Iran-Ticker: US-Militär bestätigt Angriff auf weitere Ziele im Iran
Der Konflikt um die Strasse von Hormus spitzt sich nach gegenseitigen Angriffen der USA und des Iran erneut gefährlich zu. Das Wichtigste im Ticker.

Im Überblick
- 04.55:Iran meldet Angriffe auf Luftwaffenstützpunkte in Kuwait und Bahrain
- Iran meldet Angriff auf US-Luftwaffenstützpunkt in Jordanien
- Berichte: US-Militär greift weitere Ziele im Iran an
- Iran meldet erneut Explosionen an der Südküste
- Trump widerspricht Iran: Strasse von Hormus ist offen
- Katar rät zu vorübergehendem Stopp der Schiffahrt
Iran meldet neue Angriffe auf US-Militärstandorte in Bahrain, Kuwait und Jordanien – als Vergeltung für erneute US-Bombardierungen der iranischen Südküste.
Die US-Angriffe erfolgen inmitten einer sich zuspitzenden Krise um die Strasse von Hormus: In den Hafenstädten Bandar Abbas, Sirik und Jask sowie auf der Insel Qeshm wurden Explosionen gemeldet.
Der Schlagabtausch folgt auf einen Tag, an dem das US-Militär eigenen Angaben zufolge mindestens 140 Ziele im Iran getroffen hat. Teheran reagierte darauf bereits mit Vergeltungsschlägen gegen Bahrain, Kuwait, Oman, Katar und Jordanien.
US-Präsident Donald Trump erklärte, die Strasse von Hormus sei weiterhin «offen». Die iranische Golf-Meerengen-Behörde widerspricht dem und besteht darauf, dass keine Durchfahrt erlaubt sei, bis «Stabilität und Ruhe wiederhergestellt» seien.
Im Nau.ch-Ticker halten wir dich zu den aktuellen Entwicklungen auf dem Laufenden:
Iran meldet Angriffe auf Luftwaffenstützpunkte in Kuwait und Bahrain
Die iranischen Revolutionsgarden (IRGC) melden weitere Vergeltungsschläge gegen die USA. In der dritten Phase ihrer Operation «Auge um Auge» seien Treibstofftanks und Patriot-Luftabwehrsysteme auf dem Stützpunkt Ali Al-Salem sowie ein strategisches FPS-Radarsystem auf dem Stützpunkt Ahmed Al-Jaber in Kuwait «vollständig zerstört» worden.
Bereits zuvor hatten die IRGC in einer zweiten Phase den Stützpunkt Sheikh Isa in Bahrain angegriffen. Getroffen worden seien laut eigenen Angaben Wartungsanlagen für Helikopter, ein Hangar mit einem P-8-Flugzeug sowie ein US-Kommandozentrum für Drohnen.
Die Angriffe seien eine Reaktion auf das anhaltende Vorgehen der USA gegen Iran, so die IRGC. Man warnte zudem vor weiterer US-Einmischung in der Strasse von Hormus und kündigte an, die Operation fortzusetzen.
Das US-Militär hat Medienberichten zufolge erneut Ziele im Iran angegriffen. Die Attacken hätten sich gegen Raketenstellungen und Anlagen zur Luftabwehr gerichtet, berichteten das «Wall Street Journal» und die «New York Times» unter Berufung auf US-Regierungsbeamte.
Zudem seien Boote der Iranischen Revolutionsgarden angegriffen worden. Das zuständige Regionalkommando Centcom äusserte sich auf Nachfrage nicht zu den Berichten.
Mit den Angriffen soll der Iran demnach daran gehindert werden, Handelsschiffe in der Strasse von Hormus zu attackieren. Es ist bereits die vierte Angriffswelle der USA, seit die Feindseligkeiten in der Nacht zu Mittwoch wieder aufflammten.
Der Iran hat nach den US-Angriffen in der vergangenen Nacht erneut Explosionen an der Südküste gemeldet. Die iranische Nachrichtenagentur Tasnim berichtete am Sonntagabend über Detonationen in der Hafenstadt Bandar Abbas und unweit der Insel Gheschm im Persischen Golf. Details zur Ursache der Explosionen gab es zunächst nicht.
Die staatliche Nachrichtenagentur Irna sprach von «feindlichen Angriffen» in Bandar Abbas, wo am Abend in einigen Stadtteilen aufeinanderfolgende Explosionen zu hören gewesen seien. Der Vorfall werde untersucht. Bei den Gebieten handele es sich um Militäreinrichtungen, schrieb Irna.
US-Präsident Donald Trump hat die Strasse von Hormus entgegen iranischer Aussagen als offen für den Schiffsverkehr erklärt. «Sie ist offen», sagte Trump am Sonntag in der NBC-Sendung «Meet the Press».
Auch das für die Region zuständige US-Regionalkommando Centcom schrieb in einem Post auf der Plattform X, die für den Handel wichtige Meerenge bleibe eine internationale Wasserstrasse, die der Iran nicht kontrolliere.

Die Iranischen Revolutionsgarden (IRGC) hatten in der Nacht bekanntgegeben, dass die Meerenge bis auf weiteres und bis zum Ende der US-amerikanischen Eingriffe in der Region geschlossen bleibe. Die Durchfahrt sei verboten.
Zuvor hatte die Marine der Iranischen Revolutionsgarden nach eigenen Angaben Warnschüsse auf ein Schiff abgegeben, das eine nicht genehmigte Route befahren haben soll.
Der Golfstaat Katar hat nach erneuten iranischen Angriffen zur vorübergehenden Einstellung des Schiffsverkehrs geraten. Für alle Fahrten und andere «meeresbasierte Tätigkeiten» werde empfohlen, diese bis auf Weiteres auszusetzen, teilte das katarische Transportministerium heute mit. Das betreffe auch Fischer- und Freizeitboote, Jetskis und «alle anderen Seefahrzeuge».
Auch der katarische Nachrichtensender Al Jazeera berichtete von so einer Empfehlung. Teils berichteten Medien, es handle sich um eine Anordnung.

Von den Perlentauchern und traditionellen Daus bis zu heutigen touristischen Fahrten und Luxusbooten ist die Identität Katars eng mit der Schifffahrt am Persischen Golf verbunden. Das auf einer Halbinsel liegende Land verfügt über Dutzende Fischerei- und Jachthäfen für kommerziellen und privaten Betrieb.
Katar meldete heute erneute Angriffe aus dem Iran. Dabei wurden nach offiziellen Angaben durch herabfallende Trümmerteile drei Menschen verletzt, darunter ein Kind.
Katar wurde im Iran-Krieg in vergangenen Monaten immer wieder angegriffen, meldete aber weniger Angriffe als etwa Kuwait und die Vereinigten Arabischen Emirate. Katar tritt zusammen mit Pakistan im Krieg zwischen den USA und dem Iran als ein Vermittler auf.












