Fidschi ruft wegen HIV nationalen Notstand aus
Fidschi ruft wegen stark steigender HIV-Infektionen den nationalen Notstand aus. Schätzungsweise eine von 60 erwachsenen Personen ist betroffen.

Fidschi hat wegen der stark steigenden Zahl von HIV-Infektionen einen nationalen Notstand ausgerufen. Gesundheitsminister Atonio Lalabalavu gab die Entscheidung am Mittwoch offiziell bekannt, berichtet das «Ärzteblatt».
Schätzungsweise einer von 60 Erwachsenen in Fidschi lebt inzwischen mit HIV. Vor fünf Jahren war es noch etwa einer von 167, berichtet «Euronews».
Allein 2025 wurden in dem Pazifikstaat 2'016 neue HIV-Fälle registriert. Als wesentliche Treiber der Ausbreitung gelten sexuelle Übertragungen und injizierender Drogenkonsum.
Viele HIV-Infizierte kennen ihren Status nicht
Bei den Fällen mit bekanntem Übertragungsweg entfiel mehr als die Hälfte auf sexuelle Übertragungen. Mehr als 42 Prozent standen mit injizierendem Drogenkonsum in Verbindung, wie UNAIDS mitteilt.

Gleichzeitig wissen viele Betroffene nichts von ihrer Infektion. 2025 kannten laut UNAIDS nur 39 Prozent der schätzungsweise 9'100 Menschen mit HIV in Fidschi ihren Status.
Lediglich 22 Prozent erhielten eine antiretrovirale Behandlung. HIV-Tests sollen trotz des ausgerufenen Notstands freiwillig bleiben, berichtet das «Ärzteblatt».
Regierung weitet Massnahmen gegen HIV aus
Die Regierung will nun ihre Massnahmen gegen die HIV-Ausbreitung deutlich ausweiten. Geplante Gesetzesänderungen sollen unter anderem die Einführung eines Programms zur Abgabe sauberer Spritzen ermöglichen, teilt UNAIDS mit.
Auch Prävention, HIV-Tests und Behandlung sollen ausgebaut werden. Dazu gehört ein breiterer Zugang zur HIV-Prophylaxe PrEP, darunter auch langwirksame Präventionsmittel.
Ein neu eingerichteter Kabinettsausschuss soll Hindernisse bei der Umsetzung der Massnahmen beseitigen und das Vorgehen beschleunigen. Bereits im Januar 2025 hatte Fidschi wegen stark steigender Infektionszahlen einen HIV-Ausbruch erklärt, wie das «Ärzteblatt» berichtet.
















