Nestlé Russland kommt unter Zwangsverwaltung
Das Russland-Geschäft von Nestlé kommt unter Zwangsverwaltung. Dies entschied Wladimir Putin mit einem Dekret.

Das Wichtigste in Kürze
- Wladimir Putin stellt einen Teil des Russland-Geschäfts von Nestlé unter Zwangsverwaltung.
- Nestlé bleibt zwar Eigentümerin, kann aber nicht selbst bestimmen.
- Der Lebensmittelkonzern erwirtschaftet rund zwei Prozent des Umsatzes in Russland.
Der Schweizer Lebensmittelkonzern Nestlé verliert die Kontrolle über einen Teil seines Russland-Geschäfts. Der russische Präsident Wladimir Putin hat zwei Nestlé-Gesellschaften unter eine vorübergehende russische Verwaltung gestellt. Dies geht aus einem am Donnerstag veröffentlichten Dekret der russischen Regierung hervor.
Konkret geht es um Nestlé Russia und Nestlé Kuban. Die von Nestlé-Gesellschaften in der Schweiz und Deutschland gehaltenen Anteile werden neu von der russischen Firma L.E.V. Management verwaltet. Nestlé bleibt zwar Eigentümer, kann aber vorerst nicht mehr selbst über die Beteiligungen bestimmen.

Zu den genauen Konsequenzen konnte ein Nestlé-Sprecher gegenüber der Nachrichtenagentur AWP auf Anfrage zunächst keine Angaben machen.
Nestlé prüft Situation
Was die Massnahme konkret für Nestlé bedeutet, ist noch offen. «Wir prüfen derzeit noch die Fakten», sagte ein Nestlé-Sprecher der Nachrichtenagentur AWP auf Anfrage. Weitere Angaben machte er zunächst nicht.
Der Schritt hatte sich allerdings angekündigt. Bereits im August hatte das russische Unternehmen KS Logistika Putin aufgefordert, fünf russische Nestlé-Gesellschaften unter Fremdverwaltung zu stellen. KS Logistika begründete den Antrag unter anderem damit, dass Nestlé seine Produktionskapazitäten in Russland nicht ausbaue und keine in Russland hergestellten Waren mehr exportiere.
Nestlé stellte Geschäft nach Angriff auf Ukraine nicht vollständig ein.
Nestlé erwirtschaftet in Russland rund 2 Prozent des Konzernumsatzes. Das Unternehmen betreibt sechs Produktionsstandorte in Russland und stellt dort unter anderem Kaffee, Süsswaren, Babynahrung und Tierfutter her.
Russland verschärfte in den vergangenen Jahren die Rahmenbedingungen für ausländische Unternehmen. Unter anderem schuf das Regime Instrumente, um mehr Einfluss auf Firmen nehmen zu können.
Nestlé hatte nach dem russischen Angriff auf die Ukraine 2022 entschieden, sein Geschäft in Russland trotz Kritik nicht vollständig einzustellen. Der Konzern begründete dies damals damit, dass er als Lebensmittelhersteller auch in Konfliktregionen die Bevölkerung weiterhin mit grundlegenden Nahrungsmitteln versorgen wolle.
Weitere Informationen folgen …














