Französisch-schweizerisches Waffenhandelsnetz zerschlagen
Verdächtigt, Teil eines französisch-schweizerischen Waffenhandelsnetzwerks zu sein, sind in Frankreich neun Personen festgenommen worden, darunter ein Polizist. Die Bande soll sich in der Schweiz mit Waffen eingedeckt haben, die sie dann in ganz Frankreich verkaufte.

Eine Razzia am 23. Juni führte zur Festnahme von zwölf Personen, davon zehn in Frankreich und zwei in der Schweiz, an der Polizeibehörden aus drei französischen Départements, Schweizer Behörden und Europol beteiligt waren, wie die Staatsanwaltschaft im nordfranzösischen Lille am Mittwoch mitteilte.
Neun dieser Personen wurden demnach am 26. Juni angeklagt wegen unerlaubten Besitzes, der Herstellung oder des Handels mit Kriegsmaterial, Waffen, Munition und deren Bestandteilen der Kategorien A oder B im Rahmen einer organisierten kriminellen Vereinigung sowie wegen Beteiligung an einer kriminellen Vereinigung.
Zu diesen neun Personen gehören der mutmassliche Anführer des Netzwerks und ein Polizeibeamter, der im Verdacht steht, den Handel durch den Zugriff auf Polizeidateien erleichtert zu haben. Gegen diese beiden wurden zusätzlich zu den anderen Anklagepunkten auch Anklagen wegen Bestechung und Hehlerei von aus Bestechung stammenden Gütern erhoben.
Acht der Beschuldigten, darunter der Polizeibeamte, wurden in Untersuchungshaft genommen. Der neunte wurde unter richterliche Aufsicht gestellt.
Bei den verschiedenen Durchsuchungen in Frankreich wurden 23 Schusswaffen beschlagnahmt, von denen mehrere Fälschungen waren, sowie Granaten, Sprengstoffblöcke und Zünder. Zudem wurden mehr als 100'000 Euro in bar und drei Fahrzeuge beschlagnahmt.










