Neonazi Liebich kommt in deutschen Frauenknast
Nach der Flucht nach Tschechien ist Neonazi Liebich zurück in Deutschland. Dort geht es für die Rechtsextremistin in den Frauenknast. Das gibt zu reden.

Das Wichtigste in Kürze
- Neonazi Marla Svenja Liebich wurde am Mittwoch nach Deutschland gebracht.
- Die Rechtsextremistin änderte nach dem Hafturteil das Geschlecht, was als Provokation gilt.
- Nach der Flucht aus Deutschland wurde Liebich in Tschechien gefasst.
Neonazi Marla Svenja Liebich ist von Tschechien nach Deutschland gebracht worden. Das teilte die tschechische Polizei am Vormittag auf der Plattform X mit.
Die verurteilte Rechtsextremistin soll nach Justizangaben in das Frauengefängnis im sächsischen Chemnitz gebracht werden.
Der Fall erregt in Deutschland viel Aufsehen. Liebich hatte nach einer Verurteilung zu einer Haftstrafe das Geschlecht von männlich auf weiblich ändern lassen. Ausserdem wurde der Name von Sven in Marla Svenja angepasst.
Kritiker hielten das für eine Provokation und sprachen von einem Missbrauch des Selbstbestimmungsgesetzes.
Dieses hatte die damalige deutsche «Ampel»-Regierung aus SPD, Grünen und FDP vorangetrieben, seit 2024 ist es in Kraft.
Flucht nach Tschechien
Sobald Liebich in Chemnitz ist, muss die Anstaltsleitung des Frauengefängnisses entscheiden, ob Liebich dort einsitzt.
Ursprünglich sollte sie dort die Haft schon Ende August 2025 antreten. Sie war jedoch geflohen und wurde erst im April dieses Jahres in Tschechien gefasst.
Daraufhin war Liebich ins tschechische Pilsen (Plzen) gebracht worden. Das Gericht in der Stadt hatte dann Anfang Juni entschieden, dass Liebich an die deutschen Behörden übergeben werden soll.

Später hatte das Oberlandesgericht in Prag Beschwerden der 55-Jährigen gegen die Auslieferung abgewiesen. Sie seien nicht begründet gewesen, hiess es.
Vor dem Gericht in Pilsen hatte Liebich angegeben, nicht nach Deutschland gebracht werden zu wollen. Sie habe Angst, in einem deutschen Männergefängnis ums Leben zu kommen.
Ein Jahr und sechs Monate ohne Bewährung
Liebich hatte seit 2014 regelmässig Demonstrationen organisiert, oft auf dem Marktplatz in Halle in Sachsen-Anhalt.
Immer wieder kam es dabei auch zu Auseinandersetzungen mit Gegendemonstranten. Mehrfach mussten sich Gerichte mit Beschuldigungen gegen Liebich auseinandergesetzt.
Im Juli 2023 wurde die Rechtsextremistin – damals noch als Mann mit dem Vornamen Sven – vom Amtsgericht Halle verurteilt.
Grund waren Volksverhetzung, üble Nachrede und Beleidigung. Das Urteil war eine Gesamtfreiheitsstrafe von einem Jahr und sechs Monaten ohne Bewährung.

In sechs Anklagen hatte die Staatsanwaltschaft unterschiedliche Vorwürfe gegen die 1970 in Merseburg im Saalekreis (Sachsen-Anhalt) geborene Rechtsextremistin erhoben. Einige Vorfälle lagen zu Beginn des Prozesses bereits mehrere Jahre zurück.
Liebich sei ein Gratwanderer und überschreite in manchen Fällen die Grenze des Rechts, hatte die Richterin damals erklärt. In vorigen Prozessen sprachen Gerichte lediglich Geld- oder Bewährungsstrafen aus.












