Krieg

    Iran-Krieg: 20‘000 Matrosen sitzen in Strasse von Hormus fest

    Simon Binz
    Simon Binz

    Iran,

    Fast zwei Monate feststeckend, teils ohne Lohn und unter Beschuss: Im Persischen Golf harren 20'000 Matrosen aus – weil die Strasse von Hormus gesperrt bleibt.

    Strasse von Hormus Iran
    Festsitzende Frachter vor Bandar Abbas, der Hauptstadt der Provinz Hormusgan. Die Stadt gilt als eines der wichtigsten militärischen Zentren des Irans im Golfraum. - Keystone

    Das Wichtigste in Kürze

    • Rund 20'000 Matrosen sitzen seit fast zwei Monaten im Persischen Golf fest.
    • Viele Seeleute berichten von Nahrungsmangel, ausbleibendem Lohn und Drohnenangriffen.
    • Gewerkschafter fordern echte Garantien für eine sichere Durchfahrt durch die Meerenge.

    Als Donald Trump am späten Sonntagabend (Schweizerzeit) verkündete, der Iran-Deal sei weitgehend ausgehandelt, ging ein kollektives Aufatmen um die Welt. Doch die Erleichterung war verfrüht. In den darauffolgenden Tagen zeigte sich einmal mehr: Die Situation bleibt unverändert.

    Besonders bitter ist das für rund 20'000 Matrosen, die seit fast zwei Monaten im Persischen Golf ausharren müssen. Für sie sind Explosionen, Drohnenangriffe und direkter Beschuss seit Wochen bittere Realität geworden.

    Wird es im Iran-Krieg zu einer baldigen Lösung kommen?

    Seit dem Ausbruch des Iran-Kriegs ist die Strasse von Hormus für den Schiffsverkehr weitgehend gesperrt. Die Seeleute sitzen seither auf ihren Schiffen fest – mitten im Kriegsgebiet, ohne Aussicht auf baldige Rückkehr. Mit jedem Vermittlungsanlauf keimt bei ihnen neue Hoffnung auf – nur um dann kurz darauf wieder zu erlöschen.

    In der gestrigen Hauptausgabe der «Tagesschau» berichtete SRF über die vergessenen Seefahrer in der Strasse von Hormus und sprach dabei unter anderem mit Gewerkschafter Manoj Yadav.

    «Es ist wie in einem Gefängnis»

    Der Generalsekretär der indischen «Forward Seamen's Union» steht mit zahlreichen Gestrandeten in Kontakt. Was er von ihnen höre, sei erschreckend: «Viele Schiffe wurden angegriffen – es gibt zu wenig Essen und zu wenig Wasser.»

    Die Matrosen selbst beschrieben ihre Lage so: «Es ist wie in einem Gefängnis. Wir sind jetzt seit zwei Monaten hier, das Schiff liegt vor Anker und wir dürfen nicht ans Ufer.»

    Kaum einer der Betroffenen traut sich demnach, öffentlich zu sprechen. Eine Ausnahme ist Reza Muhammad Saleh, indonesischer Seemann und erster Offizier auf einem Frachtschiff.

    Anfang März strandete er mit seiner Crew vor der Küste Omans. Gegenüber SRF sagte er bereits Ende April: «Die Situation war extrem angespannt – bis heute haben wir Angst, dass es neue Drohnenangriffe geben könnte.»

    Von Reedereien im Stich gelassen

    Viele Seefahrer seien im Krieg von ihren Reedereien alleingelassen worden, berichtete Yadav weiter. Manche hätten keinen Lohn erhalten, andere die Kosten für ihre Evakuierung selbst tragen müssen. «Für die Angehörigen der Seefahrer ist das sehr hart, denn ihre Schulbildung oder auch ihre medizinische Versorgung hängen vom Einkommen ab und sind jetzt betroffen.»

    Normalerweise werden über die Strasse von Hormus Unmengen von Öl und Fracht transportiert. Nun liegt der Verkehr weitgehend brach. Yadav macht klar, was es braucht, damit die Schiffe wieder fahren können: «Niemand wird ein Risiko eingehen, solange es keine echte Lösung gibt. Denn trotz der derzeitigen Waffenruhe wurden mehrere Schiffe angegriffen.»

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    Kommentare

    User #6479 (nicht angemeldet)

    Dort haben sie nichts verloren

    User #2599 (nicht angemeldet)

    Warum spricht eigentlich niemand mehr von dem Land das diesen Krieg angefangen hat? Und den Konsequenzen für die Welt durch diese Tat?

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