Häfen in Deutschland müssen harten Brexit nicht fürchten

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    Deutschland,

    Der Brexit rückt näher - falls der britische Premier Boris Johnson seine Ankündigungen umsetzen kann. Welche Folgen hat das für die deutschen Häfen?

    Drei Autotransportschiffe liegen an der Pier des Autoterminals in Emden. Foto: Ingo Wagner/Archiv
    Drei Autotransportschiffe liegen an der Pier des Autoterminals in Emden. Foto: Ingo Wagner/Archiv - dpa-infocom GmbH

    Das Wichtigste in Kürze

    • Die deutschen Häfen an der Nordsee sehen sich für einen möglichen harten Brexit Ende Oktober gut gerüstet.

    «Das Personal vor Ort ist entsprechend geschult. Es wurden Pufferflächen geschaffen. Wenn es einen Rückstau von Waren geben sollte, hätten wir keine Probleme, dies abzufangen», sagte der Geschäftsführer der Marketinggesellschaft Seaports of Niedersachsen, Timo Schön, der «Neuen Osnabrücker Zeitung».

    Langfristig sieht Schön durch den Austritt der Briten aus der EU auch Chancen für die niedersächsischen Häfen. Diese stünden als verlässliche Partner bereit, sollten Verkehrswege verlagert werden.

    Auch in den beiden deutschen Grosshäfen Bremerhaven und Hamburg sehen die Hafenchefs dem bevorstehenden Brexit gelassen entgegen. Bremerhaven erwartet keine dramatischen Auswirkungen. Der Umschlag von Autos nach Grossbritannien gehe vor allem über Zeebrügge, sagte Bremenports-Sprecher Holger Bruns. Jährlich werden in Bremerhaven rund 2,3 Millionen Autos umgeschlagen. Am Gesamtumschlag habe Grossbritannien einen Anteil von zwei Prozent und stehe damit auf Platz 15.

    Auch im grössten deutschen Hafen Hamburg sehen sich die Umschlagunternehmen und der Zoll nicht vor übergrosse Probleme gestellt, auch wenn es Unwägbarkeiten geben. Das UK-Aufkommen mache nur 3,1 Prozent des gesamten Hafenumschlags aus. Davon entfalle ein beträchtlicher Teil auf Leercontainer. Beladen gingen jährlich rund 30.000 Standardcontainer (TEU) in beide Richtungen auf die Reise, das wären rein statistisch etwa 82 zusätzlich abzufertigende Container pro Tag. «Das ist in den Zollabfertigungen im täglichen Ablauf des Hamburger Hafens machbar», erwartet die Leitung des Zolls. Grossbritannien steht unter den Handelspartnern des Hamburger Hafens beim Containerumschlag auf Platz 14.

    In Niedersachsen werden neun Häfen von der Universalhafengruppe betrieben: Brake, Cuxhaven, Emden, Leer, Nordenham, Oldenburg, Papenburg, Stade und Wilhelmshaven. Sie schlagen insgesamt weniger Güter um als Hamburg oder Bremen. Die beiden Grosshäfen sind jedoch stärker auf Übersee-Verkehre orientiert.

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