Iran: Kritik am geplanten Gesetzentwurf für Internetzensur

    Keystone-SDA
    Keystone-SDA

    Iran,

    Im Iran hat ein geplanter Gesetzentwurf für noch mehr Internetzensur landesweit heftige Kritik ausgelöst.

    Ehemaliger iranischer Präsident trifft Nachfolger
    Hassan Ruhani (r), scheidender Präsident des Iran, trifft seinen Nachfolger Ebrahim Raeissi, neugewählter Präsident des Iran. Foto: -/Iranian Presidency - dpa

    «Ich hoffe, dass das Thema nicht zu einem Politikum wird und in dem Gesetz die legitimen Rechte der Menschen (auf Internetfreiheit) berücksichtigt werden», sagte Kommunikationsminister Mohamed Dschawad Asari Dschahromi am Montag laut Nachrichtenportal Entechab.

    Die Hardliner, die im Parlament eine Mehrheit haben, geben an, dass sie keine Zensur wollen, sondern ein mehr lokales Internet und die Einführung von einheimischen Apps.

    Ausserdem sollen alle iranischen Internetnutzer identifiziert werden. Die Verbreitung von Datentunneln soll bestraft werden. Mit den sogenannten VPN-Tunneln kann man Zensur umgehen und im Iran verbotene Internetseiten lesen. Kritiker werfen den Hardlinern vor, sie wollten ein leicht kontrollierbares Intranet einführen.

    Im Iran sind bereits Tausende Internetseiten gesperrt. Mit dem neuen Gesetz könnten auch Instagram und WhatsApp auf die Verbotsliste kommen. Besonders nach der Corona-Pandemie werden die beiden von Millionen nicht nur privat genutzt, sondern auch für geschäftliche und medizinische Zwecke.

    Mehr als die Hälfte der 84 Millionen Iraner sind Berichten zufolge Mitglied in verbotenen sozialen Netzwerken wie Twitter und Facebook. Die Verbote waren ihnen bislang egal, weil sie sich über Datentunnel Zugang zu allen gefilterten Seiten verschafften. Aber falls auch diese ausfallen sollten, hätten nicht nur sie, sondern das ganze Land ein Kommunikationsproblem.

    Der neugewählte iranische Präsident Ebrahim Raisi hat im Wahlkampf mehrmals versprochen, dass er das Internet nicht einschränken wolle. Trotz offiziellen Verbots sind er und viele andere Spitzenpolitiker auf Twitter aktiv. Dort haben sie weitaus besseren Zugang zu den Bürgern als über die staatlichen Medien, die insbesondere von Jugendlichen kaum noch wahrgenommen werden. Raisi soll am 5. August als neuer Präsident und Nachfolger von Hassan Ruhani vereidigt werden.

    Mehr zum Thema:

    Kommentare

    Weiterlesen

    deutsche bahn
    432 Interaktionen
    6 Min. reichen
    Raffaella Strähl
    32 Interaktionen
    Kemmental TG

    MEHR IN NEWS

    Schlafstörungen
    4 Interaktionen
    Deutliche Zunahme
    waffen
    3 Interaktionen
    Remscheid/Wuppertal
    Putin
    166 Interaktionen
    «Wir sind bereit»
    7 Interaktionen
    Kloten ZH

    MEHR AUS IRAN

    Katar
    Teheran
    iran
    3 Interaktionen
    Teheran
    Jafar Panahi
    Jafar Panahi
    iran
    Teheran