«Übernehmen Kontrolle»: USA mit neuer Hormus-Seeblockade
Der Konflikt um die Strasse von Hormus spitzt sich nach gegenseitigen Angriffen der USA und des Iran erneut gefährlich zu. Das Wichtigste im Ticker.

Im Überblick
17- US-Militär meldet neue Angriffswelle auf Iran
- Trump: Angriffe könnten noch zwei bis drei Wochen andauern
- Trump: Werden Iran heute Nacht und morgen angreifen
- IMO pocht auf gebührenfreie Durchfahrt der Strasse von Hormus
- Raketenangriff auf Saudi-Arabien abgewehrt
- Trump: Setzen Seeblockade gegen iranische Häfen wieder ein
- Iran meldet neue US-Angriffe im Südwesten
- Benzinpreise steigen wieder
- Golfstaaten melden Beschuss aus dem Iran
- Ölpreis steigt deutlich an
- US-Militär erklärt Angriffe auf Iran vorerst für beendet
- 04.55:Iran meldet Angriffe auf Luftwaffenstützpunkte in Kuwait und Bahrain
- Iran meldet Angriff auf US-Luftwaffenstützpunkt in Jordanien
- Berichte: US-Militär greift weitere Ziele im Iran an
- Iran meldet erneut Explosionen an der Südküste
- Trump widerspricht Iran: Strasse von Hormus ist offen
- Katar rät zu vorübergehendem Stopp der Schiffahrt
Iran meldet neue Angriffe auf US-Militärstandorte in Bahrain, Kuwait und Jordanien – als Vergeltung für erneute US-Bombardierungen der iranischen Südküste.
Die US-Angriffe erfolgen inmitten einer sich zuspitzenden Krise um die Strasse von Hormus: In den Hafenstädten Bandar Abbas, Sirik und Jask sowie auf der Insel Qeshm wurden Explosionen gemeldet.
Der Schlagabtausch folgt auf einen Tag, an dem das US-Militär eigenen Angaben zufolge mindestens 140 Ziele im Iran getroffen hat. Teheran reagierte darauf bereits mit Vergeltungsschlägen gegen Bahrain, Kuwait, Oman, Katar und Jordanien.
US-Präsident Donald Trump erklärte, die Strasse von Hormus sei weiterhin «offen». Die iranische Golf-Meerengen-Behörde widerspricht dem und besteht darauf, dass keine Durchfahrt erlaubt sei, bis «Stabilität und Ruhe wiederhergestellt» seien.
Im Nau.ch-Ticker halten wir dich zu den aktuellen Entwicklungen auf dem Laufenden:
Das US-Zentralkommando Centcom hat nach eigenen Angaben auf Anweisung von Präsident Donald Trump eine weitere Angriffswelle gegen den Iran durchgeführt. Auf X schrieb Centcom: «Die Angriffe sollen den iranischen Streitkräften weiterhin hohe Kosten auferlegen und ihre Fähigkeit schwächen, Zivilisten und Handelsschiffe in der Strait of Hormuz anzugreifen.»
Trump hat gegenüber dem konservativen Radiomoderator Hugh Hewitt gesagt, die US-Militäroperationen gegen den Iran könnten noch zwei bis drei Wochen andauern. Zudem drohte er, die iranische Atomanlage Kuh-e Kolang Gaz La – auf Deutsch «Pickaxe Mountain» – ins Visier zu nehmen.
Trump bezeichnete den Berg als «ein möglicher Zielort für einen schönen, richtig fetten Schuss direkt durch die Vordertür». Wörtlich sagte er zudem: «Wir werden Pickaxe Mountain ausschalten. Sagt den Iranern, sie sollen bereit sein. Okay, sie können nichts dagegen tun.»
Pickaxe Mountain ist eine stark befestigte Atomanlage, die in die Zagros-Gebirgskette in Zentraliran gebaut wurde.
US-Präsident Donald Trump hat gegenüber dem konservativen Radiomoderator Hugh Hewitt angekündigt, dass die USA den Iran in der Nacht auf Dienstag sowie am Dienstag selbst hart angreifen werden. Auf die Frage nach dem Memorandum of Understanding (MoU) sagte Trump, dieses sei ein Test für den Iran gewesen – ein Test, den das Land nicht bestanden habe.
Die Weltschifffahrtsorganisation IMO pocht auf eine gebührenfreie Durchfahrt von Schiffen durch die Strasse von Hormus.

Gemäss internationalem Recht müsse die Passage weiterhin zoll- und gebührenfrei bleiben, teilte die UN-Sonderorganisation mit Sitz in London mit.
Die IMO betonte, jede Vereinbarung zwischen den Anrainerstaaten der Region müsse die diskriminierungsfreie und ungehinderte Durchfahrtsrecht aller Schiffe sicherstellen.
Die von Saudi-Arabien geführte Militärkoalition hat nach eigenen Angaben ballistische Raketen abgefangen, die von der Huthi-Miliz abgeschossen worden sein sollen. Sie wurden einem Sprecher der Koalition zufolge auf die südliche Region Saudi-Arabiens abgefeuert. Weitere Details waren zunächst nicht bekannt.
In der jemenitischen Hauptstadt Sanaa hatte es am frühen Nachmittag Luftangriffe auf den Flughafen gegeben. Die Huthi warfen Saudi-Arabien vor, diese durchgeführt zu haben und drohten mit Vergeltung.
Im Konflikt um die Strasse von Hormus hat US-Präsident Donald Trump die Wiederaufnahme der Seeblockade gegen Schiffe angekündigt, die iranische Häfen ansteuern oder von diesen abfahren.
Allen anderen Ländern solle ein "fairer und offener" Zugang zur Meerenge möglich sein, teilte er auf seiner Plattform Truth Social mit.

Zugleich kündigte Trump an, dass die USA fortan für die sichere Durchfahrt der Meerenge aus "Fairnessgründen" Einnahmen in Höhe von 20 Prozent des Frachtwertes für sich beanspruchen.
Dies solle die Kosten, die im Zuge der Sicherstellung der Passage anfallen, kompensieren. Der Prozess und die Umsetzung würden umgehend beginnen, schrieb er weiter. Weitere Details blieben offen, etwa wer genau für den Beitrag aufkommen soll.
Der Iran hat neue Angriffe im Südwesten des Landes gemeldet.
In der Industriestadt Abadan an der Grenze zum Irak wurden dabei zwei Menschen getötet und drei weitere verletzt, wie die Nachrichtenagentur Isna berichtete. Laut dem Vizegouverneur der betroffenen Provinz Chusestan ereigneten sich die Angriffe kurz nach Mittag (Ortszeit).
Die Behörden machten die USA für die Luftangriffe verantwortlich. Eigentlich hatte das US-Militär seine jüngste Angriffswelle am frühen Morgen für beendet erklärt.
Die Spritpreise in der Schweiz sind über das vergangene Wochenende um 1,7 Prozent gestiegen. Dies pünktlich zum Sommerferienbeginn im Kanton Zürich.
Damit liegt der Durchschnittspreis für einen Liter Bleifrei 95 aktuell bei 1,84 Franken und für einen Liter Bleifrei 98 bei 1,95 Franken, wie Zahlen des Touring Club Schweiz (TCS) zeigen.

Diesel kostet derzeit 2,00 Franken pro Liter. Im Vergleich zu den Höchstständen im April und Mai mit 2,04 Franken pro Liter Bleifrei 98 und 2,24 Franken pro Liter Diesel hat sich das Preisniveau aber entspannt.
Ende Februar – also vor Beginn des Iran-Kriegs – lagen die Preise allerdings noch bei 1,67 Franken für Bleifrei 95, 1,78 Franken für Bleifrei 98 und 1,79 Franken für Diesel. Damit kosten Benzin und Diesel aktuell rund 10 Prozent beziehungsweise 12 Prozent mehr.
Staaten am Persischen Golf haben erneut Raketenbeschuss gemeldet. Bahrain und Kuwait, die zuletzt im Zentrum iranischer Vergeltungsangriffe standen, lösten in der Nacht Alarm aus und bekämpften nach eigenen Angaben feindliche Projektile.
Der Generalstab der Armee in Kuwait berichtete, dass feindliche Luftziele bekämpft werden.
In Bahrain wurde seit Einbruch der Nacht mehrfach Alarm ausgelöst, wie das Innenministerium des Inselstaats berichtete. Das Ministerium rief die Einwohner auf, Ruhe zu bewahren und Schutz zu suchen.
Auch Jordaniens Nachrichtenagentur Petra berichtete am Montagmorgen, dass vier Raketen aus dem Iran abgefangen worden seien. Es habe keine Opfer oder Schäden gegeben, hiess es in dem Bericht unter Berufung auf eine Militärquelle.

Nach den erneuten US-Militärangriffen auf den Iran sind die Ölpreise am Montag um rund vier Prozent gestiegen. Die Verschärfung des Konflikts im Persischen Golf verstärkt die Sorge vor möglichen Lieferausfällen und belastet zugleich die asiatischen Aktienmärkte.
Der Preis für ein Barrel der Nordseesorte Brent kletterte auf 79,11 Dollar beziehungsweise 69,44 Euro. US-Leichtöl verteuerte sich auf 74,37 Dollar oder 65,28 Euro.
Zuvor hatte der Iran erklärt, die für den weltweiten Ölhandel wichtige Strasse von Hormus geschlossen zu haben. Dadurch nahmen auch die Sorgen vor einem erneuten Anstieg der globalen Inflation zu.
Das US-Militär hat seine nächtlichen Attacken auf Ziele im Iran nach mehreren Stunden für beendet erklärt. Die Angriffswelle sei vorbei und habe Dutzende Zielobjekte mit Präzisionsmunition getroffen, teilte das zuständige US-Regionalkommando Centcom am frühen Morgen deutscher Zeit auf der Online-Plattform X mit. Flugabwehrsysteme, Radaranlagen, Raketenstellungen und Drohnenstandorte sowie kleinere Boote seien zerstört worden, um dem Iran weitere Attacken auf den internationalen Schiffsverkehr durch die Strasse von Hormus zu erschweren.

Iran meldet Angriffe auf Luftwaffenstützpunkte in Kuwait und Bahrain
Die iranischen Revolutionsgarden (IRGC) melden weitere Vergeltungsschläge gegen die USA. In der dritten Phase ihrer Operation «Auge um Auge» seien Treibstofftanks und Patriot-Luftabwehrsysteme auf dem Stützpunkt Ali Al-Salem sowie ein strategisches FPS-Radarsystem auf dem Stützpunkt Ahmed Al-Jaber in Kuwait «vollständig zerstört» worden.
Bereits zuvor hatten die IRGC in einer zweiten Phase den Stützpunkt Sheikh Isa in Bahrain angegriffen. Getroffen worden seien laut eigenen Angaben Wartungsanlagen für Helikopter, ein Hangar mit einem P-8-Flugzeug sowie ein US-Kommandozentrum für Drohnen.
Die Angriffe seien eine Reaktion auf das anhaltende Vorgehen der USA gegen Iran, so die IRGC. Man warnte zudem vor weiterer US-Einmischung in der Strasse von Hormus und kündigte an, die Operation fortzusetzen.
Das US-Militär hat Medienberichten zufolge erneut Ziele im Iran angegriffen. Die Attacken hätten sich gegen Raketenstellungen und Anlagen zur Luftabwehr gerichtet, berichteten das «Wall Street Journal» und die «New York Times» unter Berufung auf US-Regierungsbeamte.
Zudem seien Boote der Iranischen Revolutionsgarden angegriffen worden. Das zuständige Regionalkommando Centcom äusserte sich auf Nachfrage nicht zu den Berichten.
Mit den Angriffen soll der Iran demnach daran gehindert werden, Handelsschiffe in der Strasse von Hormus zu attackieren. Es ist bereits die vierte Angriffswelle der USA, seit die Feindseligkeiten in der Nacht zu Mittwoch wieder aufflammten.
Der Iran hat nach den US-Angriffen in der vergangenen Nacht erneut Explosionen an der Südküste gemeldet. Die iranische Nachrichtenagentur Tasnim berichtete am Sonntagabend über Detonationen in der Hafenstadt Bandar Abbas und unweit der Insel Gheschm im Persischen Golf. Details zur Ursache der Explosionen gab es zunächst nicht.
Die staatliche Nachrichtenagentur Irna sprach von «feindlichen Angriffen» in Bandar Abbas, wo am Abend in einigen Stadtteilen aufeinanderfolgende Explosionen zu hören gewesen seien. Der Vorfall werde untersucht. Bei den Gebieten handele es sich um Militäreinrichtungen, schrieb Irna.
US-Präsident Donald Trump hat die Strasse von Hormus entgegen iranischer Aussagen als offen für den Schiffsverkehr erklärt. «Sie ist offen», sagte Trump am Sonntag in der NBC-Sendung «Meet the Press».
Auch das für die Region zuständige US-Regionalkommando Centcom schrieb in einem Post auf der Plattform X, die für den Handel wichtige Meerenge bleibe eine internationale Wasserstrasse, die der Iran nicht kontrolliere.

Die Iranischen Revolutionsgarden (IRGC) hatten in der Nacht bekanntgegeben, dass die Meerenge bis auf weiteres und bis zum Ende der US-amerikanischen Eingriffe in der Region geschlossen bleibe. Die Durchfahrt sei verboten.
Zuvor hatte die Marine der Iranischen Revolutionsgarden nach eigenen Angaben Warnschüsse auf ein Schiff abgegeben, das eine nicht genehmigte Route befahren haben soll.
Der Golfstaat Katar hat nach erneuten iranischen Angriffen zur vorübergehenden Einstellung des Schiffsverkehrs geraten. Für alle Fahrten und andere «meeresbasierte Tätigkeiten» werde empfohlen, diese bis auf Weiteres auszusetzen, teilte das katarische Transportministerium heute mit. Das betreffe auch Fischer- und Freizeitboote, Jetskis und «alle anderen Seefahrzeuge».
Auch der katarische Nachrichtensender Al Jazeera berichtete von so einer Empfehlung. Teils berichteten Medien, es handle sich um eine Anordnung.

Von den Perlentauchern und traditionellen Daus bis zu heutigen touristischen Fahrten und Luxusbooten ist die Identität Katars eng mit der Schifffahrt am Persischen Golf verbunden. Das auf einer Halbinsel liegende Land verfügt über Dutzende Fischerei- und Jachthäfen für kommerziellen und privaten Betrieb.
Katar meldete heute erneute Angriffe aus dem Iran. Dabei wurden nach offiziellen Angaben durch herabfallende Trümmerteile drei Menschen verletzt, darunter ein Kind.
Katar wurde im Iran-Krieg in vergangenen Monaten immer wieder angegriffen, meldete aber weniger Angriffe als etwa Kuwait und die Vereinigten Arabischen Emirate. Katar tritt zusammen mit Pakistan im Krieg zwischen den USA und dem Iran als ein Vermittler auf.












