Der Generalsekretär der Vereinten Nationen ist am Sonntag für zwei Tage in den krisengeplagten Libanon gereist. Antonio Guterres appellierte vorab an die Politiker des Landes, Korruption zu bekämpfen und Transparenz zu schaffen. «Es ist unerlässlich, dass die Führung die Menschen an erste Stelle setzt und die Reformen umsetzt, die erforderlich sind, um den Libanon wieder auf Kurs zu bringen», sagte er in einer Videobotschaft vor seiner Reise. Er landete am Nachmittag in der Hauptstadt Beirut.
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UN-Generalsekretär António Guterres. (Archivbild) - dpa

Das Wichtigste in Kürze

  • Der Libanon kämpft mit einer heftigen Wirtschaftskrise.

Die Landeswährung hat inzwischen rund 95 Prozent ihres früheren Werts verloren. Rund drei Viertel der Bevölkerung leben in Armut. Täglich fällt für Stunden der Strom aus und es fehlt im Land an Medikamenten. Viele Menschen versuchen, den kleinen Mittelmeerstaat zu verlassen.

Die Regierung ist unterdessen gelähmt. Wegen eines Streits der führenden Parteien über die Ermittlungen zur Explosionskatastrophe im Hafen von Beirut hat sich das Kabinett seit zwei Monaten nicht getroffen. Bei der Detonation im Hafen waren im vergangenen Jahr mehr als 190 Menschen gestorben. Die UN warnten erst kürzlich, der Libanon stehe kurz davor, als Staat zu scheitern.

Das Land ist dringend auf internationale Hilfe angewiesen. Potenzielle Geldgeber wie Deutschland wollen die Regierung aber erst unterstützen, wenn sie weitreichende Reformen beschlossen hat. «Dauerhafte Lösungen können nur aus dem Inneren des Libanon kommen», mahnte auch Guterres an. Die Vereinten Nationen stünden dabei an der Seite des libanesischen Volkes.

Nach Angaben der UN will sich der UN-Generalsekretär auch mit Libanons Präsident Michel Aoun und anderen hochrangigen Politikern sowie Vertretern der Zivilgesellschaft und religiösen Führern treffen.

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