust ermordeten Juden.
    • Für zwei Minuten heulten am Vormittag landesweit die Sirenen.

    Israel hat am Donnerstag der sechs Millionen im Holocaust ermordeten Juden gedacht. Am Vormittag heulten für zwei Minuten landesweit die Sirenen. Autos hielten auf den Strassen an, Menschen standen still und gedachten der Toten.

    Anschliessend begann eine Gedenkveranstaltung in der Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem in Jerusalem, an der auch Bundestagspräsidentin Bärbel Bas teilnahm. Die Politikerin legte dabei einen Kranz im Namen des Bundestags nieder. Sie befindet sich aktuell auf einem dreitägigen Besuch in Israel.

    In der Knesset entzündete Bas bereits zuvor eine Kerze im Gedenken auch an die vor 80 Jahren aus ihrer Heimatstadt Duisburg deportierte Jüdin Irma Nathan. Sie wurde 1942 von den Nazis ermordet. Auch ihr Mann und die beiden Kinder wurden von den Nazis getötet. Die deutschen Nationalsozialisten und ihre Helfershelfer ermordeten während des Zweiten Weltkrieges insgesamt sechs Millionen Juden.

    «Schlimmsten Kriege nicht mit Holocaust vergleichbar»

    Bei der offiziellen Eröffnungszeremonie in Yad Vashem am Mittwochabend hatte Israels Regierungschef Naftali Bennett die Einzigartigkeit des Holocaust betont. «Selbst die schlimmsten Kriege heutzutage sind nicht der Holocaust und sind nicht vergleichbar mit dem Holocaust», sagte er laut einer Mitteilung. «Die Nazis strebten danach, alle Juden zu jagen und jeden einzelnen von ihnen auszurotten.»

    In Israel leben nach Behördenangaben noch 161'400 Holocaust-Überlebende. Das Durchschnittsalter betrage 85,5 Jahre, hiess es. Mehr als 1000 Betroffene seien sogar älter als 100 Jahre.

    Wie die Jewish Claims Conference mitteilte, sind rund 100 Holocaust-Überlebende seit Kriegsbeginn aus der Ukraine nach Israel eingewandert. Zudem seien mithilfe der Organisation rund 70 Betroffene aus der Ukraine nach Deutschland gebracht worden. Die Claims Conference mit ihrer Zentrale in New York setzt sich für die materielle Entschädigung von Betroffenen ein.

    Den israelischen Angaben zufolge lebten Ende 2020 weltweit 15,2 Millionen Juden, die meisten davon - 6,9 Millionen - in Israel. Die zweitgrösste jüdische Gemeinde mit 6 Millionen bestand demnach in den USA. In Deutschland lebten zu dem Zeitpunkt 118'000 Juden. Damit gibt es weltweit laut den Angaben immer noch weniger Juden als vor dem 2. Weltkrieg. Damals seien es 16,6 Millionen gewesen, hiess es.

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