Staatsanwalt

    Guatemalas Ex-Präsident verklagt Genfer Staatsanwalt

    Keystone-SDA
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    Genève,

    Guatemalas Ex-Präsident Alejandro Giammattei und dessen Ex-Innenminister verklagen einen Genfer Staatsanwalt.

    Guatemala Präsident verklagt Staatsanwalt
    Guatemalas früherer Präsident Alejandro Giammattei. (Archivbild) - keystone

    Das Wichtigste in Kürze

    • Ein Staatsanwalt erhob Vorwürfe gegen Guatemalas Ex-Präsidenten und dessen Innenminister.
    • Sie sollen an der Planung eines Gefängnissturms mit Todesfolge beteiligt gewesen sein.
    • Die beiden Männer klagen nun wegen Verleumdung gegen den Staatsanwalt.

    Unmittelbar vor Beginn eines neuen Prozesses in Genf gegen Guatemalas Ex-Polizeichef Erwin Sperisen ist der zuständige Staatsanwalt von zwei Spitzenpolitikern des südamerikanischen Landes verklagt worden. Der frühere Präsident Guatemalas, Alejandro Giammattei, und Ex-Innenminister Carlos Vielmann werfen ihm Verleumdung und üble Nachrede vor.

    Der Staatsanwalt habe beide Männer zu Unrecht bezichtigt, mitverantwortlich für die Hinrichtung von sieben Männern bei einer Gefängnisrevolte 2006 in Guatemala und Teil einer kriminellen Organisation gewesen zu sein, teilte der Anwalt der Guatemalteken am Sonntag mit.

    Von mehreren Gerichten freigesprochen

    «Meine Mandanten haben es satt, als Mitglieder einer kriminellen Organisation dargestellt zu werden, obwohl der Staatsanwalt weiss, dass sie von diversen Gerichten, auch in Europa, freigesprochen wurden», schrieb der Anwalt. Der Staatsanwalt bringe die Vorwürfe wahrheitswidrig und wider besseren Wissens vor. Die Genfer Staatsanwaltschaft äusserte sich nicht zu dem Fall.

    Alejandro Giammattei war von 2020 bis 2024 Präsident in Guatemala. Carlos Vielmann war Innenminister in Guatemala von 2004 bis 2008.

    Vorwurf der Beihilfe zu Mord

    Am Montag beginnt in Genf der vierte Prozess gegen Ex-Polizeichef Sperisen. Der schweizerisch-guatemaltekische Doppelbürger, dessen bisherige Verurteilungen aufgehoben wurden, muss sich erneut wegen Beihilfe zu Mord verantworten. Er wird beschuldigt, an der Tötung der Häftlinge beteiligt gewesen zu sein, als die Sicherheitskräfte die Strafanstalt stürmten.

    Ex-Polizeichef Beihilfe Mord
    Erwin Sperisen wird beschuldigt, an der Tötung von Häftlingen beteiligt gewesen zu sein. (Archivbild) - keystone

    Der Genfer Staatsanwalt behauptet, Sperisen habe mit Giammattei und Vielmann sowie weiteren Personen bei der Planung des Gefängnissturms kooperiert. Sperisens Anwälte bestreiten die Vorwürfe und verlangen einen Freispruch.

    Fall seit über 12 Jahren in Bearbeitung

    Der Fall zieht sich wegen Berufungen seit mehr als zwölf Jahren hin. Zuletzt hob das Bundesgericht eine Verurteilung zu einer 15-jährigen Freiheitsstrafe nach einer Entscheidung des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte (EGMR) im Juni 2023 auf.

    Der heute 54-jährige Erwin Sperisen war 2007 mit seiner Familie in die Schweiz geflüchtet. 2012 wurde er in Genf festgenommen. Mehr als elf Jahre verbrachte er im Freiheitsentzug, zwischen Untersuchungshaft, Hausarrest und Gefängnisstrafe.

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    Kommentare

    User #5783 (nicht angemeldet)

    Klar, frei nach dem Motto-Angriff ist die beste Verteidigung!

    User #5463 (nicht angemeldet)

    » Fall seit über 12 Jahren in Bearbeitung finde den Fehler

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