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Irans Regierung wegen Zwei-Klassen-Internet unter Druck

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Eine neue Debatte über Internet-Zensur und «weisse SIM-Karten» ist im Iran ausgebrochen. Viele Webseiten und auch Apps sind in dem Land gesperrt.

Iran Daily Life
Irans Internet unterliegt strenger Zensur. Viele Webseiten und auch Apps sind in dem Land mit gut 90 Millionen Einwohnern gesperrt. (Archiv) - keystone

Im Iran ist eine neue Debatte über die strenge Internet-Zensur im Land ausgebrochen. Seit Tagen bereits diskutieren Iranerinnen und Iraner über die sogenannten «weissen SIM-Karten», die es einer kleinen, privilegierten Schicht ermöglichen, ohne Sperren und Restriktionen online zu gehen.

In den sozialen Medien kritisierten viele Nutzer den Zustand als Zwei-Klassen-System. Irans Internet unterliegt strenger Zensur. Viele Webseiten und auch Apps sind in dem Land mit gut 90 Millionen Einwohnern gesperrt.

Um soziale Medien und Netzwerke wie etwa Instagram, Tiktok und Youtube zu nutzen, gehören Tunneldienste (VPN) inzwischen für einen Grossteil der iranischen Nutzer zum Alltag. Die Verbindungen sind dann jedoch oft langsam und unzuverlässig.

Kampf gegen Restriktionen

Die Regierung unter dem moderat-konservativen Präsidenten Massud Peseschkian hatte vergangenes Jahr angekündigt, Restriktionen abzubauen. Inzwischen ist etwa WhatsApp wieder frei zugänglich. Peseschkian liess jedoch durchblicken, dass ihm bei dem Thema die Hände gebunden seien – die entscheidenden Befugnisse liegen bei den Sicherheitsdiensten.

Seit Jahren ist bekannt, dass die Restriktionen nicht für alle Bürger gelten. Auslöser der jüngsten Debatte ist ein neues Feature auf der Plattform X von Tech-Milliardär Elon Musk, das den Standort der Nutzer anzeigt.

Freies Internet für die Elite

Einige Politiker, Journalisten und Aktivisten wurden dabei im Iran verortet. Da X dort offiziell gesperrt ist, lag die Schlussfolgerung nahe: Diese Nutzer haben freies Internet.

Dem Portal «Khabaronline» erklärte ein Politiker in einem Interview, dass alle Parlamentsabgeordneten über freies Internet verfügen. Neben Fragen der nationalen Sicherheit hätten die Sperrungen auch einen wirtschaftlichen Hintergrund, sagte er. «Viele wollen, dass die Filterung bleibt, weil sie VPN verkaufen», sagte der Abgeordnete Ahmad Bachschajesh Ardestani.

Unterdessen hat sich auch Präsident Peseschkian in die Debatte eingeschaltet, nachdem seine Regierung das Zwei-Klassen-System eingestanden hatte. «Ich habe angeordnet, dass die weissen SIM-Karten schwarz geschaltet werden, damit diejenigen, die keine besitzen, das nachvollziehen können», sagte er.

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