Neuer Mullah-Führer überlebte US-Luftangriff knapp – war im Garten
Vor bald zwei Wochen griffen die USA und Israel den Iran an, der grossflächig zurückschlug. Die für den Öl-Handel wichtige Strasse von Hormus ist blockiert.

Das Wichtigste in Kürze
- Die USA und Israel greifen weiterhin Ziele im Iran und Libanon an.
- Der Iran schlägt zurück und bombardiert auch die Golfstaaten.
- Wegen der Eskalation im Nahen Osten sind die Benzin-Preise stark angestiegen.
Die Lage im Nahen Osten spitzt sich weiter zu: Nach Angriffen Israels und der USA auf Ziele im Iran reagiert Teheran mit Gegenschlägen und Drohungen gegen Schifffahrt und Militärbasen in der Region. Besonders die Seeschlacht um die wichtige Handelsroute, die «Strasse von Hormus», verschärft sich.
Weltweit machen sich Regierungen derweil vor allem besonders um den weiterhin hohen Ölpreis grosse Sorgen. US-Präsident Donald Trump hat schon mehrfach versucht, einen Einfluss darauf zu nehmen und ein baldiges Kriegsende erwähnt, doch konkrete politische Ziele der USA bleiben unklar.
Gleichzeitig verstärken die Vereinigten Staaten ihre militärische Präsenz in der Region: Das Pentagon hat zusätzliche Kriegsschiffe sowie rund 5000 Marineinfanteristen in den Nahen Osten entsandt.
Im Ticker von Nau.ch verpasst du keine neue Entwicklung:
Mullah-Führer überlebte, weil er in Garten ging
09.37: Während der alte Mullah-Führer Ali Chamenei (†86) beim US-Luftangriff vom 28. Februar ums leben kam, soll sein Sohn Modschtaba (56) gerade im Garten gewesen sein.
Nur deshalb habe er überlebt, zeigt ein Audio-Mittschnitt von Ali Chameneis Protokollchef, der dem «Telegraph» vorliegt.
Demnach überlebte Modschtaba Chamenei, weil er nur Minuten vor dem Angriff in seinen Garten ging, um «etwas zu erledigen». Er lebte auf dem gleichen Gelände wie sein Vater, das von israelischen «Blue Sparrow»-Raketen getroffen wurde.

Laut der Zeitung kam der neue religiöse Führer Irans mit einer Beinverletzung davon.
Das sagte der Protokollchef in einer Ansprache an hochrangige Geistliche und Kommandanten der Revolutionsgarden. «Er befand sich draussen und war gerade auf dem Weg nach oben, als das Gebäude von einer Rakete getroffen wurde.» Es handle sich um eine «kleine Verletzung».
Seine Frau, sein Sohn und sein Schwager seien hingegen sofort tot gewesen.
Sowohl sein aktueller Gesundheitszustand sowie sein Aufenthaltsort sind nicht bekannt.
Modschtaba Chamenei soll schwul sein
08.48: Der Neue oberste Führer des Irans, Modschtaba Chamenei (56) soll homosexuell sein. Das geht aus einem Bericht der «New York Post» hervor. Der US-Geheimdienst halte die Informationen für plausibel und habe auch Donald Trump darüber informiert.
Der US-Präsident reagierte amüsiert, er soll laut gelacht haben.

Homosexualität ist in der Islamischen Republik ein schweres gesellschaftliches Tabu, weshalb die Information besonders brisant ist. Nach iranischem Strafrecht können gleichgeschlechtliche Beziehungen im Extremfall sogar mit der Todesstrafe bestraft werden.
Nicht zuletzt weil das Rechtssystem auf einer Auslegung der islamischen Scharia basiert, wäre es aussergewöhnlich wenn der oberste religiöse Führer Irans selbst homosexuell wäre.
Katar wehrt Raketenangriff ab
05.49: Das Militär in Katar hat am Morgen einen mutmasslich iranischen Raketenangriff abgewehrt. Das teilte das Verteidigungsministerium in Doha auf der Plattform X mit, ohne sich ausdrücklich zur Herkunft der Geschosse zu äussern. Trümmerteile einer abgewehrten Rakete lösten in einem Industriegebiet einen Brand aus, wie das Innenministerium mitteilte. Die Feuerwehr sei vor Ort. Weitere Einzelheiten zu dem Angriff – etwa zur Zahl der abgewehrten Raketen – wurden zunächst nicht genannt.
Frachter vor Oman von «unbekanntem Geschoss» getroffen
05.31: Vor der Küste des Oman ist ein Frachter von einem «unbekannten Geschoss» getroffen worden. Wie die britische Sicherheitsbehörde UK Maritime Trade Operations mitteilte, erlitt das Schiff nur geringfügige strukturelle Schäden. Verletzte unter der Besatzung gab es demnach nicht. Der Tanker lag vor Anker, als er getroffen wurde.
Mehrere Explosionen in Dubai und Doha
05.04: In Dubai und in Doha sind am frühen Dienstagmorgen mehrere Explosionen zu hören gewesen. Korrespondenten der Nachrichtenagentur AFP berichteten, dass in Dubai nach einer Raketenwarnung drei Explosionen folgten. Auch in Doha meldete ein Journalist mehrere Detonationen.
Israel fliegt neue Angriffe auf Ziele in Teheran und Beirut
04.10: Die israelische Luftwaffe fliegt nach eigenen Angaben grosse neue Angriffswellen auf Ziele im Iran und im Libanon. In der Hauptstadt Teheran werde Infrastruktur des iranischen «Terrorregimes» attackiert.
Gleichzeitig gebe es Angriffe auf Einrichtungen der vom Iran unterstützten Terrororganisation Hisbollah in der libanesischen Hauptstadt Beirut, erklärte das Militär auf der Plattform X. Weitere Einzelheiten nannte die israelische Armee zunächst nicht.

In Israel wiederum ertönten wegen iranischer Angriffe am frühen Dienstagmorgen mindestens zweimal Sirenen. Nach jeweils kurzer Zeit wurde der Raketenalarm wieder aufgehoben und Entwarnung gegeben.
VAE schliessen vorübergehend den Luftraum
01.51: Die Vereinigten Arabischen Emirate haben ihren Luftraum vorübergehend vollständig geschlossen. Die Luftfahrtbehörde General Civil Aviation Authority erklärte laut der staatlichen Nachrichtenagentur Emirates News Agency, die Massnahme sei eine «aussergewöhnliche Vorsichtsmassnahme» angesichts der sich rasch entwickelnden Sicherheitslage in der Region.
Zuvor hatte das Verteidigungsministerium mitgeteilt, die Luftabwehr reagiere auf Raketen und Drohnen aus dem Iran. Passagiere wurden aufgefordert, sich bei ihren Fluggesellschaften über aktuelle Flugpläne zu informieren. Bereits am Montag war der Betrieb am Dubai International Airport nach einem Drohnenvorfall kurzzeitig ausgesetzt worden.
Irans Aussenminister dementiert Kontakt mit US-Sondergesandten
23.45: Irans Aussenminister Abbas Araghtschi hat Berichte über Kontakte zum US-Sondergesandten Steve Witkoff zurückgewiesen. Araghtschi erklärte auf X: «Mein letzter Kontakt mit Herrn Witkoff fand statt, bevor sein Arbeitgeber (US-Präsident Donald Trump) beschloss, die diplomatischen Bemühungen durch einen weiteren illegalen Militärschlag gegen den Iran zunichte zu machen.»

Die nun kursierenden Behauptungen seien darauf angelegt, Ölmarktakteure und die Öffentlichkeit zu täuschen. Zuvor hatte das Portal «Axios» unter Berufung auf einen US-Beamten und eine informierte Quelle berichtet, dass zwischen beiden Seiten in den vergangenen Tagen ein direkter Kommunikationskanal reaktiviert worden sei. Araghtschi soll demnach Textnachrichten geschickt haben, in denen es um Wege zur Beendigung des Kriegs ging.
Länder warnen vor Bodenoffensive im Libanon
22.50: Mehrere Staaten, darunter Deutschland, haben Israel davor gewarnt, im Konflikt mit der proiranischen Hisbollah-Miliz eine grossangelegte Bodenoffensive im Libanon zu starten. «Eine signifikante israelische Bodenoffensive hätte verheerende humanitäre Folgen und könnte zu einem langwierigen Konflikt führen.»
Die Erklärung wurde von den Staats- und Regierungschefs Deutschlands, Frankreichs, Italiens, Kanadas und des Vereinigten Königreichs unterschrieben.
«Dies gilt es abzuwenden. Die humanitäre Lage in Libanon einschliesslich der anhaltenden Massenvertreibung ist bereits äusserst alarmierend.» Die Staats- und Regierungschefs verurteilten in der Erklärung die Entscheidung der Hisbollah, sich Irans Angriffen auf Israel anzuschliessen.
Trump: Israel würde niemals Atomwaffen gegen Iran einsetzen
22.45: Israel ist seit langem als regionale Atommacht bekannt – hat den Besitz von Nuklearwaffen aber nie offiziell zugegeben. Nun hat US-Präsident Donald Trump auf eine Reporterfrage eine Antwort gegeben, die aufhorchen lässt.
Könnte Israel den Einsatz einer Atomwaffe in Erwägung ziehen? «Israel würde so etwas niemals tun», sagte Trump in Washington auf eine Frage eines Journalisten. Der hatte den Präsidenten mit einer Äusserung von Trumps KI-Beauftragten David Sacks konfrontiert.

Sacks hatte in einem Podcast vor dem Szenario gewarnt, dass Israel im Krieg erheblich zerstört werden könnte. Zudem sagte Sacks: «Man muss befürchten, dass Israel den Krieg eskalieren lässt, indem es den Einsatz einer Atomwaffe in Erwägung zieht.» Der Reporter fragte Trump, ob Sacks diese Einschätzung mit ihm geteilt habe. Daraufhin gab Trump seine Antwort.
Iran warnt USA vor weiterem Angriff auf Ölinsel Charg
22.27: Der Sprecher der iranischen Streitkräfte, Abolfasl Schekartschi, droht den USA für den Fall weiterer Angriffe auf die Ölinsel Charg mit Vergeltung. Nach Angaben der Nachrichtenagentur Tasnim sagte er, dass der Iran sämtliche Öl‐ und Gasanlagen von Staaten zerstören werde, die an möglichen Angriffen beteiligt seien.
Irans Parlamentssprecher: Sind auf langen Krieg vorbereitet
21.34: Der Iran sieht sich nach Angaben von Parlamentssprecher Mohammed Bagher Ghalibaf auf einen langen Krieg vorbereitet. Ghalibaf sagte der arabischen Tageszeitung «al-Arabi al-Dschadid», aus Erfahrung früherer Kriege seien die notwendigen Massnahmen getroffen worden.

«Wir verfügen über ausreichende Bestände an Raketen und Drohnen, und da diese Technologie im Inland entwickelt wurde, sind wir in der Lage, sie mit höherer Geschwindigkeit und zu wesentlich geringeren Kosten zu produzieren als der Feind seine Abfangraketen», sagte Ghalibaf.
Ein Waffenstillstand müsse garantieren, dass der Krieg nicht wieder aufflamme, so der Parlamentssprecher. Der Iran werde weiterkämpfen, «bis der Feind seine Aggression bereut» und stabile politische und sicherheitspolitische Bedingungen geschaffen seien.
















